Der Mordprozess um Hans Reiser beginnt

Der Mordprozess um Hans Reiser beginnt

Ein Mordprozess ohne Leiche, ein Ex-Geliebter, der acht Morde gesteht: Der heute beginnende Prozess um den ReiserFS-Entwickler Hans Reiser vor einem Gericht in Oakland wirft Fragen auf.

Anfangs schien alles recht klar: Die aus Russland stammende Nina Reiser lebte seit 2004 getrennt von ihrem Mann Hans. Als sie am 3. September 2006 die Kinder bei ihm absetzte und danach spurlos verschwand, nahm die Polizei den Entwickler einen Monat später unter Mordverdacht fest.

Hans Reiser sitzt seitdem in Untersuchungshaft und beteuert seine Unschuld. Die Ermittler erfuhren bei ihren anschließenden Untersuchungen von Drohungen Hans Reisers gegenüber seiner Frau. In seinem Auto fanden sie Spuren ihres Blutes und bis heute fehlt der Beifahrersitz seines Wagens. Nicht zuletzt kaufte Reiser nach Ninas Verschwinden laut Francisco Chronicle zwei Bücher mit den aufschlussreichen Titeln “Homicide: A Year on the Killing Streets” und “Masterpieces of Murder” – die Indizien sprechen also eher gegen den Programmierer.

Eine Aussage von Sean Sturgeon, einem ehemaligen Geliebten von Nina Reiser mit angeblich sadomasochistischen Vorlieben, gibt dem Fall jedoch eine neue Wendung. Im März 2007 gestand Sturgeon überraschend, acht Menschen ermordet zu haben.

Die Morde haben mit dem Fall Reiser nichts zu tun und Sturgeon bestreitet, Nina Reiser ermordet zu haben. Allerdings gab es bereits vor dem Geständnis Vorwürfe Reisers gegenüber Sturgeon. Welche Rolle das Geständnis in dem Fall spielen wird und wie schwer die Indizien gegen Hans Reiser wiegen, wird sich im Laufe des nun beginnenden Prozesses zeigen. Bis zum Januar soll eine Jury aus sieben Männern und fünf Frauen über Reisers Schicksal entscheiden. Der Verteidiger William Du Bois besteht jedenfalls auf Reisers Unschuld: Er stellt die Vermutung auf, Nina lebe noch und halte sich an einem geheimen Ort in Russland auf.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
3 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
A. Kneib
18 Jahre her

Huch, als ich den Titel dieser Meldung las, dachte ich zuerst, es ginge um ReiserFS als Tatmotiv, und Reiser hätte einen Kernel-Entwickler umgelegt (oder umgedreht).

Und so ein Beifahrersitz findet sich bestimmt wieder an, bei Reiser…ähh…FS geht nichts verloren…ähh.. sollte nichts verloren gehen…

Christopher Schwan
18 Jahre her
Reply to  A. Kneib

Das war ein Schuss in den Ofen.

Benjamin Quest
18 Jahre her
Reply to  A. Kneib

Also mal ganz ehrlich, was hat die Originalmeldung hier zu suchen? Werden demnächst auch Fotos vom frischgebackenen Nachwuchs von namhaften Kernelenwicklern veröffentlicht?

Kommentator 1: Ganz abgesehen von der Deplatziertheit der Originalmeldung ist der gemeint-witzige Kommentar à la stotternder Stoiber nochmal deplatziert.

Nach oben