Bevor Steve Ballmer seinen Vortrag an der Corvinus-Universität in Budapest (Ungarn) beginnen konnte, musst er sich zunächst hinter dem Pult vor drei Eiern in Sicherheit bringen.
Der Student, der ein T-Shirt mit der Aufschrift Microsoft = Corruption trug, sagte während seiner Aktion, dass Microsoft dem ungarischen Staat 25 Milliarden Forint (ca. 100 Millionen Euro) gestohlen habe und forderte das Geld zurück. Er spielt dabei auf den Rahmenvertrag zwischen dem Staat und Microsoft an, der die Regierung und zahlreiche staatlichen Organe mit Software abdeckt. Ein Video der Aktion ist inzwischen auf mehreren Sites zu finden, das Original stammt von [1].
Dass die Aktion gerade jetzt stattfand, ist nicht ganz zufällig: Das ungarische Wettbewerbsamt (GVH) reichte eine Klage gegen den Staat ein, weil die Ausschreibung für den Rahmenvertrag mit Microsoft nicht korrekt war. Eine erste Verhandlung in diesem Prozess war für gestern angesetzt, genau dem Tag des Ballmer-Besuches. Sie wurde dann aber unter dubiösen Umständen verschoben. Gegen diesen Umstand protestierten gestern auch zahlreiche Nutzer in ungarischen Foren.
Seit Jahren versuchen mehrere zivile Organisationen mehr freie Software in die Regierung zu bringen, scheitern aber in der Regel daran, dass der Rahmenvertrag bereits weite Softwarebereiche abdeckt.





Bei einigen Verträgen mit MS gibt es das “Heimnutzungsrecht für ausgewählte Produkte” und “Heimnutzungsrecht für alle enthaltenen Produkte für alle Mitarbeiter”. Bei den Produkten gibt es welche, die die Mitarbeiter von Firmen oder Behörden Aufgrund des Vertrages über die Vertragsdauer hinaus, während der Vertragsdauer verbilligt erwerben oder nur während der Vertragsdauer benutzen kann. Dazu können je nach Vertrag das Betriebssystem, Office Anwendungen und sonstige Programme gehören. Gerade letztere zwei Fälle sind problematisch im Hinblick auf die Beeinflussung von Entscheidungen in der Zukunft. Sollte der Vertrag nicht verlängert werden, muss sich die IT-Abteilung in Firmen/Behörden den Unmut der Kollegen über sich… Mehr »