Der Linux-Verband hat am heutigen Freitag beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen den NDR durchgesetzt, nach der Umfrageergebnisse von Infratest nicht mit dem Logo von Microsoft veröffentlicht werden dürfen. Der Dringlichkeit halber wurde mit Blick auf die aktuelle Wahlberichterstattung die einstweilige Verfügung ohne mündliche Verhandlung erlassen.
Anfang des Monats hatte der LinuxVerband die ARD bereits aufgefordert, das Logo des Microsoft-Konzerns künftig nicht mehr in ihren Wahlberichten einzublenden. Unter anderem ging es um die Einblendung in der am 4. September ausgestrahlten Sendung “Sabine Christiansen”.
Der Linux-Verband, der als Branchenverband die Interessen der im Umfeld des Betriebssystems Linux tätigen Firmen in Deutschland vertritt, sieht in der Nennung von Microsoft in den Grafiken von Umfrageergebnissen eine rechtswidrige Werbung und eine Umgehung der vom Rundfunkstaatsvertrag festgelegten Regeln für politische Sendungen.
Update:
In einer ersten Stellungnahme räumte der NDR ein, Rechtsmittel gegen den Beschluss einzulegen. Der Sender bemängelt, dass der Linux-Verband ihn weder vorher abgemahnt noch das Gericht ihn angehört hat. Wie schon zuvor bezieht sich der NDR zur Verteidigung seiner Position auf ein Urteil desselben Gerichts vom 13.11.2002, welches besagt, dass die Darstellung von Hochrechnungen äußerster Genauigkeit und Geschwindigkeit bedarf und die Einblendung des Herstellernames einen informativen Wert hätte.
In einer zweiten Mitteilung gab der NDR nun bekannt, dass gegen die einstweilige Verfügung eine einstweilige Einstellung vorliegt. Fernsehzuschauer werden also auch am Wahlwochenende Hochrechnungen mit Microsoft-Schriftzug sehen.





Dann werden wir wohl wieder Grafiken sehen bekommen, die anstelle des Dezimalkommas einen Punkt enthalten, das passt doch gut zum Schriftzug. Kann man irgendwo Wetten abschliessen, welche Journalisten dämlich genug sind, diesen Punkt auch vorzulesen? Bei Thomas Bellut (ZDF) bin ich mir da sehr sicher.
Es steht jedermann frei sich an den NDR Rundfunkrat zu wenden, am besten direkt an die politischen Mitglieder. Ausserdem war der Herr Gartzke ja im Heise-Report als Ansprechpartner genannt. Die Grundfrage ist, ob alles, was möglichwerweise rechtlich getan werden darf, auch politisch gemacht werden sollte. Die Rechtfertigungen des NDR für die eigene Praxis sind relativ lächerlich. Der Rundfunkrat kann hier politisch entscheiden. Ansonsten verweise ich auf den Rundfunkstaatsvertrag [3]: §2 (2) 7. Sponsoring jeder Beitrag einer natürlichen oder juristischen Person oder einer Personenvereinigung, die an Rundfunktätigkeiten oder an der Produktion audiovisueller Werke nicht beteiligt ist, zur direkten oder indirekten Finanzierung… Mehr »
Ob NDR, ARD, ZDF, WDR und wie die sonst alle noch heißen. Ich glaube, die alle sind dermaßen von M$-Software “durchsetzt”, daß die gar keine andere Wahl haben, als solche Werbeeinblendungen zu senden. Schlimmer kann keine Alkoholabhängigkeit eines Säufers sein. Aber Hauptsache, die Einschaltquoten stimmen.
Soo schlimm kanns nicht sein..
Guckst du: Linux Magazin 08/04
Matthias Clausen
[1] http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/2004/08/tagesschau/tagesschau.html