Das Spiel zum Wochenende: Picohot

Das Spiel zum Wochenende: Picohot

Zeitlupenpixel

Passt heutzutage noch ein komplettes 3D-Actionspiel auf eine Diskette? Den Beweis tritt ein Superhot-Klon an, der zwar ziemlich pixelig daher kommt, das Flair des großen Vorbildes aber gekonnt einfängt.

Im Actionspiel Picohot findet sich der Spieler in einem klinisch-weißen Raum wieder. In ihm stehen ein paar rote Männchen herum, die eine Pistole auf den Spieler richten. Anders als in vielen anderen Actionspielen läuft die Zeit allerdings immer nur dann, sobald man sich bewegt.

Sobald man sich bewegt und etwa die Pistole aufhebt …

Laaangsam

Durch langsame und bedachte Bewegungen kann man so den Kugeln der Gegner ausweichen. Rote Spuren veranschaulichen dabei die Flugbahn und erleichtern so die Nachverfolgung der Geschosse. Da die Zeit nie komplett steht, sollte man allerdings nicht einfach tatenlos herumstehen. Wie in einem richtigen Actionspiel üblich, muss man auch in Picohot die Gegner ausschalten. Dazu kann man ihnen zum einen mit den Fäusten zusetzen, was naturgemäß nur im Nahkampf gelingt. Zudem braucht es einige Schläge, um das rote Männchen niederzustrecken.

… läuft die Zeit, womit die roten Gegner sofort feuern.

Alternativ schnappt man sich eine herumliegende Waffe und feuert dann auf den Gegner. Hierbei gilt wieder das Prinzip, dass die Kugel nur dann in Echtzeit weiterfliegt, sobald man sich bewegt. Sollte gerade keine Kanone im Raum herumliegen oder die Munition verbraucht sein, kann man auch einen Gegner niederstrecken und dann dessen Pistole aufsammeln. Abschließend lassen sich auch noch Gegenstände in Richtung der roten Männchen werfen – einschließlich der munitionslosen Waffe.

Mit einer Glasflasche kann man den Gegner betäuben.

Kleingepresst

Das geschilderte Spielprinzip nutzte 2016 das Actionspiel Superhot [2]. Drei der Entwickler überlegten sich, ob man nicht als Marketing-Gag ein komplettes Spiel auf einer Diskette anbieten könnte. Schließlich portierten sie ihr Spiel in einer deutlich abgespeckten Fassung auf den virtuellen PICO-8-Computer [3]. Dieser simuliert einen extrem einfachen Heimcomputer der 1980er Jahre. Die dafür entwickelten Spiele laufen allerdings direkt unter Linux.

Der Nahkampf ist recht häufig notwendig.

Das Picohot getaufte Ergebnis stellen die Superhot-Entwickler als 64-Bit-Programm kostenlos auf Itch.io zum Download bereit [1]. Dort muss man lediglich auf Download neben dem Pinguin-Symbol klicken, dann das erhaltene Archiv auf der Festplatte entpacken, die Datei picohot als ausführbar kennzeichnen und dieses Programm schließlich starten. Unter Umständen muss man zunächst über den Paketmanager noch die SDL2-Bibliothek hinzuholen. Die Taste [Z] liegt auf einer deutschsprachigen Tastatur auf der Taste [Y], zum Starten muss man folglich [Y] und [X] zusammen drücken.

Hat man alle Level gelöst, muss man im Endlos-Modus möglichst viele Gegner eliminieren, die per Zufall in der Arena auftauchen.

Fazit

Picohot fängt das Spielgeschehen des Vorbilds Superhot erstaunlich gut ein. Auch hier benötigt der Spieler ein gut geplantes Vorgehen. Der Schwierigkeitsgrad steigt nur langsam an, erst der Endlosmodus bietet eine Herausforderung. Spieler müssen sich zudem auf große Pixel und somit eine recht grobe Grafik einstellen. Zwar bietet Picohot eine kleine Hintergrundgeschichte, das Vorgehen ist jedoch immer das Gleiche, was wiederum die Motivation sinken lässt. Unter dem Strich ist Picohot ein spaßiges kleines Bonusspiel der Superhot-Macher.

Picohot

Bezugsquelle: https://tarkovsky.itch.io/picohot
Entwickler: Mariusz Tarkowski
Lizenz: Eigene (Closed Source)
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution

Infos

  1. [1] Projekt-Homepage: https://tarkovsky.itch.io/picohot
  2. [2] Action- und Geschicklichkeitsspiel Superhot, Tim Schürmann: „In Zeitlupe“, EasyLinux 03/2016: https://www.linux-community.de/ausgaben/easylinux/2016/03/in-zeitlupe/
  3. [3] PICO-8: https://www.lexaloffle.com/pico-8.php
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