Laut Entwickler Kristian Lyngstol fehlt es dem Compiz-Projekt an Personal und die Organisation innerhalb der Entwicklung lässt ebenfalls einiges zu wünschen übrig.
Ursprünglich von Novell entwickelt, liefert Compiz passende Fenstermanager-Daemons für Gnome und KDE und sorgt für moderne Grafiken auf dem Linux-Desktop. Von dem Projekt Compiz hatte sich zunächst der Compositionmanager Beryl als Fork abgespalten, im April 2007 gab es eine Wiedervereinigung in dem Projekt Compiz Fusion. Compiz Fusion wiederum ist als experimenteller Zweig konzipiert, in dem neue Funktionen getestet werden, die dann in den Windowmanager einfließen. Genau seit dem erneuten Zusammenschluss mit Beryl habe es keine Fortschritte mehr gegeben, meint nun der Entwickler Kristian Lyngstol, und er schlägt in einer Mail an die Entwickler Alarm. Es fehle an Führung, und er beschreibt die Lage als düster. Er schreibt: „(…) ob wir es ein Objekt-Framework nennen, nomad oder Compiz++, ist es Tatsache, dass all diese Zweige kontraproduktiv sind, egal, wie witzig oder „flashy“ sie sind.“
In den letzten Monaten seien keine neuen Entwickler zum Projekt gestoßen, stattdessen hätten einige Compiz den Rücken gekehrt. „Wir MÜSSEN diesen Trend umdrehen, wenn Compiz überleben soll“, mahnt er. Lyngstol sieht drei Hauptgründe für die Abwanderung. Er schreibt: „Das Projekt hat keine Ziele, und praktisch alle Entwicklungsarbeit und Design entsteht im Alleingang.“ Er sieht darin das Risiko, dass Entwicklungsarbeit verloren geht, wenn dann die Arbeit einzelner Zweige wieder zusammengefasst wird. Als zweiten Grund nennt er die mangelnde Organisation innerhalb des Projekts: „Zwei Bugtracker, um einen davon kümmert sich keiner. Zwei Orte, an denen man Code findet. (…) Zwei Entwicklerlisten. Chaotisch.“ Außerdem bemängelt er die fehlende Dokumentation. Lyngstol hat zudem den Eindruck, dass Compiz im Ganzen ein Forschungsprojekt sei und er meint, dass es wenig Bemühungen gegeben habe, Compiz in eine stabile Version zu bringen.
Zur Lösung der Probleme schlägt er vor, über die Zukunft der aktuell drei Entwicklungszweige des Projekts zu entscheiden. Hierzu sollten sich die Autoren bzw. Eigentümer der Zweige (Branches) treffen. „Falls nicht, hätten wir keine andere Wahl als diese Zweige als Forks von Compiz zu betrachten“, meint Lyngstol, und dann sollte einzig der Masterzweig als Grundlage für die künftige Entwicklungsarbeit dienen. Lyngstol würde gern weitermachen, wie er schreibt: „Ich bin bereit, die langweilige Entwicklungsarbeit zumachen, aber nicht, so lange diese Management-Themen ungeklärt sind.“
Lyngstol ist nicht der einzige, der zum Jahreswechsel Resümee über den Status „seines“ Projekts zieht. Kurz vor Silvester hatte der Novell-Mitarbeiter und OpenOffice.org-Entwickler Michael Meeks für die freie Büroanwendung eine düstere Bilanz gezogen. Auch er fürchtet um die Zukunft seines Projekts und sieht Entwicklerschwund.






Es ist meiner Meinung nach viel charmanter die 3D-Effekte direkt in die Windowmanager der Desktops einzubauen.
Ich habe jetzt nicht nachgefragt oder nachgeschaut aber ich glaube, das die Entwickler von GNOME oder KDE teilweise den Code von Compiz übernehmen. Sollte das nicht wahr sein bitte ich um Korrektur.
Vielleicht braucht man Compiz in der Form bald gar nicht mehr…
Ich weis nicht wo das Problem mit der Entwicklung gibt. Es kommen immer wieder Erweiterungen und Updates der Stamm Daten in die Compiz Engine (Compiz-Fusion) dazu. Dass manche Distris die Compiz Funktionen nicht integrieren ist doch richtig Traurig. Aber jeder User hat die Möglichkeit diese per Synaptik und etc. hinzu zufügen. Ich zum beispiel brauche weder Anleitung noch Support zu Compiz-Fusion. Es ist simpel einfach und zugleich fast alles ist automatisch. Ich bin der Meinung dass Compiz mehr potenzial hätte wenn man Compiz in mehr Programme integrieren würde als nur zum Desktop. Was ich mir zum beispiel vorstellen könnte ist… Mehr »