In einer beschleunigten Welt voller negativer Schlagzeilen, Unsicherheit und bedrohlicher Entwicklungen findet Carina Schipper Reuß, dass es Zeit ist, ein Loblied auf die Open-Source-Gemeinde, deren Zusammenhalt und erfolgreiche Veranstaltungen zu singen.
Alle Jahre wieder, genauer gesagt im März, gibt es ein Wochenende, an dem für mich sprichwörtlich Weihnachten und Ostern zusammenfallen: an ihm finden die Chemnitzer Linux-Tage statt. Die deutschlandweit größte Linux- und Open-Source-Konferenz ist unser heißer Draht in die Community. Von Jahr zu Jahr wachsen die CLT, und die TU Chemnitz erreicht langsam aber sicher die Grenzen ihrer räumlichen Kapazität. Das Organisationsteam leistet dennoch hervorragende Arbeit. Tausende Besucher strömen durchs Gebäude und in die zahlreichen Vorträge. Überall weht der Open-Source-Geist, es fühlt sich nach großem Klassentreffen an, mit alten Bekannten und neuen Leuten.
In diesem Jahr waren wir als Redaktion (Abbildung 1) nicht nur live dabei, sondern mit einem stark frequentierten Stand mitten drin im Geschehen. Es war mir ein wahres Vergnügen, mich mit den Menschen über allerlei spannende Themen auszutauschen – schließlich spielt die Community für unsere Arbeit eine zentrale Rolle. Mit unseren Magazinen stellen wir uns in ihren Dienst, kuratieren und teilen Wissen. Deswegen sind wir auf Events wie die CLT und auf das Feedback der Leserschaft angewiesen.

Abbildung 1: Marius Quabeck (links), Tim Schürmann (rechts) und ich führten zahlreiche spannende Gespräche am Stand.
Motivationsschub
Als Redakteurin verbringe ich einen Großteil meiner Arbeitszeit als Schreibtischtäterin. Viel zu selten schaffe ich es auf Veranstaltungen. Artikel wollen geschrieben oder redigiert werden; es gilt, Prozesse am Laufen zu halten und Hefte zu produzieren. Angesichts der Alltagshektik rutschen Besuche auf Konferenzen auf der Prioritätenliste immer weiter nach hinten. Dabei erfüllen Sie für mich persönlich eine wichtige Funktion: Die direkte Interaktion mit den Menschen motiviert und stiftet Sinn. Sie erinnert mich daran, warum ich tue, was ich tue.
Besonders berührt und bestärkt hat mich die Reaktion auf unseren Vortrag “Richtig schlecht über Technik schreiben” [1]. Zusammen mit Tim Schürmann gab ich einem überwältigend großen Live-Publikum Einblicke in den Maschinenraum der Textproduktion. Nicht einmal im Traum hatte ich damit gerechnet, dass unser Thema auf derart großes Interesse stößt. Fürs nächste Jahr reichen wir jedenfalls wieder einen Vortrag bei den CLT ein. Wenn Ihnen also Fragen an die Redaktion, über Arbeit oder das Schreiben eigener Artikel unter den Nägeln brennen, dann melden Sie sich bei uns. Wir geloben, spätestens auf den CLT 2027 Antworten zu liefern.
Herzliche Grüße,

Carina Schipper Reuß
Stellv. Chefredakteurin, Strategy & Operations
Infos
- “Richtig schlecht über Technik schreiben” (Video): https://media.ccc.de/v/clt26-220-richtig-schlecht-uber-technik-schreiben





