Hans Reiser schuldig gesprochen

Hans Reiser schuldig gesprochen

Ein kalifornisches Gericht in Oakland befand den Programmierer und Erfinder des ReiserFS-Dateisystems gestern schuldig an der Ermordung seiner getrennt lebenden Frau Nina Reiser im Jahr 2006. Reiser steht nun eine Gefängnisstrafe von 25 Jahren aufwärts bevor, die Verkündung des konkreten Strafmaßes wird in Kürze erwartet.

Reiser konnte – wohl auch aufgrund seiner exzentrischen Auftritte – den Geschworenen nicht glaubhaft erklären, warum er einen Sitz aus seinem Wagen entfernt hatte, warum Wasser dessen Boden bedeckte und warum er zwei Bücher mit den Titeln “Homicide: A Year on the Killing Streets” und “Masterpieces of Murder” kaufte. Sein Verteidiger scheiterte daran, Reiser als “missverstandenen Nerd” hinzustellen, wie Wired schreibt. Reiser erleichterte ihm die Sache offensichtlich nicht, indem er seinen eigenen Anwalt öfters unterbrach und sich selbst verteidigte. Vor allem die detaillierten und umständlichen, zum Teil merkwürdigen Erklärungen für jeden einzelnen Vorwurf, wirkte auf die Geschworenen offensichtlich wenig überzeugend.

Sean Sturgeon, ein ehemaliger Freund von Reiser, mit dem Reisers Frau Nina eine Affäre gehabt haben soll, spielte keine Rolle in dem Prozess. Er hatte zugegeben, acht Menschen getötet zu haben – sein Geständnis bekamen die Geschworenen allerdings nicht zu hören. Der Ankläger konzentrierte sich darauf, Entlastungszeugen für Nina Reiser zu präsentieren und zugleich die Glaubwürdigkeit Hans Reisers zu erschüttern. Abgesehen von Blutspuren auf einem Kissen im Haus fehlen von der Ermordeten nach wie vor beweiskräftige Spuren. Hans Reiser hatte im Verlaufe des Prozesses behauptet, seine Frau sei heimlich nach Russland geflohen.

Das Urteil wirkt sich auch indirekt auf die Linux-Community aus, denn was aus Reisers ehemaliger Firma Namesys wird, ist momentan ungewiss. Sie entwickelt Reiser4, ein neues Filesystem, das in Konkurrenz zu Ext in den Kernel einfließen soll. Laut ZDNet sendet der ehemalige Mitarbeiter von Namsys, Edward Shishkin, zwar weiter Reiser4-Patches an die Kernel-Entwickler, fragt sich aber, wie lange das Projekt ohne Hauptentwickler Hans Reiser überleben kann.

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Mister Transistor
17 Jahre her

Hi,

Reiser hat gestanden und die Behörden zu den Überresten von Nina Reiser geführt:

http://blog.wired.com/27bstroke6/hans_reiser_trial/index.html

Ciao,

Mr. T.

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