Alle Schüler Mazedoniens bekommen Computerzugang. Die Linux-Variante Edubuntu und die Virtualisierungstechnologie von Ncomputing kommen zum Einsatz. Grundlage hierfür liefert das Programm “Computer für jedes Kind” des mazedonischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft. Die 180.000 Schulcomputer für die Schüler des Landes setzen sich zusammen aus 20.000 PCs mit Ubuntu-Linux und Software von NComputing und 160.000 virtuellen Rechnern, die sich die Rechenleistung der physikalischen PCs teilen und nur die Peripheriegeräte brauchen. Die Technologie des kalifornischen Unternehmens NComputing macht es möglich. Als eine Mischung aus Virtualisierung und Server-basiertem Computing ähnelt das ganze dem Thin-Client-Prinzip. NComputing liefert hierzu eine Virtualisierungssoftware verbunden mit einer preiswerten Hardware-Lösung, und nennt das Konzept X-Serie. Hierbei wird eine X300-PCI-Karte in den PCI-Schacht eines Rechners gesteckt. Drei RJ45-Ports verbinden die Station jeweils mit einem X300-Access-Terminal, der wiederum zu Standard-Peripherie wie Tastatur, Bildschirm und Maus verbindet. Ein zweiter X300 kann mit dem gleichen PC verbunden werden, so dass bis zu sieben Studenten (einer auf dem Host-PC, drei auf jedem der X300-PCI-Karten-Rechner) einen Rechner teilen. Der Hersteller bezeichnet dieses Projekt in seiner Presseerklärung als “größten bekannten Thin-Client und Linux-Einsatz”.
Der Anschaffung des mazedonischen Bildungsministerium sind laut NComputing vergleichende Tests vorausgegangen. Das Unternehmen zitiert den mazedonischen Minister für Informationsgesellschaft Ivo Ivanovski mit dem Ergebnis, dass die Kombination aus Linux und ThinClient-Virtualisierung weniger als die Hälfte koste als jede andere Variante, die so genannten 100-Dollar-Laptops inbegriffen. “Dieses Projekt wäre vor fünf Jahren nicht möglich gewesen”, sagt Ivanovsi, und weiter: “Die günstigsten Desktop-PCs heutzutage sind so leistungsstark, dass wir weniger als zehn Prozent ihrer Kapazität nutzen. Die Ncomputing-Technologie bringt die verschwendete Leisung zum Arbeiten.” Das Projekt hält er für das größte und wichtigste Bildungsprojekt in der fünfzehnjährigen Geschichte des Staates mit dem Ziel, eine Wissensgesellschaft aufzubauen. Ncomputing nennt als weitere wichtige Argumente für seine Technologie die niedrigen Wartungs- und Aktualisierungskosten. Gleichzeitig betont der Hersteller die hiermit verbundene Energieeinsparung: Die Zugangsrechner (Access Terminals) benötigen laut Herstellerangaben nur zwischen einem und fünf Watt pro Anwender. Da in Ländern wie Mazedonien auch die Stromversorgung häufig Schwankungen unterliege, sei dies ein weiterer wichtiger Faktor für die Wahl des Systems. Schulungen sollen weder für Mitarbeiter noch Endanwender nötig sein, glaubt man NComputing. Die Kosten pro Arbeitsplatz gibt der Hersteller mit rund 70 US-Dollar an.
Die PCs werden von dem chinesischen Hardware-Hersteller Haier geliefert und installiert. Das Projekt beinhaltet eine Reihe spezieller Software für den Bildungseinsatz. Als Betriebssystem läuft auf den Rechner Edubuntu 7.04, eine für den Schuleinsatz angepasste Version des freien Betriebssystems Ubuntu. 7000 Computer mit Ubuntu Linux sind bereits verschifft, weitere 13.000 sollen in Kürze folgen.




