Wie Treviño in seinem Linux-Blog berichtet, will die italienische Abgeordnetenkammer (Camera del Deputati) – die größere der beiden italienischen Parlamentskammern – ihre Rechner von Windows auf Linux migrieren. Treviño beruft sich dabei auf einen Bericht in der italienischen Tageszeitung “Repubblica”.
Es handelt es sich um etwa 3500 Desktops und Server. Der Grund für die Migration seien die hohen Lizenzgebühren von etwa 900 Euro pro Jahr und Rechner. Insgesamt könne das Parlament auf diesem Weg etwa 3 Millionen Euro einsparen.
Eingebracht haben den Antrag die linken Abgeordneten Pietro Folena und Franco Grillini, Repubblica schreibt von einer “kleinen kulturellen Revolution”.
Dass Migrationen von Windows auf Linux sich in öffentlichen Behörden zunehmender Beliebtheit erfreuen, zeigt auch der vor kurzem gefällte Beschluss des französischen Landwirtschaftsministeriums, Mandriva-Linux einzusetzen.
Allerdings kann man auch spekulieren, ob es sich nicht einfach um einen geschickten Schachzug handelt, um die Lizenzgebühren von Microsoft zu drücken. Nicht ohne Grund rücken nach solchen Ankündigungen oder schon bei Anfragen immer mal wieder Lobbyisten an, um die Redmonder Interessen zu vertreten, wie dieser Bericht auf “KDE Dot News” recht anschaulich demonstriert (leider nur auf englisch). Möglicherweise lässt sich bei dieser Gelegenheit auch neu über Preise verhandeln.





Bei der in der Vergangenheit erlebten Halbwertszeit italienischer Regierungen darf man echt gespannt sein, wie das weiter geht.
Italien ist auch recht bekannt dafür, daß jede neue Regierung die Politik der Alten völlig auf den Kopf stellt oder rückgängig macht. Je nach dem, ob eine links- oder rechts-Koalition regiert gelten in vielen Bereichen schon fast regierungsspezifische Gesetze.
Dann mal hoffen, daß jetzt in Italien nicht alle paar Jahre zwischen Windows und Linux hinundhermigriert wird.
Na ja,
vielleicht fallen dann irgendwann auch ausgereifte Migrationstools an:-)
Karsten