PDF-Dokumente in (PNG-)Bilder umwandeln mit convert

PDF-Dokumente in (PNG-)Bilder umwandeln mit convert

Gast in der Shell (Teil 4)

Ein Linux-System bietet komfortable GUI-Tools für fast alle Zwecke. Schneller und direkter läuft die Kommunikation über die Shell. Was auf den ersten Blick kryptisch ausschaut, gerät schnell zum gewohnten Handwerkszeug. Die Reihe “Gast in der Shell” hilft mit Tipps in loser Folge beim Einstieg.

Wer ein PDF-Dokument auf seiner Internetseite zum Download anbietet, möchte häufig ein kleines Vorschaubild anbieten. Das zu erstellen klingt trivial: Man muss nur die erste Seite als JPG- oder PNG-Bild speichern. Kaum ein PDF-Leseprogramm bietet diesen Dienst jedoch an. In Bresche springt das Kommandozeilenprogramm convert. Es ist Teil des ImageMagick-Pakets, das wiederum die meisten Distributionen in ihren Repositories vorhalten. Sobald man das entsprechende Paket über die Softwareverwaltung installiert hat, bemüht man folgenden Kommadozeilenbefehl:

convert magazin.pdf seite.png

Er konvertiert alle Seiten aus dem PDF-Dokument magazin.pdf und speichert sie in den Dateien seite-0.png, seite-1.png, seite-2.png und so weiter. Den Bindestrich und die fortlaufende Nummer ergänzt das Programm automatisch. Um die Dateien im JPEG-Format zu speichern, tauscht man einfach die Dateiendung aus:

convert magazin.pdf seite.jpg

convert führt die Konvertierung übrigens nicht selbst aus, sondern delegiert sie an Ghostscript. Diese Software muss folglich ebenfalls installiert sein, was zumindest bei allen großen Distributionen standardmäßig der Fall sein sollte.

Möchte man nur die dritte Seite als PNG-Bild speichern, hängt man eine [2] an den Dateinamen des PDFs an:

convert magazin.pdf[2] seite.png

In den eckigen Klammern steht die gewünschte Seitenzahl, wobei convert bei 0 zu zählen beginnt. Daher steht die Nummer 2 für die dritte Seite. convert speichert die Seite in der Datei seite.png, hängt hier in diesem Sonderfall also nicht eigenmächtig die Seitenzahl an.

Es lassen sich auch mehrere ausgewählte Seiten konvertieren. Im folgenden Beispiel würde convert die Seiten 3 bis 6 speichern:

convert magazin.pdf[2-5] seite.png

Standardmäßig besitzen die erzeugten Bilder eine Auflösung von 72 DPI, womit die Bilder in der Regel relativ klein sind. Eine beliebige Punktdichte geben Sie mit dem Parameter -density vor. Im folgenden Beispiel erzeugt convert ein Bild der ersten Seite mit 300 DPI:

convert -density 300 magazin.pdf[0] seite.png

Wie sein Namen schon andeutet kann convert auch beliebige andere Bildformate konvertieren, etwa vom PNG- ins JPG-Format:

convert seite.png seite.jpg

Zudem bietet es viele weitere Parameter, über die man etwa das Bild verkleinern und vergrößern kann. Weiterführende Informationen zu convert liefert unter anderem der Artikel „Bilder im Griff“ von Thomas Drilling aus dem LinuxUser 08/2012.

Vorherige Teile der Reihe „Gast in der Shell“:

Programme und deren Dokumentation finden mit whereis und which (Teil 3)

Prozesse anhalten und beenden mit kill (Teil 2)

Parameter und Suchkriterien bei find (Teil1)

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2 Kommentare
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Axel Konrad
11 Jahre her

Zuerst einmal vielen Dank an Tim für die Reihe “Gast in der Shell”. Gelegentlich sind es die einfachen kleinen Tipps, die zur Erleichterung der Arbeit führen. So ein Stupser als Denkanstoß ist immer willkommen. Zu Zeiten als der Posterdruck noch kein Standard war habe ich mit Imagemagick und den psutils aus A4-Seiten Poster bis A0 oder kleine Handzettel (9 pro A4 Seite) erstellt. Damals hat mich die Artikelreihe von Heik Jurzyk inspiriert. Die Skripte benutze ich heute noch, weil es so schnell und einfach geht. Also Tim, bitte weiter so. Die Shell-Tipps sind das Salz in der LinuxUser Suppe. Gruß… Mehr »

Tim Schürmann
11 Jahre her
Reply to  Axel Konrad

Danke! :)

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