Vor über drei Jahren hat sich Elastic mit seinem ELK-Stack von der Apache-2.0-Lizenz verabschiedet. Der zählte damit laut der Open Source Initiative nicht mehr als freie Software. Nun ändert sich das wieder.
Vor über drei Jahren hat sich Elastic mit seinem ELK-Stack von der Apache-2.0-Lizenz verabschiedet. Der zählte damit laut der Open Source Initiative nicht mehr als freie Software. Nun ändert sich das wieder.
Lassen Sie uns zunächst in den Januar 2021 zurückspringen. In der Retrospektive nicht wirklich überraschend kehrte Elastic der Apache-2.0-Lizenz den Rücken und schwenkte auf ein duales Lizenzmodell um. Nutzer und Nutzerinnen sollten fortan wählen, ob die Server Side Public License (SSPL) oder die Elastic-Lizenz greift. Ebenso wenig überraschend stieß die Entscheidung nicht überall auf Begeisterung. Im Sinne der Open Source Initiative (OSI) handelte es sich bei Elasticsearch und Kibana nämlich nicht länger um freie Software.
Elastic betonte, für die Nutzer und Nutzerinnen ändere sich dadurch nichts. Der Quellcode liege weiterhin offen. In einem Blogpost erklärte Unternehmensgründer und CTO Shay Banon nicht nur, was Elastic (selbstverständlich schweren Herzens) zur Lizenzumstellung bewogen hatte – er identifizierte zudem einen Übeltäter: Amazon. In einem weiteren Blogpost [1] fand Banon deutliche Worte. Die Kurzfassung lautet: Amazon, konkret AWS, böte Elasticsearch an, ohne mit Elastic zu kooperieren. Obendrein schienen AWS die Normen und Werte der Open-Source-Welt qua der zahlreichen und wiederholten Verstöße dagegen keinen Pfifferling wert zu sein. Nun, das hätte ich auch nicht erwartet.
Daraufhin geschah, was vorprogrammiert zu sein schien. AWS forkte Elasticsearch, gab dem Kind einen neuen Namen und kümmert sich seitdem vollumfänglich und ausschließlich um seinen Fork. Aus Sicht von Elastic ging die Rechnung also auf. Die Verwirrung am Markt habe sich größtenteils gelegt und man arbeite inzwischen sogar erfolgreich mit AWS zusammen, berichtete Banon in seinem Blog [2] Ende August 2024. Die Streitigkeiten sind passé und Elastic verkündet, Elasticsearch zukünftig neben den bisherigen Lizenzen auch unter der OSI-konformen Copyleft-Lizenz AGPL bereitzustellen.
Damit kehrt der ELK-Stack heim in den Kreis freier Software – zumindest, wenn Sie den Richtlinien der OSI folgen. Die Definitionen gehen da bekanntlich mitunter auseinander. Für die einen genügt es, wenn der Quellcode offen einsehbar ist, andere legen die Messlatte deutlich höher. Die OSI beispielsweise fasst übersichtlich in zehn Punkten [3] zusammen, was es braucht, um sich freie Software nennen zu dürfen.
Shay Banon gibt an, vor Begeisterung wortwörtlich Luftsprünge zu machen. Ob Sie ihm das glauben oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Ich freue mich jedenfalls mit ihm. Sicher, man könnte unken, Elastic habe eben einen Fehler gemacht und rudere jetzt bloß zurück, oder es änderte die Lizenzen wegen wirtschaftlicher Probleme. Das mag sein, oder auch nicht – fest steht: Sie sind wieder Open Source.
Herzliche Grüße,
Carina Schipper
Stellv. Chefredakteurin, Strategy & Operations
Infos
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“Amazon: NICHT IN ORDNUNG – Warum wir bei Elastic das Lizenzmodell ändern mussten”: https://www.elastic.co/de/blog/why-license-change-aws
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“Elasticsearch is Open Source, Again”: https://www.elastic.co/de/blog/elasticsearch-is-open-source-again
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The Open Source Definition: https://opensource.org/osd



