Nur einen Monat nach der Veröffentlichung von Ubuntu 8.10 gibt es nun bereits eine erste Alpha von Ubuntu 9.04. Die nächste Version der Distribution soll schneller booten, weniger Strom ziehen, mehr Webdienste integrieren und eine Backup-Lösung mitbringen. Nach dem Steinbock entschieden sich die Ubuntu-Macher diesmal für den Namen eines Fabelwesens: Der “Jaunty Jackalope” (flotter Jackalope) ist eine Art Hase mit Geweih, der dem bayerischen Wolpertinger ähnelt und im nordamerikanischen Nordwesten leben soll.
Fabelhaft klingen auch die Pläne der Entwickler für die neue Version: Ubuntu 9.04 soll deutlich schneller booten. Das trägt der Tatsache Rechnung, dass es auf immer mehr Netbooks und mobilen Geräten mit begrenzten Hardware-Ressourcen zum Einsatz kommt. Vielleicht beeinflusste auch ein Benchmark von Phoronix die Entscheidung. Der zeigte, dass Ubuntu 8.04 langsamer bootet als der direkte Vorgänger.
Im gleichen Zug will man die Netbook-Remix-Pakete in das Repository übernehmen. Dabei handelt es um eine spezielle Ubuntu-Variante, die dank eines vom Moblin-Projekt angepassten Desktops optimal auf Geräten mit kleinen Displays läuft. Ein weiteres Ziel besteht darin, mehr Webdienste in Desktop-Anwendungen zu integrieren. Momentan unterstützt Totem bereits YouTube-Videos und Banshee integriert die Radiostationen von Last.fm. Offenbar wollen die Ubuntu-Macher diesen Trend ausbauen.
Warum ein verbessertes Powermanagement erst jetzt auf der Agenda steht, verwundert ein wenig – die meisten der nun anvisierten Features hätten die Ubuntu-Entwickler bereits umsetzen können, als das Thema Stromsparen aktuell war – also etwa vor anderthalb Jahren. Nun soll also das WLAN deaktiviert werden, wenn eine Kabelverbindung ins Netz besteht. Ein Stromsparmodus soll den Energieverbrauch von USB-Ports reduzieren und die Distribution soll die Anweder auffordern, WiFi und Bluetooth abzuschalten, wenn sie diese nicht nutzen.
Last but not least will man in Ubuntu 9.04 eine integrierte Backup-Lösung einbauen. Das Sichern von Daten scheint ein wenig beliebtes Thema zu sein, denn es gibt bisher noch keine konkreten Vorschläge, welche der zahlreichen Lösungen sich in diesem Bereich durchsetzen wird. Timevault scheint jedoch ein guter Kandidat zu sein.
Wer die Alpha testen will, findet hier ISO-Images für 32-Bit- und 64-Bit-Systeme. Derselbe Server stellt auch Images für Kubuntu, Xubuntu und Ubuntu Studio zur Verfügung. Aber Vorsicht: Zum Produktiveinsatz eignen sich diese Frühversionen noch nicht!






Ich hätte eine Anregung an die Entwickler der 9.04er Version. Vielleicht wäre es möglich den bereits bei 8.10 vorhandenen Gastzugang direkt ins Startmenü zu verschieben. Bei der jetzigen Version muß der PC leider von irgendeinem angemeldeten Benutzer hochgefahren werden und dieser kann dann den Gastzugang zur Verfügung stellen. Für öffentliche PC’s in Schulen oder Internetcafes wäre ein entsprechend eingeschränkter Gastzugang im Startmenü optimal. Die Zugriffsmöglichkeiten müßten so eingeschränkt werden dass der Gast nur auf’s Internet die wichtigsten Anwendungsprogramme und auf den usb stick Zugriff hat. Sämtliche Veränderungen während der Sitzung sollten danach wieder auf die Grundkonfiguration zurückgestellt werden, wie ja… Mehr »
Hi Herbert,
Ich weiß nicht, wieviele Ubuntu-Entwickler diese Webseite regelmäßig besuchen. Aber vermutlich hast Du mehr Chancen, wenn Du hier [1] einen Bug-Report absetzt. Ich weiß nicht, ob das auch auf Deutsch geht, aber vermutlich findet sich ein Ubuntu-Entwickler, der Deine Anfrage übersetzt.
Viele Grüße
Kristian Kißling
[1] https://bugs.launchpad.net/ubuntu