Auf dem Linuxtag hatten wir kurz Gelegenheit, uns mit dem neuen Präsidenten der Free Software Foundation Europe (kurz FSFE) Karsten Gerloff zu unterhalten.
Wir fragten ihn zunächst, was er sich auf seine TODO-Liste geschrieben hat und mit welchem Hintergrund er die neue Aufgabe bei der FSFE angeht.
Man wolle unter anderem die Beziehungen zu anderen Gruppen in der Free Software Community weiter ausbauen. Besonders Bildungsprojekte wie Seminarix oder SkoleLinux seien dabei interessant. Die FSFE wolle aber auch den Kontakt zu den Linux User Groups (LUGS) und der German Unix User Group (GUUG) weiter ausbauen. An seinem Job interessiere ihn besonders die Frage “wie wir als Gesellschaft unser Wissen verwalten.”

Die Arbeit der FSFE findet auch auf europäischer Ebene statt. Hier kann Gerloff auf einige Erfahrungen zurückgreifen. So hat er zum Beispiel am europäischen Projekt OSOR (Open Source Observatory and Repository) mitgewirkt, das unter anderem regelmäßig über Open-Source-Entwicklungen in Europa berichtet, etwa über die Migrationen von Behörden. Er selbst habe an der United Nations University gearbeitet und Fallstudien zum Einsatz von freier Software im öffentlichen Sektor verfasst, erzählt er im Gespräch.
Und hier knüpft auch sein zweiter Schwerpunkt an: Er “kenne die Brüsseler Szene” und versuche, die Zusammenarbeit zwischen Freier Software Community und dem öffentlichen Sektor zu stärken. Die FSFE wolle zukünftig noch mehr Behörden vom Einsatz quelloffener Software überzeugen, schließlich ginge es hier um Steuergelder. Auch die politische Arbeit gegen Softwarepatente ginge weiter. Um das Thema sei es zwar momentan etwas ruhiger geworden, hier arbeite die FSFE jedoch konzentriert im Hintergrund, um die richtigen Leute zusammenzubringen.





