Dass jemand auf seinem Laptop ein Dateisystem benutzt, hat kaum Nachrichtenwert. Wenn es sich dabei um Ted Tso handelt und das Dateisystem Ext4 heißt, sieht das schon etwas anders aus. Bisher befindet sich das Dateisystem noch in der Entwicklung und ein bisher unbekannter Fehler könnte schnell das komplette System ruinieren.
Tso betrachtet die aktuelle Version mit den letzten Ext4-Patches aus dem e2fsprogs-Git offensichtlich als stabil genug für den produktiven Einsatz auf seinem Notebook. Tatsächlich hat der Kernel-Hacker, der Teil an der Entwicklung von Ext4 hat, bisher lediglich einen unkritischen Bug gefunden. Dennoch, so Tso in seinem Blog, erhöhe er vorsichtshalber die Anzahl seiner Backups ein wenig. Zugleich bedankte er sich bei anderen Ext4-Testern für die eingereichten Fehlermeldungen.
Der Entwickler will Ext4 nun ein paar Wochen in seiner Produktivumgebung einsetzen und das Dateisystem, sobald er keine kritischen Bugs mehr findet, anderen für den Einsatz in ihren Produktivsystemen empfehlen. Er hofft zudem, dass die aktuellen Ext4-Patches Eingang in den Kernel 2.6.27 finden und Ext4 sein Testpublikum damit wesentlich erweitert.
Ext4 unterstützt zukünftig Partitionen mit mehr als 16 Terabyte, erzeugt weniger Datenüberhang beim Zugriff auf den Arbeitsspeicher, bei allgemeinen Transaktionen und E/A-Prozessen und kommt besser mit kaputten Festplatten klar. Zudem hebt Ext4 das Limit von 32.000 Unterverzeichnissen auf, erzeugt Timestamps im Nanosekundenbereich und beschleunigt Festplatten-Checks mit mke2fs und e2fsck. Nicht zuletzt arbeitet es mit den aktivierten extents deutlich performanter als Vorgänger Ext3. Alte Ext3-Partititionen lassen sich ohne Formatieren in Ext4-Partitionen verwandeln.




