Nach sieben Monaten Entwicklung ist die hochportable, distributionsunabhängige Paketverwaltung RPM 5.0.0 erschienen. Das ursprünglich von Red Hat entwickelte Paketmanagement-System wird seit dem Frühjahr 2007 von einem Projekt-Team in Zusammenarbeit mit OpenPKG überarbeitet. Dabei wurden große Teile des Codes neu geschrieben bzw. aktualisiert. Die auf Automake, Autoconf und Libtool basierende Build-Umgebung wurde von Grund auf neu programmiert. Fremde Bibliotheken von Drittanbietern lassen sich nun problemlos extern verlinken. Die Unterstützung für die veralteten RPMRC-Dateien fällt weg, die Konfiguration erfolgt komplett über RPM-Makros.
Der RPM-Code lässt sich jetzt mit fast allen C-Compilern, darunter GNU GCC, Sun Studio und Intel C/C++, auf den meisten Plattformen wie BSD, Linux, Solaris, Mac OS X und Windows/Cygwin übersetzen. Neben der Komprimierung mit LZMA unterstützt RPM jetzt auch das XML-Archiv-Datei-Format (XAR). Auf der Strecke bleibt indes der Support für das alte RPMv3-Format. Er fällt der Vereinfachung und Bereinigung des Codes zum Opfer. Pakete im RPMv4-Format unterstützt die Software jedoch weiterhin.
Neue Features für Paket-Spezifikationen (Spec-Dateien) kommen hinzu, darunter neue Tags und Sektionen. Alle Änderungen und Neuerungen offenbart die offizielle Mitteilung.
Das Kommandozeilentool RPM wurde 1997 von Erik Troan und Marc Ewing unter dem Namen “Red Hat Package Manager” entwickelt und danach in “RPM Package Manager” umbenannt. Später wurde die Paketverwaltung auch von anderen Distributionen und Plattformen wie Suse, Mandriva und AIX übernommen und die Entwicklung von der Gemeinschaft fortgeführt. Ob sich RPM 5.0 durchsetzt, steht noch in Frage: Weder Red Hat noch Novell unterstützen das Projekt. Sie entwickeln stattdessen ihre eigene Version des Paketmanagers weiter. Der Quelltext von RPM 5.0 lässt sich über die Projekt-Webseite herunterladen.




