Das Spiel zum Wochenende: Orion Trail

Das Spiel zum Wochenende: Orion Trail

Unendliche Weiten

Der Offizier hat vergessen die Handbremse des Raumschiffs zu lösen und der Replikator in der Küche weigert sich hartnäckig die heißgeliebten (und lebensnotwendigen) Hamburger für die Crew zu generieren. Da muss man als Kapitän zwangsweise einige harte Entscheidungen fällen.

Der Orion Trail besteht aus mehreren, aneinandergereihten Planeten. Genau die soll der Spieler im gleichnamigen und ziemlich durchgeknallten Rollenspiel erkunden. Dazu erhält er ein schickes Raumschiff, für das er sich im ersten Schritt eine kleine Crew zusammenstellt. Insgesamt sind vier Posten zu besetzen: Neben einem Alter-Ego des Kapitäns benötigt das Schiff noch einen ersten Offizier, einen Chefingenieur und einen Kommunikationsoffizier. Die Wahl der Besetzung will gut überlegt sein, bringt doch jeder Anwärter ganz bestimmte Eigenschaften mit, die im späteren Verlauf noch eine große Rolle spielen.

Drei erste Offiziere stehen zur Wahl, wobei jeder die Chancen auf bestimmte Aktionen erhöht. Brick M. Stonewood erhöht beispielsweise die Wahrscheinlichkeit, eine „Attack“-Aktion zu meisten, um 2 Punkte.

Teambildung

Sobald die Posten auf der Kommandobrücke vergeben sind, darf man noch ein wenig einkaufen gehen. Bei der Reise zwischen den Planeten verschlingt das Raumschiff Treibstoff und die Crew in rauen Mengen Hamburger. Um nicht in Not zu geraten, sollte man tunlichst genügend Reserven an Bord bunkern. Für die Kämpfe mit Außerirdischen engagiert man zudem noch ein paar weitere Crewmitglieder. Schließlich kann man noch in die Schiffshülle investieren. Gemeinerweise muss man alle Ressourcen mit Geld bezahlen, wobei der Kontostand zu Beginn recht übersichtlich ausfällt.

Vor allem Nahrung und Treibstoff lassen sich zwar auch auf den Planeten finden. Da man aber dort erst einmal hinkommen muss, sollte man zu Beginn einmal gut auftanken.

Mit dem mehr oder weniger gut ausgerüsteten Raumschiff wählt man schließlich einen von mehreren Planeten aus und fliegt los. Schon während des Flugs muss man mit unvorhergesehenen Ereignissen rechnen – wie etwa einem bockigen Replikator in der Küche. Auch am Zielort angekommen ist man vor aberwitzigen Katastrophen nicht sicher. So wird beispielsweise ein Naturfilmteam von knuddeligen Monstern angegriffen, während ein anderes Mal ein riesiger Yeti durch das Raumschiff stapft (was auch gleichzeitig diese haarigen Eiswürfel aus dem Eiswürfelspender erklären würde).

Nach der Ausstattung des Raumschiffs wählt man das nächste Ziel.

Gezinkte Würfel

Bei jedem dieser unglaublichen Ereignisse stehen dem Spieler nicht minder kuriose Aktionen zur Wahl. So könnte man den Replikator in der Küche so lange treten, bis er wieder zu Besinnung kommt oder aber die Crew kurzerhand auf Diät setzen. Ob die gewählte Aktion letztendlich erfolgreich ist oder ins Verderben führt, hängt von einem Zufallsgenerator ab. Beeinflussen lässt er sich mit den Fähigkeiten der Crew: Besitzen diese etwa zusammen 5 Punkte Erfahrung in Angriffstechniken (und somit roher Gewalt), ist es deutlich wahrscheinlicher, dass der Nahrungsmittelgenerator seine Blockade aufgibt und wieder Essen produziert. Dennoch bleibt immer ein Restrisiko, dass die Aktion nach hinten los geht.

In diesem Fall macht sich ein haariges Monster an Bord selbstständig. Da die Crew vier Tactics-Punkte besitzt, stehen die Chancen gut, das Monster mit der dritten Option in die Luftschleuse locken zu können.

Der Zufallsgenerator besteht aus mehreren Symbolen. Beim Start des Generators läuft ein Licht los, das irgendwann auf einem Feld stehen bleibt. Sollte dies ein X sein, führt die gewählte Aktion nicht zum Erfolg, bei einem grünen Haken hingegen schon. Die Punkte der Crew wandeln vorab einige X-Symbole in grüne Haken um. Kommt das Licht auf dem Totenkopf zu stehen, geht der entsprechende Versuch besonders schlecht aus – meist verliert man ein paar Crew-Mitglieder oder schlimmer noch: Benzin. Beim Sternchen hingegen geht die Aktion besonders gut aus.

Da vier Tactics-Punkte vorlagen, ersetzt das Spiel vier X-Symbole durch grüne Haken …

Entwickler Shell Games verkauft Orion Trail für 10 Euro auf Itch.io [2] sowie rund 6,60 Euro auf Steam [3]. Der Soundtrack ist separat auf Itch.io erhältlich [4]. Wer nicht die Katze im Sack kaufen möchte, kann kostenlos eine frühe Testversion des Science-Fiction-Rollenspiels herunterladen [5].

… was in diesem Fall nicht genutzt hat, der Zufallsgenerator hat doch das X ausgewählt, wodurch das haarige Monster weiter sein Unwesen treibt und einen großen Teil der Benzinvorräte vernichtet.

Fazit

Orion Trail konfrontiert Science-Fiction-Freunde mit witzigen Situationen und durchgeknallten Aktionsmöglichkeiten. Jede Entscheidung hat Auswirkungen auf die Crew, jeder Flug durch das All bringt neue kuriose Ereignisse hervor. Die Pixelgrafik ist zudem liebevoll und detailliert gezeichnet. Hinter der witzigen Fassade steckt allerdings ein recht einfaches Rollenspiel: Lediglich fünf Fähigkeiten und vier Ressourcen gilt es im Blick zu behalten. Die vielen englischen Texte entfalten ihren Humor zudem nur bei Science-Fiction-Fans. Die können jedoch fast bedenkenlos zugreifen, alle anderen sollten mit der kostenlosen Alpha-Version eine kleine Runde probefliegen.

Orion Trail

Bezugsquelle: https://oriontrail.schellgames.com/
Entwickler: Shell Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 9,99 Euro (Itch.io) / 6,59 Euro (Steam)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution (ab Ubuntu 10.04), Doppelkern-Prozessor oder besser, mindestens 512 MByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit mindestens 256 MByte Speicher
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