Ab dieser Ausgabe erscheint LinuxUser nur noch mit einer Heft-DVD statt mit zweien. Chefredakteur Jörg Luther erläutert, warum.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
als regelmäßiger LinuxUser-Leser haben Sie beim Öffnen dieses Hefts sicherlich gestutzt: Wo ist die an dieser Stelle sonst eingehängte sogenannte Vogeltasche mit der Heft-DVD? Und fehlt auf der letzten Seite nicht die dort eingeklebte, zweite DVD? Nein, mit dem Heft, das Sie in der Hand halten, ist alles in Ordnung: Wir haben uns aus einer ganzen Reihe von Gründen entschlossen, ab dieser Ausgabe auf den zweiten Datenträger zu verzichten. Ab sofort finden Sie in LinuxUser nur noch eine Heft-DVD, die in der schon bekannten Papiertasche zwischen der letzten Heftseite und dem Umschlag hängt.
Ich will gar nicht lange drumherumreden: Wie Sie sicher schon vermuten, haben bei der Entscheidung, mit dem Heft nur noch einen Datenträger auszuliefern, Kostengründe eine tragende Rolle gespielt. Insbesondere (aber nicht nur) sind in den letzten Jahren die Preise für das zum Magazindruck verwendete Papier um fast 20 Prozent angestiegen [1]. Als Kostenbremsen standen zwei gleichermaßen unangenehme Varianten im Raum – den Heftumfang zu reduzieren oder den Heftpreis zu erhöhen – sowie als dritte Möglichkeit der Verzicht auf eine der beiden DVDs.
Nach einem gründlichen Abwägen des Für und Wider haben wir uns schließlich für den Verzicht auf die zweite Heft-DVD entschieden, weil das als das geringste der drei genannten Übel erscheint. Ein Reduzieren des Heftumfangs hätte bedeutet, Ihnen jeden Monat zwei oder drei Artikel zu interessanten Themen vorenthalten zum müssen – aber der Artikel wegen kauft man schließlich eine Zeitschrift. Preislich gesehen liegt LinuxUser ohnehin seit jeher an der Schmerzgrenze, was dem wenig werbeaffinen Open-Source-Umfeld geschuldet ist – von daher kam für uns eine Preiserhöhung nicht infrage. Dagegen gibt es eine ganze Reihe von Gesichtspunkten, die den Verzicht auf eine zweite Heft-DVD als verträglichste Lösung erscheinen lassen.
Der heute sicher wesentlichste Aspekt: Die DVD-Herstellung ist aus der Perspektive von Rohstoff- und Energieverbrauch aufwendig, die Entsorgung kompliziert [2]. Damit trägt der Wegfall eines Datenträgers nicht nur zur Müllvermeidung bei, sondern direkt auch zum Umwelt- und Klimaschutz. Ohnehin bringen aktuelle Rechner, speziell die zunehmend beliebten Laptops, oft gar keine optischen Laufwerke mehr mit. Da es sich bei Linux-Anwendern andererseits um eine traditionell online-affine Zielgruppe handelt, verfügen die meisten Leser über eine breitbandige Internet-Verbindung. Da bietet es sich geradezu an, weniger umfangreiche Software zum Herunterladen statt per Datenträger anzubieten. Als angenehmer Nebeneffekt fallen die Programme auf diese Weise oft aktueller aus: Von der Produktion bis zu Erscheinen der Heft-DVD vergehen knapp vier Wochen, in der Open-Source-Welt eine kleine Ewigkeit.
LinuxUser in gewohntem Umfang zum gleichen Preis, aber mit nur einer Heft-DVD – ich hoffe, Sie können mit dieser Entscheidung leben und sehen damit auch Ihre Interessen gewahrt. Für den Zugang zu den herunterladbaren Inhalten finden Sie in den Artikeln jetzt einen neuen Kasten mit einer Download-URL und einem alternativ verwendbaren QR-Code (siehe Artikel “README” auf S. 105). Diese Lösung setzen wir bereits geraume Zeit bei unserer Schwesterpublikation Raspberry Pi Geek ein, wo sie sich bestens bewährt hat. Ich denke, auch Sie werden daran Gefallen finden.
Herzliche Grüße,
Jörg Luther
Chefredakteur
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Hallo Linuxteam,
warum bietet Ihr eure Heft CDs nicht einfach nur noch online an.So könnte man noch mehr an”Abfall/Müll ” und Produktionskosten sparen
LG Jodas
Hallo Jodas,
darüber haben wir tatsächlich nachgedacht, sogar recht intensiv. Allerdings gibt es noch immer viele Leser, die mit einer relativ schmalbandigen Internet-Anbindung auskommen müssen. Da sind 10 GByte Download (DVD-Äquivalent) kein Pappenstiel und selbst 3 bis 4 GByte (typische Distribution) noch ziemlich nervig. Deswegen erscheint es uns nach wie vor als sinnvoll, zumindest eine einzelne Heft-DVD mit den “dicken Brocken” beizulegen.
Herzliche Grüße,
Jörg
Chefredakteur LinuxUser