Das Fedora-Projekt vermeldet nach etwa viereinhalb Monaten zwei Millionen Installationen von Fedora Core 6 – die Userzahl hat sich damit in nur zwei Monaten knapp verdoppelt. Ob Fedora damit der Marktführer unter den Linux-Distributionen ist, bleibt aber unklar. Für freie Betriebssysteme gibt es derzeit keine einheitlichen Messungen der Anwenderzahlen.
Die Website Distrowatch versucht einen Vergleich und stellt Ranglisten auf. Aktuell führt Ubuntu die Liste der zehn beliebtesten Linux-Betriebssyteme, gefolgt von OpenSuse, mit Fedora an dritter Stelle. Die Zahl der Besucher auf den Projektseiten entscheidet über die Beliebtheit. Ladislav Bodnar, Betreiber der Webseite, nennt die so genannten Page Impressions einen “unbeschwerten Weg, um die Popularität einer Distribution zu messen”.
Die Fedora-Meldung beruht auf einem System, das genauere Rückschlüsse zulässt. Die Statistik misst die Zahl der IP-Adressen, die bei Fedoras Repository-Webseiten für Updates herunterladen. So ist ziemlich sicher, dass bei den Besitzern der IP-Adressen auch tatsächlich ein Fedora-Betriebssystem installiert ist. Die Entwickler wollen mit der nächsten Fedora-Version allerdings noch genauere Zahlen. Das neue Tracking-Tool Smolt soll ab Fedora Core 7 außer der IP-Adresse auch Informationen darüber liefern, welche Hardware eingesetzt wird. Laut Fedora-Projektleiters Max Spevack überlegt Novell, das neue Tool ebenfalls zum Tracking von OpenSuse-Anwendern zu nutzen. Damit würde es insgesamt einfacher, Vergleiche zwischen den beiden großen Konkurrenten zu erhalten.
Distrowatch meldet allerdings 358 unterschiedliche Varianten freier Betriebssysteme, und weitere 109 warten darauf, in die Hitliste aufgenommen zu werden. Hierunter fallen Linux-Distributionen ebenso wie BSD-Systeme, auch Suns Solaris wird beobachtet. Um zuverlässige Marktzahlen über Linux und Freie Software auf den Desktops zu erhalten, wird das Software-Tool Smolt lange nur ein Indikator von vielen sein.




