Nachdem die mit einer einstweiligen Verfügung erreichte Sperrung der Webseite Wikipedia.de weiter andauert. Hat sich nun der Zenodot-Verlag zu Wort gemeldet, der eine DVD mit den Wikipedia-Inhalten verkauft.
Geschäftsführer Ralf Szymanski wendet sich in einem offenen Brief [1] an den Anwalt Friedrich Kurz, der die Eltern des Hackers Tron vertritt. Die Nennung des kompletten Familiennameen von Tron hatte die Streitigkeiten ausgelöst. Die Eltern hatten sich juristisch gegen die Veröffentlichung zur Wehr gesetzt, wie auf der Linux-Community berichtet [2].
Szymanski beharrt in seinem offenen Brief darauf, die DVD mit den Wikipedia-Inhalten unverändert zu verbreiten, sprich mit dem vollen bürgerlichen Namen von Tron. Sollte Kurz eine einstweilige Verfügung gegen den Zenodot-Verlag erwägen, werde er juristisch dagegen vorgehen, kündigt Szymanski an.
Der Zenodot-Geschäftsführer schreibt wörtlich:
“Bezugnehmend auf die einstweilige Verfügung die das Amtsgericht Charlottenburg am 17.1.2006 auf Ihren Antrag hin erlassen hat, weise ich Sie darauf hin, dass der Zenodot-Verlag über den deutschen Buchhandel eine DVD-ROM-Ausgabe der Wikipedia verbreitet, in der der volle bürgerliche Name des ‘Tron’ genannt wird.
Ich beabsichtige ausdrücklich, die Verbreitung des Produktes in dieser Form fortzusetzen. Sollten Sie nun auch gegen die von mir als Geschäftsführer vertretene Zenodot Verlagsgesellschaft eine einstweilige Verfügung erwirken, werde ich mich dagegen zur Wehr setzen. Ich weise darauf hin, dass in diesem Falle durch das Verbot der Verbreitung ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen wird und ich Sie, respektive Ihre Mandantschaft, in vollem Umfang dafür in die Haftung nehmen werde.”
[1] http://www.zenodot.de/offenerbrief.htm
[2] https://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=18948




