Offener Brief an Microsoft

Offener Brief an Microsoft

Inge Wallin, der Marketing-Leiter des KOffice-Projekts äußert sich in einem offenen Brief zu den Behauptungen, die der Microsoft-Manager Alan Yates in einem Schreiben (PDF) bezüglich offener Dokumentenformate anstellt. Yates nimmt darin Stellung zu der angekündigten Migration des US-Bundesstaats Massachusetts hin zu offenen Dokumentenformaten wie OpenDocument.

Der Microsoft-Manager behauptet, sämtliche verfügbaren Programme, die OpenDocument unterstützen, basierten auf ein und derselben Code-Basis. Er bezieht sich dabei auf Suns StarOffice, OpenOffice, KOffice und IBM Workplace. Indirekt binde sich der US-Staat damit trotz des offenen Formats wieder nur an ein einziges Produkt.

Inge Wallin stellt diese Behauptung in seinem Brief richtig:

“KOffice steht in keiner Weise in Verbindung zu StarOffice oder OpenOffice. Es ist ein komplett eingenständiges Produkt, und ein ausgezeichnetes dazu. Einer unserer Entwickler, David Faure, war aktiv an der Erstellung des OASIS OpenDocument-Standards beteiligt, und KOffice war das erste Office-Paket, das Unterstützung für dieses Format ankündigte.”

Darüberhinaus wird es laut Wallin in Zukunft noch mehr Produkte geben, die OpenDocument unterstützen werden. Darunter die Textverarbeitung Abiword und die Tabellenkalkulation Gnumeric.

Microsofts Gebaren, Massachusetts an der Migration weg von MS Office zu hindern, hat die Verantwortlichen in der Verwaltung des Staats nicht an ihrem Vorhaben gehindert. Vor kurzem wurde die finale Version des Enterprise Technical Reference Model 3.5 veröffentlicht. Sie setzt eine Deadline für den 1. Januar 2007, an dem alle Applikationen in der Verwaltung von Massachusetts die in diesem Modell erwähnten offenen Formate unterstützen müssen. Microsofts Office-Paket bleibt damit außen vor, weil es OpenDocument nicht verarbeitet.

[1] http://www.koffice.org

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Ulrich Munzert
20 Jahre her

Da sieht mans mal wieder mit welchen billigen Tricks bzw Behauptungen aus Redmond die User, die solche Pamphlete lesen.

Es ist einfach lächerlich behaupten zu wollen, KOffice und OOO /IBM Workplace waren auf der gleichen Code-Basis.

Aus meiner Sicht zeigt das doch die Verzweiflung der Microsoftler, daß Ihnen die Kunden davonrennen. Zumindest stellenweise.
Schön dabei ist nur, daß überhaupt berichtet wird, wenn eine Behörde von M$ auf was alternatives wechselt…

arebenti
20 Jahre her
Reply to  Ulrich Munzert

Ganz und gar nicht. Hier betreibt Microsoft wirklich professionellen Lobbyismus, was bei ihnen eher selten ist. Ich finde den Text von Yates ausgezeichnet. Und Inge Wallin nimmt das zum Anlass zurück zu schiessen, auch das in nicht schlechter Qualität. Obwohl ihre Beschreibung von KOffice bei aller Liebe zu KDE doch ein bisschen Hybris ausdrückt. Ich frage mich, ob die möglicherweise vorhandenen Advocacy-Paper von OpenOffice oder KOffice bezüglich des OpenDocument-Formates für politische Entscheidungsträger die gleiche Qualität erreichen. Ich wundere mich, dass SUN nicht richtig in eine OpenDocument Kampagne investiert hat. Meines Wissens gab es nur aus Schleswig-Holstein mal eine Initiative: 1Dok… Mehr »

Stephan Sonntag
20 Jahre her
Reply to  arebenti

Warum bloß fallen mir bei diesem Text, die Klagen zwischen Heise und der Musik Industrie ein, bei der es um einen Artikel über eine CD Kopier Software ging?

Die Sache wurde bei jedem Prozess wiederholt und dadurch gab es auf fast allen Seiten Berichte darüber und der Software Hersteller hat sich über das große Interesse gefreut.

Es wäre doch richtig nett von Microsoft eine vergleichbare Hetz Kampagne gegen OpenDocument zu starten mit der die Medien und vor allem die Anwender erst mal auf diese Problematik aufmerksam gemacht werden.

Also abwarten und hoffen. Etwas besseres könnte uns wohl kaum passieren.

Stephan Sonntag
20 Jahre her

Das Microsoft einfach alles in einen Topf wirft und dadurch ziemlich viel Unsinn erzählt ist ja nichts neues. Hoffen wir mal das dieser offene Brief von der Presse ganau so aufgenommen und verarbeitet wird, wie es bei den Presse Mitteilungen von Microsoft der Fall ist. Das wäre doch mal eine gute Werbung für OpenDocument und die entsprechende Problematik rund um das Thema offene Formate und Datenaustausch. Wenn allerdings selbst die Amis inzwischen Microsoft den Rücken zu kehren und sich für offene Dateiformate interessieren, stehen die Chancen, dass es auch viele andere Staaten genau so machen recht gut. Über kurz oder… Mehr »

Benjamin Quest
20 Jahre her

Naja, DAS Problem kann MS ja eigentlich sehr schnell in den Griff bekommen. Einfach ebenfalls das offene Dokumenten Format unterstützen. Kann so schwer nicht programmierbar sein für ein Unternehmen wie MS. Ich denke nur, in dem Falle könnte die Angst dann mitprogrammieren, schließlich ist *.doc auch eine Art Monopol, das man mit einem *.odf (opendocumentformat) dann aufgeben müßte. Und mit einem *.odf lädt man natürlich die Leute auch zum Wechseln ein. Hinzu kommt, daß eine Migration von den MS-Formaten weg hin zu anderen Formaten immer ein Aufwand bedeutet, selbst wenn es ein neues MS-Format sein sollte. Allerdings kann MS den… Mehr »

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