SCO-Prozess: IBM lädt SCO-Rechtsgutacher vor

SCO-Prozess: IBM lädt SCO-Rechtsgutacher vor

Laut einer Veröffentlichung bei Growlaw schießt IBM jetzt mit schweren Geschützen: Die Rechtsgutachter “Houlihan Valuation Advisers” sollen nun aussagen. Das Unternehmen hatten 2001 eine geheime Bewertung über Caldera abgegeben, also kurz nach dem Zeitpunkt als die zwei Unix-Einheiten von Santa Cruz (SCO) gekauft wurden. Nach den Inhalten sieht es wohl zunehmend schlecht aus für SCO.

In dem Rechtsgutachten enthalten ist die Prognose von Houlihan, dass Linux in den meisten Märkten eine Hauptrolle als Server-Betriebssystem übernehmen wird, dass dann auch die meiste Unix-Software auf Linux portiert sein wird und führt weitere Bereiche an, in denen Linux im Unternehmenseinsatz selbstverständlich sein wird. Für das Betriebssystem Unix sehen die Gutachter vorher, dass nur noch die Unix-Firmen überleben werden, die sich an Linux hängen.

Für SCO dürften diese Aussagen sehr ungelegen kommen. SCO hatte gegenüber dem Gericht behauptet, dass Linux ohne IBM nie reif für den Unternehmenseinsatz geworden wäre. Dummerweise kam dieses Gutachten, bevor sich IBM für Linux engagierte. Im gleichen Gutachten wird die wirtschaftliche Lage des Unternehmens Caldera (respektive SCO) als erheblich schlechter als die von Mitbewerbern beurteilt. Auch diese Einschätzung widerspricht der Aussage von SCO, dass IBM für die schlechte Geschäftsentwicklung verantwortlich sei, so der Autor auf Groklaw.

Die Vorladung der Houlihan-Gutachter kommt kurz nach der Meldung auf Groklaw, dass IBM außer HP, Sun und Baystar nun auch Microsoft-Mitarbeiter vorladen lassen will. Neben den geschlossenen Lizenzverträgen und Vereinbarungen will IBM unter anderem auch erfahren, was Steve Ballmer und Darl McBride über die Rechte am Unix-Betriebssystem geschrieben haben.

Der Rechtsstreit zwischen SCO und IBM zieht sich mittlerweile seit fast drei Jahren Jahren. Im März 2003 hatte die SCO Group (vormals Caldera) IBM auf eine Milliarde Dollar Schadensersatz verklagt. Angeblich habe IBM im Rahmen seiner Linux-Initiative geistiges Eigentum von SCO gestohlen.

Weitere Artikel zum Thema:

[1] http://www.groklaw.net/article.php?story=20060223141354892

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Christian Berg
20 Jahre her

Mann! Das solche Sachen immer Ewigkeiten brauchen…. Bis der Prozess durch ist juckt es keinen mehr was da war. Man nehme diese MS/Netscape Sache, bis die Gerichte entschieden hatten, das MS illegal DELL, Compaq und Co an der Standardauslieferung des Netscape Navigators gehindert hat, war es für Netscape schon zu Spät.
In der hinsicht noch einen hönischen Respekt an SCO, das die sich noch so gut halten, ich dachte die Firma sein schon Tot. Wahrscheinlich besteht SCO mittlerweile aus einem Pressesprecher und 12 Anwälten.

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