Die Zukunft von Open Source

Die Zukunft von Open Source

Am 19. Januar haben sich über 70 Teilnehmer in Kalifornien getroffen, um über den Stand von Open Source im Jahr 2010 zu diskutieren. Geladen hatte das SDForum zusammen mit der Olliance Group. Der allgemeine Tenor: Während Open Source sich in den nächsten Jahren zu einem beherrschenden, etablierten Modell entwickeln könnte, wird es momentan noch als Störfaktor für konventionelle Modelle angesehen.

An dem Treffen nahmen bekannte Größen wie Tim O’Reilly (O’Reilly Media), Larry Augustin (Chef von VA Software, früher VA Linux) und Suns Chief Open Source Officer Simon Phipps teil. Weitere Vorhersagen der Diskutanten:

  • Unabhängige Software-Hersteller (ISV) werden sich immer mehr auf Dienstleistungen konzentrieren.
  • Viele der rechtlichen Bedenken werden gelöst sein oder schlicht nicht erfüllt werden.
  • Open Source ist kein alleinstehendes Geschäftsmodell.
  • Open Source wird eine Standardkomponente jedes Computers sein.
  • Genau wie Linux wird Open Source allgegenwärtig sein.

Während der Diskussion ging es vorerst darum, was Open Source überhaupt ist und ob Firmen wie Amazon (benutzt Open-Source-Produkte), eBay (bietet offene APIs an) und Red Hat (basiert auf Open-Source-Software) Open-Source-Firmen sind. Als Konsens stellte sich heraus, dass die Community um ein Produkt zwar wichtig ist, um es als Open Source deklarieren zu können, jedoch auch Open-Source-Produkte ohne Community existieren.

Doch die Teilnehmer waren sich nicht immer einig. Etwa in der Frage, wie schnell Open Source die Welt verändern wird, das “ob” hingegen stand nicht zur Debatte. Beim Grad der Konsolidierung bildeten sich zwei Lager: Die einen glauben, dass der Markt zunehmend verdichtet wird, zum Beispiel durch Aufkäufe und Firmenpleiten. Die anderen sind der Meinung, dass durch die Möglichkeiten von Open Source gerade das Gegenteil eintrifft; jeder mit einem Computer könne schließlich eine Open-Source-Firma gründen.

Potenzielle Hürden sind nach Meinung der Diskussionsteilnehmer:

  • eine wirtschaftliche Krise, die Open-Source-Firmen aus dem Rennen wirft.
  • Überfinanzierung durch Venture-Kapitalisten, die zu einem übersättigten Markt führt.
  • Zuwenige Entwickler für alle Open-Source-Communitys, die Unterstützung benötigen.
  • SCO gewinnt.

Den kompletten Bericht des Treffens gibt’s hier (PDF).

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