Vielleicht wird aus der Release von KDE 4.0 doch noch etwas: Nach dem ganz und gar nicht positiven Fazit zum ersten Veröffentlichungskandidaten Mitte November, waren wir sehr gespannt auf den Nachfolger RC2. Der wanderte in zwei Varianten auf die Rohlinge: Als Suse-Live-Version “KDE Four Live” und in Form von Kubuntu als KDE 4.0 RC2.
Zunächst schauten wir uns Kubuntu an: Nach dem angenehm schnellen Start stießen wir im Startmenü noch immer auf viele Fragezeichen anstatt auf hübsche Symbole. Der neue Desktop Plasma ließ sich zwar besser einrichten als im letzten Test, doch stürzten die Desktop-Applets mehrfach ab und ließen mitunter das ganze System einfrieren. Den KPDF-Nachfolger Okular suchten wir vergebens. Der Konqueror verhielt sich gelinde gesagt komisch, wenn er denn überhaupt starten wollte: Er ließ sich nur über die Kommandozeile zum Start überreden, der Aufruf aus dem Menü heraus schlug fehl. Da auch Gwenview und Amarok in der neuen Version nur durch Abwesenheit glänzten, fiel das erste Zwischenfazit entsprechend düster aus: Im Vergleich zur letzten Version zeigt KDE4 RC2 unter Ubuntu zwar ein paar Verbesserungen, ist aber von der “Serienreife” weit entfernt.
Ein vorschnelles Urteil, denn nun kam die “KDE Four Live”-CD zum Zug. Hier dauerte der Start ein wenig länger. KDE 4 überraschte dann aber mit einem fast vollständig bebilderten Startmenü und der versprochenen Anwendungsvielfalt. Alle Anwendungen, die in Kubuntu noch fehlten – etwa Okular, Amarok, das neue KOffice und Kontact – waren vorhanden und funktionierten im Großen und Ganzen zufriedenstellend. Doch auch hier lief nicht alles völlig reibungslos: Der Konqueror renderte nicht alle Webseiten wie gewünscht und verabschiedete sich ab und an grußlos. Auch andere Anwendungen crashten hin und wieder – bis zum Final Release gibt es noch was zu tun.
Trotz einiger Macken verdient Release Candidate 2 letztlich aber ein deutlich besseres Zeugnis als das im November begutachtete System. Halten die KDE-Entwickler das vorgelegte Tempo aufrecht, bereinigen sie fehlerhafte Bereiche, ergänzen sie fehlende Applikationen wie Raptor und stabilisieren sie die gesamte Desktopumgebung, darf man auf einen glücklichen – wenn auch verspäteten – Start im Januar hoffen.







