Fedora Core 8: Der Werwolf ist da

Fedora Core 8: Der Werwolf ist da

Die Linux-Distribution Fedora Core steht seit heute offiziell in Version 8 (Codename „Werewolf“) zum Download bereit. Der etwas gespenstisch anmutende Name steht vermutlich in Beziehung zu Fedora Core 7, das „Moonshine“ hieß. Fedora Core ist ein Abkömmling der Red-Hat-Distribution: Das Unternehmen Red Hat initiierte das Community-Projekt Fedora Core im Jahr 2003.

Für den Endverbraucher bringt FC8 eine ganze Reihe von Neuerungen mit. Dank PulseAudio können die Benutzer die Lautstärke für einzelne Anwendungen individuell festlegen, was etwa beim Klingeln von VoIP-Software Sinn macht. Das leidige Problem der Codec-Unterstützung löst FC8 mit dem Codec-Buddy: Zwar verzichtet Fedora nach wie vor auf umstrittene Codecs, zeigt aber Ressourcen, die sie ausliefern. Drucker richtet die Distribution automatisch ein und unterstützt sie zumindest mit einem simplen Treiber.

Sicherheit und Web 2.0

Etwas experimenteller ist ein Paket namens Online-Desktop, das man über den Paketmanager installiert: Es baut eine Schnittstelle ins Internet auf, um den Nutzern Anwendungen und soziale Netzwerke komfortabel zugänglich zu machen, die auf Servern im Netz laufen. Den Zugang zu drahtlosen Netzwerken erleichtert die überarbeitete Version 0.7 des Network-Manager. Auch Bluetooth kann der Anwender dank der grafischen Tools Gnokii und des Gnome-Phone-Managers einfacher nutzen und dadurch sein Handy umstandsloser synchronisieren. Eine clevere Idee ist Transifex: Eine einfache Oberfläche zum Versenden von übersetzen Texten an Repositories verwandelt die Nutzer gleich in Übersetzer.

Fedora Core 8 bringt nicht nur optische Neuerungen mit.

Auch in puncto Sicherheit wartet die neue Distribution mit einigen Änderungen auf: Die mitgelieferte Firewall lässt sich dank des grafischen Tools System-config-firewall einfacher bedienen. PolicyKit erlaubt es, Privilegien gezielt auf die verschiedenen Anwendungen zu verteilen. Über den Virt-manager lassen sich mehrere entfernte Server bequem und sicher über SSL/TLS-Verschlüsselung und x509-Zertifikate zur Authentifizierung betreiben.

Das Auge isst mit

Auch für’s Auge bringt FC8 etwas mit: Nicht nur beglückt die Distribution Anwender mit einem neuen Look and Feel, auch die 3D-Effekte von Compiz sind bei Gnome und KDE standardmäßig mit an Bord. Sie lassen sich über „Einstellungen/Desktop-Effekte“ aktivieren. Für Freunde der Compiz-Beryl-Reunion bietet FC8 die Effekte von Compiz Fusion in seinem Repository zum Download an.

Energiesparen spielt im mobilen Computing eine nicht unwichtige Rolle: Der FC8-Kernel spart durch das Tickless-Kernel-Feature Energie, sorgt für effizientes Power Management und eine verbesserte Suspend-Funktion. Mit Powertop hat FC8 zudem eine Software dabei, die Energieverschwender aufspürt — die Notebook-Batterien danken.

Ähnliche wie Ubuntu finden Fedora-Nutzer mit den so genannten Custom Spins nun eigene Fedora-Ableger, die bestimmte Schwerpunkte bedienen: Die Live-DVD Fedora Games Spin bringt für Spieler zahlreiche 3D-Shooter wie Nexuiz und Quake 3 mit, wartet aber auch mit Klassikern wie Freeciv oder Nethack auf. Zwei weitere Spins richten sich an Entwickler (mit IDEs und Build-Tools) und Elektronikbastler (mit Software, um etwa Schaltkreise zu simulieren). Weitere Änderungen listet ein eigenes Wiki zur neuen Release auf.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben