Wie der frühere Linspire-Chef Kevin Carmony in seinem Blog berichtet, soll der Linux-Distributor Xandros die wesentlichen Unternehmensbestandteile von Linspire gekauft haben. Er als Linspire-Aktionär sei vorher nicht informiert worden, schimpft Carmony.
Der ehemalige Linspire-Chef veröffentlicht in seinem Blog ein Memorandum, mit dem er über den Verkauf der „wesentlichen Aktivposten“ der Firma an ein Tochterunternehmen von Xandros unterrichtet worden sei. Hiernach haben sich die Anteilseigner auf den Verkauf aller „Linspire-Bestandteile, die der Entwicklung, Marketing, Verkauf und Distribution des Linux-basierten Betriebssystems und anderer Linux-basierter Produkte und Applikationen zugeordnet sind“ geeinigt. Auch Carmony hält Linspire-Aktien. In seinem Blog ärgert er sich über seinen Nachfolger und schreibt: „In klassischer Michael-Robertson-Manier hat er wieder einmal die rund 100 Anteilseigner von Linspire völlig missachtet, indem er diesen Deal durchzog ohne eine Aktionärsversammlung abzuhalten.“
Seit seinem Weggang vom Unternehmen im August 2007 hatte Carmony immer wieder öffentlich Kritik an dem neuen Linspire-CEO Michael Robertson geübt und ihm vorgeworfen, nicht im Interesse des Unternehmens zu handeln.
Weder von Linspire noch von Xandros gibt es bislang nähere Informationen zu dem Handel. Dem Memorandum ist zu entnehmen, dass der Rest des Unternehmens seinen Firmennamen ändern muss : „Als Teil der Transaktion, ist das Unternehmen verpflichtet, seinen Unternehmensnamen zu ändern, und die Anteilseigener haben sich auf die Änderung des Firmennamens in Digital Cornerstone geeinigt.“ Diese Vereinbarung lässt vermuten, dass Xandros das Linux-Betriebssystem Linspire mit dem Software-Warenhaus „Click’n’Run“ vorerst unter dem bisherigen Namen weiter betreiben wird.




