WLAN-Finder und USB-Stick von Allnet

Aus LinuxUser 05/2007

WLAN-Finder und USB-Stick von Allnet

Schnüffeln erlaubt

Der USB-Hotspot-Finder Allspot von Allnet findet drahtlose Netze in einem Umkreis von 60 Metern. Er arbeitet als WLAN-Adapter auch mit Linux zusammen.

Wer packt schon gerne an öffentlichen Plätzen sein Notebook aus, um dann doch festzustellen, dass sämtliche WLAN-Netze mit WPA verschlüsselt sind? Abhilfe schafft ein WLAN-Finder: Er sucht die Umgebung nach WLAN-Access-Points ab und zeigt an, wo es unverschlüsselte Hotspots gibt. In der Regel arbeiten WLAN-Finder auch als WLAN-Adapter. Das gilt auch für den ALL0298 V2.0 (Abbildung 1), den Allnet unter dem Namen “Allspot” verkauft.

Abbildung 1: Findet WLAN-Netze und dient als USB-Adapter: Der Allspot-Dongle von Allnet.

Abbildung 1: Findet WLAN-Netze und dient als USB-Adapter: Der Allspot-Dongle von Allnet.

Das USB-Gerät lässt sich wahlweise als WLAN-Adapter oder -Finder einsetzen. Schalten Sie den Stick ein, sucht dieser automatisch nach sämtlichen WLAN-Netzen in einem Umkreis von 60 Metern. Für jedes Netz zeigt der Allspot-Dongle die Netzwerk-ID, Signalstärke und Geschwindigkeit (802.11a/b/g), den Kanal sowie die Verschlüsselung an. WLAN-Netze, die die ESSID nicht aussenden, findet der Stick nicht.

Verbinden Sie den Stick mit einem USB-Port, schaltet er in den Adapter-Modus um. Sie können also nicht gleichzeitig über den Stick surfen und nach Netzen zu suchen. In der Regel benötigt man diese Funktion aber auch nicht, da bei angeschlossenem WLAN-Adapter die Suche auch über den Befehl iwlist Devicename scan und grafische Tools möglich ist. Das stellt auch die einzige Möglichkeit dar, einen Access Point zu finden, der die ESSID nicht sendet.

Als WLAN-Finder beherrscht der Allnet-Stick drei Modi. Im S-Modus (“Standard”) zeigt der Adapter sämtliche Netze nach Signalstärke geordnet an. Halten Sie die Seek-Taste für mindestens zwei Sekunden gedrückt, wechselt das Gerät in den F-Modus (“Free”). Hier zeigt es nur Netze ohne Verschlüsselung an. Im D-Modus (“Dedicated”) prüft der Hotspot-Finder regelmäßig ein festgelegtes WLAN-Netz, um zum Beispiel die Signalstärke von mehreren Standorten aus zu messen. Details zum Adapter finden Sie in der Tabelle “Hotspot Finder”.

Hotspot Finder

Hersteller Allnet
Typ ALL0298 V2.0
Chipsatz Zydas/Zydas
Unterstützte Netze IEEE 802.11a/b/g
Verschlüsselung WEP/WPA
Gewicht 30g
Preis (ca) 50 Euro

Linux-Treiber

Im Inneren des Hotspot-Finders arbeitet ein WLAN-Chipsatz von Zydas. Ähnlich wie bei Ralink gibt es auch für Zydas-Geräte zwei verschiedene Treiber: den auf Code von Zydas basierenden alten Treiber [1] und einen komplett neu geschriebenen, der seit Version 2.6.18 auch Teil des Kernels ist [2]. Beide Treiber stehen unter der GPL und finden sich auch auf der Heft-CD.

Der alte Treiber (r83) unterstützt deutlich mehr Geräte – unter anderem auch den hier vorgestellten Allspot-Stick. Zur Verwirrung trägt weiter bei, dass es zwei Versionen des Zydas-Chipsatzes gibt: zd1211 und zd1211b. Das Allnet-Gerät benutzt Revision B. Der neue Treiber (r85) unterstützt über das Kernelmodul zd1211rw.ko theoretisch beide Chipsätze. Bei Tests mit Kernel 2.6.20 funktionierte der Adapter allerdings mit dem neuen Treiber nicht.

Für die Installation des alten Treibers entpacken Sie den Treiber von der Heft-CD in ein beliebiges Verzeichnis. Danach ändern Sie zunächst in Zeile 22 des Makefile die Variable ZD1211REV_B zu ZD1211REV_B=1. Den Kompiliervorgang starten Sie über den Befehl make. Die Installation erfolgt per make install mit administrativen Rechten.

Hat alles geklappt, lädt der Kernel beim Anstecken des Adapters automatisch das Modul zd1211b.ko und iwconfig zeigt ein Gerät wlan0 an. Es unterstützt über Wpa-Supplicant auch WPA-Verschlüsselung.

Infos

[1] Zydas-Treiber: http://zd1211.ath.cx/

[2] Treiber-Rewrite: http://zd1211.ath.cx/wiki/DriverRewrite

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