Zum ersten Mal hat die British Educational Communications and Technology Agency (Becta), Großbritanniens Schulbehörde, ein Open-Source-Unternehmen auf die Liste der Lieferanten für Software und IT-Dienstleistungen gesetzt.
Gleichfalls erstmals hat die Behörde für die Lieferantenliste mit dem British Office for Government Commerce (OGC) gemeinsam eine Rahmenvereinbarung für Software für Bildungseinrichtungen (Software for Educational Institutions Framework) erarbeitet, die ab Oktober die bisherigen Lizenzrichtlinien ablösen soll. Auf dieser Liste findet sich neben 11 anderen auch das Unternehmen Sirius, ein britischer Open-Source-Dienstleister. Mit den hier genannten Firmen wird die Becta Rahmenvereinbarungen schließen. Britische Schulen sollen sich in den kommenden vier Jahren an der Liste orientieren. Das Einkaufsvolumen beziffert sich auf rund 80 Millionen britische Pfund, umgerechnet rund 100 Millionen Euro. Von den Einkaufsempfehlungen verspricht sich die Behörde “erhebliche Einsparungen gegenüber der Ad-hoc-Beschaffung”.
Das britische Nachrichtenmagazin The Inquirer bezeichnete die neue Becta-Lieferantenliste als “historischen Durchbruch für Open Source”. Mark Taylor, der Präsident von Sirius, bestätigt diese Einschätzung. So lange kein Open-Source-Unternehmen auf der Liste gewesen sei, hätten Bildungseinrichtungen gezögert, diese Technologie einzusetzen. Taylor führt aus: “Es gibt einen starken Druck auf Schulen und regionale Regierungen, ihre Einkäufe gemäß diesen Rahmenvereinbarungen zu beschaffen.”
Die britische Schulbehörde zeigt sich zunehmend Microsoft-skeptisch: Zu Jahresanfang hatte die Becta den Schulen in Großbritannien bereits davon abgeraten, auf Windows Vista zu migrieren. Auch nach der Zertifizierung des Microsoft-Dateiformats OOXML durch die ISO hatte die Behörde vom Einsatz abgeraten und stattdessen den freien Dokumentstandard ODF empfohlen.




