Nach der Übernahme von Linspire (ehemals Lindows) durch Xandros war es nur eine Frage der Zeit, bis Xandros die kommerzielle Distribution einstellte. Jetzt ist es soweit.
Laut einem Artikel auf Linux.com hat Xandros-Chef Andreas Typaldos offiziell bestätigt, dass seine Firma den Vertrieb und die Entwicklung von Linspire einstellt. Bereits anfangs der Woche gab Xandros bekannt, dass es für die freie Version von Linspire (Freespire) in Zukunft Debian als Basis nehmen werde, nicht mehr Ubuntu wie bisher.
Das Aus von Linspire kommt nicht ganz unerwartet: in vielen Bereichen verhält sich Linspire als direkter Konkurrent zu Xandros. So bringen beide Distributionen durch ein Abkommen mit Microsoft Plug-Ins mit, um Windows-Media-Dateien abzuspielen und beide haben in erster Line zahlende Kunden als Zielgruppe. Xandros basiert jedoch auf Debian, Linspire auf Ubuntu. Die Firma hätte demnach zwei Distributionskerne supporten müssen, wenn Sie trotz der Umstellung von Freespire zu Debian, Linspire weiterhin unterstützt hätte. Dennoch erklärte Typaldos im Juli nach der Übernahme noch, dass Xandros beide Produktlinien fortführen werde.
Ob Xandros den noch von Lindows ins Leben gerufene Click’n’Run-Shop übernehmen und weiterpflegen will, steht noch nicht fest. “[…] the CNR client will probably show up in Xandros.”, meinte Typaldos gegenüber Linux.com.
Mit der Entscheidung setzt Xandros in Zukunft auf eine ähnliche Produktpalette wie Red Hat und Novell: das auf Debian Lenny basierende Freespire als Community-Distribution und das auf Freespire basierende Xandros Desktop Professional. Die Freespire-Community ist allerdings deutlich kleiner als die Fedora- oder OpenSuse-Fangemeinde. Die Linspire-Übernahme dürfte Xandros deshalb in erster Linie mehr zahlende Kunden bescheren, keine größere Community.




