Standards für ein Desktop-Linux

Standards für ein Desktop-Linux

Die Free Standards Group [1] und deren Linux-Standard-Base-Arbeitsgruppe (LSB) [2] haben das Linux Standard Base Desktop Project gegründet. Zusammen mit Partnern wie Adobe, IBM, Intel, Trolltech und Xandros will das Projekt Linux für Desktops fitmachen und vor allem Entwicklern das Leben erleichtern.

Mit der Standardisierung von grundlegenden Bibliotheken wie denen des Gimp-Toolkits (GTK) oder der XML-Bibliothek Libxml soll Linux der Durchbruch auf dem Desktop gelingen. Anwendungsentwickler sollen sich in Zukunft so wenig wie möglich um Inkompatibilitäten zwischen Distributionen oder verschiedenen Bibliotheksversionen kümmern müssen. Momentan kämpfen sich die meisten Programmierer durch einen wahren Dschungel an Abhängigkeiten und kompilieren ihre Applikationen für jede Distribution einzeln.

Obwohl die erste LSB-Desktop-Version sowohl die Gnome-Bibliotheken als auch Trolltechs Qt (Basis von KDE) abdecken soll, ist nicht sicher, ob Qt den Lizenzanforderungen der Linux Standard Base entspricht. Die Verantwortlichen arbeiten jedoch bereits an einer Lösung dieses Problems. Da Trolltech am Desktop-Projekt beteiligt ist, stehen die Chancen gut, dass Qt den Gnome-Libs in der Standardisierung Gesellschaft leistet.

Die ersten Ergebnisse der Bemühungen sind für den Anfang des nächsten Jahres geplant. Von da an soll es auch ein Zertifizierungsprogramm geben, das Desktop-Programme auf Kompatibilität zu den Richtlinien testet.

Firmen und Entwickler sind eingeladen, sich an der Arbeits des Projekts zu beteiligen. Im Wiki verschaffen sich Interessierte einen ersten Einblick.

[1] http://www.freestandards.org/
[2] http://www.linuxbase.org/
[3] http://www.linuxbase.org/LSBWiki/DesktopWG

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3 Kommentare
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Kevin Krammer
20 Jahre her

Obwohl die erste LSB-Desktop-Version sowohl die Gnome-Bibliotheken als auch Trolltechs Qt (Basis von KDE) abdecken soll

Soweit ich informiert bin sind zu diesem Zeitpunkt bzw für diese Version der LSB keine Desktop Libs inkludiert, sondern maximial die beiden Haupttoolkits.

Christian Stamitz
20 Jahre her

Da bin ich doch sehr skeptisch. Zum einen was die Zertifizierung betrifft, zum anderen hier einer Organisation aus den Vereinigten Staaten als Forum zu installieren. Meiner Ansicht nach wird das Thema ohnehin überall jetzt diskutiert und da müssen die Distributoren zusammenkommen und die Entwickler der Desktopprojekte. Ein paar gemeinsame Desktopkonferenzen können Wunder bewirken. “…ist nicht sicher, ob Qt den Lizenzanforderungen der Linux Standard Base entspricht.” So etwas zum Beispiel lässt nicht gerade hoffen. Durch die US-Zentrierung vermute ich eine Unterrepräsentierung von KDE/qt und eine Verzerrung. “Von da an soll es auch ein Zertifizierungsprogramm geben, das Desktop-Programme auf Kompatibilität zu den… Mehr »

Kevin Krammer
20 Jahre her

Ein paar gemeinsame Desktopkonferenzen können Wunder bewirken Absolut! Allerdings ist das auch orthogonal, eine funktionale Zusammenarbeit und eine garantierte Schnittstelle sind beide von Vorteil. So etwas zum Beispiel lässt nicht gerade hoffen. Ich gehe eher davon aus, daß sich das lösen läßt. Die LSB würde sich da selber keinen Gefallen tun, weil sie dann weniger ISVs dazu bringen, LSB kompatible Software zu machen. Soweit ich das verstanden habe, wird an einer neuen Formulierung der Lizenzrichtlinie gearbeitet, die das Verwenden von dual-lizenzierten Alternativen zuläßt. Wenn eine Organisation kontrolliert, was kompatibel ist und was nicht, dann ist das immer fragwürdig Ich habe… Mehr »

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