Der Chipkonzern Intel arbeitet derzeit an einer Linux-Unterstützung für USB der nächsten Generation. Die neue Schnittstelle verspricht mit bis zu 5 Gbit/s eine zehnmal so schnelle Datenübertragung wie der aktuelle Standard USB 2.0.
Die Intel-Entwicklerin Sarah Sharp beschreibt in einem aktuellen Blog-Eintrag ihre Arbeit an dem Treiber. Sie schreibt: „Jetzt, da die Bus-Spezifikation öffentlich ist, kann ich endlich über den Code reden, den ich in der Arbeit entwickle. Ich habe einen Treiber für xHCI geschrieben (den neuen USB 3.0 Host Controller), und habe den Linux Kernel Stack an die USB-3.0-Unterstützung angepasst.“ Wie Sharp schreibt, soll USB 3.0 Datenübertragung mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5 Gigabit pro Sekunde unterstützen; beim aktuellen Standard 2.0 ist das Spitzentempo rund 480 Megabit pro Sekunde. Sie führt aus: „Grob gesagt bedeutet das, dass eine Datei, die mit USB 2.0 in 30 Minuten übertragen wird, mit USB 3.0 nur 3 Minuten benötigen würde.“
In einem Video auf ihrer Webseite zeigt Sharp einen USB 3.0-Laufwerk-Prototypen vom Hardware-Hersteller Fresco Logic, der unter Linux läuft. „Mein Linux-xHCI-Treiber ist nötig, damit das USB 3.0-Gerät über den xHCI-Host-Controller Prototyp kommunizieren kann“, beschreibt sie ihren Beitrag. Sie zeigt sich mit dem Testergebnis zufrieden: „Die Demo zeigt Geschwindigkeiten, die rund dreieinhalbmal schneller sind als USB-Hochgeschwindigkeits-Geräte“, und sie glaubt, dass dies nur der Anfang ist. Insgesamt ist sie voll des Lobes für die neue Technologie. Diese soll zudem besseres Power-Management bieten – mit positiven Auswirkungen auf die Lebenserwartung von Akkus. Sie erwähnt als weiteren Vorteil die Rückwärtskompatibilität von USB 3.0: Aktuelle USB-2.0-Hardware kann man weiterhin verwenden.
Damit Linux tatsächlich USB 3.0 Unterstützung liefert, sind laut Sharp noch folgende Arbeiten nötig: „Erstens müssen wir den Linux USB Stack um Unterstützung für die neue Gerätegeschwindigkeit erweitern, und (…) zweitens brauchen wir einen Treiber für den xHCI Host Controller.“ An ersterem will Sharp konzentriert arbeiten. Sie hofft, dass dieser bald den Weg in den Kernel finden und in der Folge in die Distributionen von Red Hat, Novell und Ubuntu. Die Arbeit am xHCI Host sei allerdings schwieriger, denn Intel habe diese unter eine NDA gestellt, Entwurf 0.9, und sie darf derzeit den Code der Linux-Gemeinschaft nicht zur Begutachtung geben.
Laut der Intel-Entwicklerin ist die grundlegende Unterstützung von USB 3.0 jedoch sichergestellt: „Einige Funktionalitäten könnten fehlen. Wir haben vielleicht nicht von Anfang an das tolle Power-Management oder es fehlt vielleicht an USB-3.0-Support für einige Klassentreiber“, so Sharp. „Es hat einen Grund, das mein Treiber als ‘EXPERIMENTAL’ gekennzeichnet ist.“ Dennoch hält sie es für besser, schnell und früher Code zu veröffentlichen. Durch den öffentlichen „Review“-Prozess könnten Verbesserungen schneller eingepflegt werden. Zusätzlich bietet sie inoffizielle Tests für neue Geräte und Host Controller an, um sicherzustellen, dass diese unter Linux laufen. Hierfür nennt sie ihre E-Mail-Kontaktadresse bei Intel.
Microsoft plant die Unterstützung von USB 3.0 für die kommende Version des Betriebssystems, Windows 7. Laut dem Vorsitzenden der Arbeitsgruppe USB-IF, Jeff Cravencraft, sollen erste USB-3.0-Geräte Mitte 2009 auf den Markt kommen. Eine ausführliche Dokumentation zu USB 3.0 findet sich auf der Projektseite






Der Standard für USB 2.0 ist nicht 480 Megabyte, sondern 480 Megabit/s. Das ist ein Unterschied!
Danke, wurde korrigiert.