Microsoft listet Risikofaktoren und Wettbewerber

Microsoft listet Risikofaktoren und Wettbewerber

Microsoft

Von Feinden umzingelt

Im jüngsten Quartalsbereicht musste Microsoft rund 30 Prozent Umsatzeinbruch melden. Im Bericht an die Finanzbehörde listet der Konzern die Risikofaktoren und stärksten Wettbewerber. Linux- und Open-Source-Unternehmen sind darunter, aber auch die eigenen Partner HP und Intel.

Nervös stellt Microsoft fest, dass Apple in den USA Marktanteile gewinnt, auch Linux macht dem Unternehmen zunehmend Sorgen. In dem Bericht heißt es: „Das Linux Betriebssystem, (…) das ohne Bezahlung unter einer General Public License verfügbar ist, hat an Akzeptanz gewonnen, besonders in aufstrebenden Märkten.“ Verantwortlich sei der gestiegene Kostendruck sowie neue preiswerte PCs, die die Hardware-Hersteller mit anderen Betriebssystemen ausliefern. Namentlich genannt sind Red Hat und Canonical als Wettbewerber, und auch kleine Open-Source-Unternehmen sowie Community-Projekte werden als Gefahr für das Geschäftsmodell „Geld gegen Softwarelizenz“ gewertet. Hinzu kommen bedrohliche Aktivitäten seiner Alliierten: „Partner wie Hewlett-Packard und Intel haben aktiv an alternativen, Linux-basierten Betriebssystemen gearbeitet“, schreibt Microsoft. .

Beim Trend zu Mobilgeräten sieht sich das Unternehmen gleichfalls in Verteidigungsstellung: Statt herkömmlicher PCs könnten die Verbraucher stärker zu Mobilgeräten greifen. Am Marktanteil des Internet Explorer kratzen laut Bericht die Browser von Apple, Mozilla und Opera, und insbesondere Google: „OEMs haben daran gearbeitet, das mobile Betriebssystem Google Android kompatibel mit kleinen PCs oder Netbooks zu machen.“

Ausführliche Erklärungen zum Thema Urheberrecht und Open Source relativeren die Absichtserklärungen des Softwaregiganten hinsichtlich Offenheit. Ein Absatz ließe sich mit wenig Phantasie als neuerliche Patentdrohung interpretieren. Mit Bezug auf kommerzielle Open-Source-Unternehmen heißt es in dem Bericht: „Diese Firmen tragen nicht die vollen Kosten der Forschung und Entwicklung der Software. Einige dieser Firmen könnten auf Microsoft-Ideen beruhen, die wir ihnen in Zusammenhang mit unseren Interoperabilitäts-Initiativen kostenlos oder zu niedrigen Gebühren zur Verfügung stellen.“

Für den ersten Gewinneinbruch der Unternehmensgeschichte nennt Microsoft weitere Verantwortliche, darunter Softwarepiraten, die Europäische Kommission, US-amerikanische Wettbewerbsbehörden und die Gesetzgeber allgemein.

Ein Satz dürfte Softwarepatent-Gegener wie die Free Software Foundation in ihrer Alarmbereitschaft bestätigen: Microsoft bemängelt: „Auch das Fehlen von harmonisierten Patentgesetzen macht es schwieriger, durchgehend Respekt vor Patentschutz sicherzustellen.“ In regelmäßigen Abständen warnt die FSFE davor, dass unter dem Deckmantel der Harmonisierung Softwarepatente auch in Europa Einzug halten könnten.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
5 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
microschuft
16 Jahre her

Dass Apple Marktanteile gewinnt würde ich nicht also so schlecht für Microsoft sehen, da ja Microsoft über einen Treuhandfond fette Anteile am Apple Unternehmen hat. So wirkt das Konkurrenzmarketing wie eine Farce. Schon fast so gestrickt wie bei Media Markt und Saturn.

Gelegenheitsleser
16 Jahre her

Dieses Rumgezicke von MS. Deren Produkte kranken und haken an allen Ecken und Enden, Vista war ein grandioser Knieschuss.

Anderen geht deren Kunden- und Preispolitik auf die Nerven, dieses WGA haut auch immer wieder daneben, weil es Reg.-Schlüssel falsch identifiziert.

Ach im Artikel tauchen auch noch diese bösen Firmen auf, die vom natürlichsten aller Marktrechte Gebrauch machen: Wettbewerb. Das geht natürlich nicht.

Es sind wieder mal alle anderen Schuld. Vermutlich wir Linuxer am meisten …

Schönes Wochenende

Gelegenheitsleser

S. Haberäcker
16 Jahre her

MIr ist das sowas von egal wer sich da gegenseitig bekriegen tut. Ich habe mich aus Neugier vor 6 Jahren an Linux rangewagt undseit dem nicht mehr los gelassen davon. Zum Thema Vista , bin ich so wie die andren Mitposter hier, sehr negativ eingestellt. Als ich immer mehr davon gehört, gesehen und gelesen hatte dachte ich das alte Windows ME sei wieder aufgeweckt worden… Jedoch musste ich auch sage, im Laufe der 6 Jahre hat sich sehr viel im Bereich Linux geändert. Ein Arbeiten ohne LInux ist vondaher nicht mehr weg zu denken ! In diesem Sinne Have a… Mehr »

Gladius
16 Jahre her

habe die Evolution von Windows 95 über ME zu XP am eigenen Leib erlebt. damit ist seit knapp zwei Jahren Schluss. Von Vista und so weiter bleibe ich zumindest privat verschonnt. Beruflich allerdings ist es leider nicht so einfach. die Mehrzahl der Unternehmen in allen Branchen setzen nach wie vor auf Produkte von Microsoft. Und da wird sich nicht so schnell irgentwas ändern.

ckpinguin
16 Jahre her

Also dieses Rumgeheule von MS ist dermaßen peinlich. Gerade ein Jahr nachdem Linux wieder durch billige OEM-XP Deals praktisch von den Netbooks verschwunden “wurde”, soll genau dieses Linux für 30% Markteinbruch verantwortlich sein? Das erinnert schwer an gewisse Aussagen der Musikindustrie. Zuviel Kokain schadet definitiv dem Gehirn (sofern Marketingmenschen den eines haben).
Im Servermarkt ist ja ohnehin klar, dass nur Windows dort nichts zu suchen hat, da wird sich nicht viel ändern. Nur ein Geistesgestörter würde dort von Unixoiden Systemen auf Windows wechseln.
Im Desktopmarkt allerdings hat das Wachstum von Opensource (inkl. Linux) gerade erst begonnen.

Nach oben