Wie die OSB Alliance mitteilt, fordert das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg in einer Ausschreibung für ein neues Lernmanagementsystem an Schulen ein Microsoft Azure Active Directory pro Schule. Diese Ausschreibung stehe in scharfem Gegensatz zu mehr Digitaler Souveränität und der verstärkten Nutzung von Open Source und anderen Technologien, durch die Herstellerunabhängigkeit, Innovationsfähigkeit und Kontrolle über Datenzugriffe möglich seien, kritisiert die OSBA.
Es sei als höchst bedenklich zu bewerten, dass Microsoft Azure Active Directory durch die Hintertür und ohne Vergabeverfahren eingeführt werden solle, so der Bundesverband in seiner Mitteilung. Gefährlich sei auch, dass Microsoft zentraler Gatekeeper für die Bereitstellung von Lernanwendungen in Baden-Württemberg werden solle. Das Unternehmen erhalte damit die Möglichkeit, zu überwachen, wer wann und von wo auf welche Anwendung zugreife und könne Profile von Schülern und Lehrern erstellen, warnt die OSB. Dass diese Informationen auch US-Behörden offenstehe, die via CLOUD-Act-Erlass (Clarifying Lawful Overseas Use of DataAct) darauf zugreifen dürfen. Das verstoße nach Meinung der OSBA gegen die DSGVO.
Die Ausschreibung widerspreche auch den Zielen der Landesregierung in Baden-Württemberg. Dort hätten sich de Parteien für Offenheit und die Förderung von Open Source ausgesprochen, etwa die CDU in Form einer Digital Charta. Die OSBA fordert die baden-württembergische Bildungsministerin Susanne Eisenmann auf, die Ausschreibung zurückzunehmen.
[Update, 12.12.2019]: Das Ministerium hat laut OSBA auf die Kritik reagiert und die entsprechende Passage geändert.






Es ist immer das gleiche: Kleine Köfferchen wechseln ihren Besitzer…