Das Spiel zum Wochenende: Boo! Greedy Kid

Das Spiel zum Wochenende: Boo! Greedy Kid

Rotzlöffel

In einem Geschicklichkeitsspiel von Flying Oak Games bedient sich ein limonadensüchtiges Kind äußerst fragwürdiger Methoden, um an sein Lieblingsgetränk zu gelangen. Und auch wenn man es kaum zugeben mag: Die fiese Masche macht durchaus Spaß.

In „Boo! Greedy Kid“ liebt der namenlose Protagonist nicht nur Softdrinks, er ist regelrecht süchtig danach. Dummerweise ist ihm das Geld ausgegangen und der Getränkeautomat seines Vertrauens spuckt auch nach Anwendung von Gewalt keine Dosen mehr aus. Also muss sich der unterzuckerte Junge einer etwas unlauteren Methoden bedienen, um an genügend Kleingeld zu kommen: Leute erschrecken und ausrauben.

Nach dem Betreten der Etage schleicht man sich an sein Opfer heran …

Buh!

Zunächst schleicht sich der Protagonist leise von hinten an seine Opfer heran, brüllt dann laut drauf los, und raubt schließlich die vor Schreck bewusstlos am Boden liegende Person aus. Während sich ältere Menschen auf diese Weise noch recht gut um ihr Kleingeld erleichtern lassen, klappt das bei jüngeren Erwachsenen schon nicht mehr. So bedürfen gut konstituierte Personen bereits zwei Erschreckmomente.

… das rennt erst einmal erschreckt durch den Raum. Damit man nicht umgerannt wird, versteckt man sich besser hinter dem Schrank.

Schlimmer noch: Nach dem ersten Erschreckversuch rennen sie panisch durch die Gegend und rempeln dabei den kleinen Jungen an. Der verliert dadurch einen Teil seiner Gesundheit. Gab es für den kleinen Kerl zu viele Verletzungen, ist die Diebstahlaktion umgehend vorbei. Im Auge behalten sollte man zudem Krankenschwestern, die umgekippten Personen schnell wieder aufhelfen. Das Erschrecken war dann erst einmal umsonst.

Da das Nervenkostüm angeschlagen ist, lässt sich der Herr mit einem zweiten Erschrecken außer Gefecht setzen und bestehlen.

Unsichtbar

Einige Personen lassen sich zudem gar nicht erschrecken. Dazu zählen etwa Polizisten. Gerät der Junge in ihr Blickfeld, packen sie ihn direkt am Schlafittchen. Hier hilft dann nur, sich hinter Schränken oder anderen Möbeln zu verstecken. Ebenfalls nützliche Hindernisse sind Türen: Insbesondere wenn eine erschreckte Person wild durch den Flur rennt, kann man sich mit einer schnell wieder geschlossenen Tür vor ihren fuchtelnden Armen in Sicherheit bringen. Abschließend lässt sich noch durch ein entblößtes Hinterteil ein kleines Ablenkungsmanöver starten.

Die Krankenschwester links könnte den alten Herren rechts wiederbeleben. Um das zu verhindern, muss man zunächst die Krankenschwester ausschalten.

Erst wenn man alle auf dem Bildschirm herumwuselnden Opfer erschreckt hat, öffnet sich eine Fahrstuhltür zur nächsten Etage. Insgesamt muss man die Bewohner von 100 Bildschirmen um ihr Kleingeld erleichtern. Wem das dann immer noch nicht ausreicht, der baut mit dem mitgelieferten Editor seine eigenen Level oder spielt die bereits von der Community erstellten Exemplare.

Man muss seine Opfer von hinten überraschen. Wer wie hier eine Person von vorne anbrüllt, erreicht keine Reaktion.

Fünfer

Abschließend misst Boo! Greedy Kid noch die benötigte Zeit für einen Level. Wer mit ihr unzufrieden ist, kann die gelösten Level jederzeit noch einmal in Angriff nehmen. Flying Oak Games vertreiben ihr Spiel für 5 Euro über Itch.io [1] und auf Steam [2]. Das Teilen von Leveln funktioniert allerdings nur über Steam. Sofern das Spiel mit einer langen wirren Fehlermeldung den Start verweigert, gibt man im Terminal-Fenster folgenden Befehl ein:

export TERM=xterm

Anschließend startet man dann das Spiel aus besagtem Terminal-Fenster heraus in seinem Verzeichnis mit ./GreedyKid.

Hier kommt der Wachmann erst nach ein paar Sekunden aus dem Aufzug. Wie viel Zeit noch bleibt, verrät die Leiste am unteren Bildschirmrand.

Fazit

Boo! Greedy Kid ist fies, gemein und unmoralisch. Dennoch fesselt das Spiel vor den Bildschirm. Das liegt nicht nur an der knuffigen Pixelgrafik, sondern auch an den herausfordernden Leveln und der gut funktionierenden Spielmechanik. Im Kern handelt es sich um ein Schleichspiel, das gute Reaktionen und Planung erfordert. Allerdings wiederholt sich das Vorgehen recht schnell: Erst schaltet man die Krankenschwester aus, erschreckt die ältere Dame auf der anderen Seite des Gangs und versteckt sich dann vor dem Wachmann. Ob man die 5 Euro investiert, muss man nicht zuletzt auch mit seinem Gewissen vereinbaren: Ältere Menschen zu Tode erschrecken, bringt nicht jeder übers Herz. Gemeinerweise macht es in diesem Spiel eine Menge Spaß.

Boo! Greedy Kid

Bezugsquelle: https://flyingoakgames.itch.io/greedykid
Entwickler: Flying Oak Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4,99 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution, Prozessor mit mindestens 1.5 GHz, 2 GByte Arbeitsspeicher, mit OpenGL 3.0 kompatible Grafikkarte
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