Martin Michlmayr über die Qualität Freier Software

Martin Michlmayr über die Qualität Freier Software

Der ehemalige Debian-Projektleiter Martin Michlmayr hat in den vergangenen zwei Wochen das komplette Debian-Archiv mit den GCC-4.1-Compilern kompiliert. Dazu benutzte er eine Quadcore MIPS-Maschine. Er wollte auf diese Weise sowohl Bugs in GCC 4.1 finden als auch Fehler in Freien Softwareprojekten; denn GCC 4.1 hält sich mehr als ihre Vorgänger an Standards, vor allem im C++-Bereich.

Michlmayr hat dazu 6200 Pakete kompiliert und daraufhin 500 neue Bugs gefunden, von denen 280 auf die striktere Standardkonformität von GCC 4.1 zurückzuführen sind. In seinem Bericht an die Debian-Entwickler-Mailingliste hat er die Bugs sehr genau klassifiziert und C++-Programmierer mit Links zu Tipps rund um die C++-Programmierung versorgt.

In seiner E-Mail an die GCC-Entwickler schlägt er ein neues Verfahren im Umgang mit Fehlermeldungen, die die Kompilierung abbrechen vor: GCC sollte seiner Meinung nach erst neue Fehler produzieren, nachdem sie mindestens einen Releasezyklus lang als Warnungen klassifiziert waren. Das gäbe Programmierern mehr Zeit, ihren Code zu reparieren.

Martin Michlmayrs Arbeit ist Teil seiner Forschung über die Qualität Freier Software, die er an der Universität in Cambridge mit Unterstützung von Google betreibt.

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