Wer heute einen PC kauft, hat wieder die Wahl zwischen zwei starken CPU-Herstellern. Dass das Monopol von Intel gebrochen ist, bringt für Verbraucher viele Vorteile, erfordert aber gleichzeitig etwas mehr Aufmerksamkeit beim Kauf neuer Hardware, meint der Stellvertretende Chefredakteur Andreas Bohle.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
wenn Sie einem PC in der Vergangenheit erworben haben, dann war das mit großer Wahrscheinlichkeit eine Intel-basiertes System. Der amerikanische Konzern dominierte lange der Chip-Markt in ähnlicher Weise, wie Microsoft den Markt für Büro-Software und Betriebssysteme. Mittlerweile zeigt sich aber ein anderes Bild: Spätestens seit der zweiten Jahreshälfte 2019 steht Intel unter Druck durch die Prozessoren von AMD, die – anfangs noch für weniger Geld – die gleiche Leistung oder sogar mehr boten.
Das hat sich auf die Preise ausgewirkt und die Produktpalette bei Intel durcheinander gewirbelt. Profitiert haben davon Sie als Verbraucher, denn die Preise bei Intel sind dadurch kräftig ins Rutschen gekommen. Das bestätigten auch die Kollegen unserer Schwesterredaktion PC Games Hardware, die regelmäßig ein Auge auf die Marktanteile bei den Gaming-PCs in Ihrer Community haben [1]. Dort haben sich die Anteile sogar deutlich zugunsten von AMD verschoben.
Allerdings zeigt sich ein so klarer Trend nicht in allen Bereichen: Bei den Servern hat Intel derzeit die Nase vorn und nach Ansicht der Analysten ändert sich daran vorerst nichts [2]. Außerdem sind mit Apples M1 und der ARM-Architektur neue Spieler auf dem Feld, deren Auswirkungen sich im Moment nur wenig abschätzen lassen [3].
Vieles ist also in Bewegung und daher kommt es beim Kauf darauf an, genau hinzuschauen, wofür Sie eine zukünftige Hardware überwiegend einsetzen. Das zeigt auch der Test zweier 15-Zoll-Notebooks, den Sie ab Seite 86 in dieser Ausgabe finden. Beide Geräte liegen in Bezug auf die Leistung ganz dicht beieinander. Wann es aber trotzdem von Vorteil sein kann, auf die jeweilige Plattform zu setzen, erfahren Sie in unserem Artikel.
Festgelegt sind Sie dann aber trotzdem nicht unbedingt, das zeigt ein Beitrag unseres langjährigen Autors Hartmut Noack. Der Musiker verrät Ihnen ab Seite 72, wie Sie einen eigentlich als Gaming-PC konzipierten Rechner [4] softwareseitig so ausbauen, dass daraus eine kraftvolle Digital Audio Workstation entsteht, die für die Ansprüche professioneller Musikproduktion geeignet ist. Wer den Beitrag liest, erfährt aber, dass der ursprüngliche Zweck nicht vollkommen verloren gegangen ist.
Übrigens, in einer Hinsicht scheint AMD nun auch mit Intel gleichauf zu liegen: Forscher haben in den AMD-CPUs eine Sicherheitslücke entdeckt, die an das Desaster um Meltdown/Spectre erinnert [5]. Bleibt zu hoffen, dass die Kernel-Entwickler diesmal besser in die Lösungsansätze eingebunden werden als damals [6].
Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall wieder viel Spaß bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe und bleiben Sie gesund.
Herzliche Grüße,
Andreas Bohle
Stellv. Chefredakteur
Infos
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HardwareData PC Games Hardware: https://www.pcgameshardware.de/hardwaredata/
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Prognostizierte Server-Marktanteile der CPU-Hersteller: https://www.trendforce.com/presscenter/news/20210812-10896.html
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Marktanteile AMD: https://www.tomshardware.com/news/amds-cpu-market-share-and-revenue-jump-as-apples-m1-arm-chips-rise
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Core Six von Tuxedo: https://www.tuxedocomputers.com/de/Linux-Hardware/Linux-Computer-/-PCs/AMD-Systeme/TUXEDO-CORE-Six-AMD-Ryzen-Series-v10-ATX-Tower.tuxedo
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AMD-Vulnerability: https://www.tomshardware.com/news/zen2-processor-vulnerability-mitigation
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Meltdown / Spectre: Ferdinand Thommes, “Super-GAU”, LU 04/2018, S. 14, https://www.linux-community.de/40757



