21. FIfF-Jahrestagung 5./6.11.2005 in München

21. FIfF-Jahrestagung 5./6.11.2005 in München

21. FIfF-Jahrestagung

Versteckte Computer – Unkontrollierbare Vernetzung

5.und 6. November 2005 Fachhochschule München (FHM)

In unseren Breiten steht inzwischen auf fast jedem Schreibtisch ein Computer und ein beachtlicher Teil der Bevölkerung nutzt das Internet. Daneben jedoch und darüber hinaus gibt es ein weitgefächertes Spektrum von Techniknutzung und -einsatz, bei denen Computer und Computertechnik entscheidend sind, aber nicht so offensichtlich, sondern eher versteckt, eingebettet in Geräte, Maschinen, Fahrzeuge und technische Systeme aller Art. Zusätzlich werden Computer immer beweglicher. Die Technik ist so weit entwickelt, dass der Einsatz von Computern unterwegs, überall, jederzeit und in Verbindung mit vielerlei anderen Tätigkeiten möglich wird. Der Laptop ist nur ein Anfang, der Computer in der Gürtelschnalle mit dem Bildschirm in der Brille ist schon keine Utopie mehr. Verbunden mit neuen Vernetzungstechniken, die den Aufbau auch mobiler Ad-hoc-Netze nach aktuellem Bedarf erlauben, entstehen völlig ungeahnte Potenziale und Perspektiven für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik sowie digitalen Medien. Berücksichtigt man schließlich noch die in letzter Zeit intensiv weiterentwickelte und verstärkt eingesetzte RFID-Technik, mit deren Hilfe Objekte aller Art und Personen lokalisiert und Informationen, die sie auf Tags oder Transpondern mit sich tragen, abgerufen und weiterverarbeitet werden können, sind die Möglichkeiten, Computer zu verstecken und unkontrollierbare Netze aufzubauen, in den letzten Jahren immens gewachsen. Wie bei allen technischen Entwicklungen bringt das nicht nur Chancen und wünschenswerte Neuerungen mit sich, sondern auch Risiken und Gefahren, kann es zu Missbrauch und Fehlentwicklungen führen. Die diesjährige FIfF-Jahrestagung ist diesem Thema gewidmet. Es geht um versteckte Computer und unkontrollierbare Vernetzung und um die gesellschaftlichen Folgen, die damit verbunden sind.

Da wie schon in den letzten beiden Jahren die Organisation der Jahrestagung zu einem großen Teil von den Vorstandsmitgliedern getragen werden muss und es in der Vergangenheit einige Kritik an den relativ hohen Teilnahmegebühren gab, hat sich der Vorstand entschlossen eine verkürzte, organisatorisch wenig aufwändige und gebührenfreie Tagung durchzuführen. An der Attraktivität des Programms soll aber nicht gespart werden.

Es sind drei Hauptvorträge geplant. Der erste Vortrag ist kurzfristig aus aktuellem Anlass ins Programm genommen worden. Wir freuen uns, Florian Pfaff für einen Beitrag über Software-Entwicklung für den Krieg – nein danke! gewonnen zu haben. Er ist jüngst bekannt geworden, weil er sich aus Gewissensgründen erfolgreich geweigert hat, an Software-Entwicklungen mitzuwirken, die im Irak-Krieg zum Einsatz kommen können. Dieser Vortrag findet am Samstag bereits um 11.00 Uhr statt, so dass leider nicht alle Anreisenden rechtzeitig da sein können. Am selben Tag um 13.45 Uhr trägt Wolfgang Coy über Volksvermögen und Geistiges Eigentum vor. Mit dem Aufkommen und der Verbreitung digitaler Medien und ihrer schier unbegrenzten Vernetzbarkeit findet nicht nur ein ökonomischer, sondern vor allem auch ein kultureller Wandel statt, der in diesem Vortrag unter dem Aspekt des geistigen Eigentums reflektiert wird. Der dritte Vortrag ist für Sonntag Morgen (10.00 Uhr) geplant. Sarah Spiekermann spricht über das Thema Ubiquitious Computing – soziale und ökonomische Aspekte bei einer Technikfolgenabschätzung, das ins Zentrum des Tagungsmottos zielt. Das gilt auch für die Podiumsdiskussion zum Abschluss der Tagung am Sonntag Mittag über Ubiquitious Computing – unaussprechlich, unausgegoren, unausstehlich? Oder doch eine gute Sache? sowie für die bisher vorgesehen Workshops am Samstag Nachmittag:

* UbiComp? – Szenarien und ihre Bewertung konzipiert und moderiert von Klaus Wiegerling und Jessica Heesen (Universität Stuttgart)

* Versteckte Linux-Rechner – Maulwurfgetier im Netz: Von ReVisionen zu Projektideen kritischer Informatik konzipiert als Zukunftswerkstatt und moderiert von Christine Fischer (München)

* Privacy & Trust with Invisible Computer oder Biometrie (NN)

Interessierte Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer werden gebeten, Beiträge für die Workshops anzubieten. Bei Bedarf können auch noch weitere Workshops angeboten werden.

Weitere Informationen können der Webseite der FIfF-Jahrestagung 2005 entnommen werden:

Die Kontaktadresse ist:

http://www.cs.fhm.edu/~koehler/fiff2005/

FIfF-Jahrestagung 2005
c/o Klaus Köhler
Fachhochschule München
Fachbereich Informatik/Mathematik
80335 München
E-Mail: 2005@fiff.de und kk@fiff.de

Anmeldungen bitte per E-Mail an info@fiff2005.de senden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der FIfF-Jahrestagung 2005 teilzunehmen. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen. Bitte vormerken und weitersagen.

Klaus Köhler und Hans-Jörg Kreowski für den FIfF-Vorstand

[1] http://www.cs.fhm.edu/~koehler/fiff2005/
[2] http://www.fiff.de

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
1 Kommentar
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Christian Stamitz
20 Jahre her

“Er ist jüngst bekannt geworden, weil er sich aus Gewissensgründen erfolgreich
geweigert hat, an Software-Entwicklungen mitzuwirken, die im Irak-Krieg zum
Einsatz kommen können.”

Es gibt übrigens derzeit keine Open Source Lizenzen die Verwendungen im
militärischen Bereich ausschliessen. Genau genommen ist das dann “unfreie
Software”.

Inwiefern war die Bundeswehr denn am Irakkrieg beteiligt? Dass ein
Bundeswehrmajor sich derartig verhält ist interessant.

Nach oben