Wer über das Netzwerk auf einen anderen Rechner zugreifen muss, findet in TigerVNC und FreeRDP geeignete Helfer. Beide Tools liegen in neuen Versionen vor, die jeweils größere Änderungen mitbringen. Das gilt insbesondere für TigerVNC.
TigerVNC 1.16.0 enthält einen neuen Server namens „w0vncserver“, der Wayland-Desktops an die Clients schickt. Anwender müssen sich allerdings noch auf ein paar Einschränkungen einrichten. Dem entsprechenden Merge-Request zufolge bietet „w0vncserver“ unter anderem noch keine Zwischenablage und kann noch nicht mit mehreren Monitoren umgehen. Darüber hinaus nutzt der Server die Schnittstellen beziehungsweise Portale „org.freedesktop.portal.RemoteDesktop“ und „org.freedesktop.portal.ScreenCast“, die derzeit im Wesentlichen nur GNOME und KDE Plasma unterstützen.
Die übrigen großen Modifikationen von TigerVNC betreffen die Viewer: Im nativ laufenden Viewer hat sich das Team vor allem die Tastatur vorgeknöpft. So schickt der Viewer selbst im Fenstermodus Tastenkombinationen, die das System betreffen (wie etwa [Strg]+[Alt]+[Entf]). Des Weiteren haben die Entwickler dem Viewer ein neues Tastenkürzelsystem spendiert. Das ersetzt unter anderem den F8-Shortcut und erlaubt ein einfacheres Umschalten in den Vollbildmodus. Der native Viewer reagiert zudem etwas reaktionsfreudiger, wenn man die Fenstergröße ändert und bietet ein neues Server-Feld mit einer durchsuchbaren History. Im Java-Viewer lässt sich schließlich noch die Sitzung feiner skalieren.
Pakete von TigerVNC gibt es erstmals für Red Hat Enterprise Linux 10, im Gegenzug stellt das Team keine mehr für Ubuntu 20.04 und Red Hat Enterprise Linux 7 bereit.
FreeRDP 3.22.0 bringt einen komplett überarbeiteten SDL-Client mit. Dabei haben die Entwickler im Wesentlichen unter der Haube einmal feucht durchgewischt und in diesem Zug gleich noch die Unterstützung von HiDPI-Inhalten verbessert. Darüber hinaus schließt die Version 3.22.0 zahlreiche Sicherheitslücken, die allesamt die offizielle Ankündigung auflistet.





