Sage und schreibe 35 Jahre alt wird das Geschicklichkeitsspiel Tetris im Juni 2019. Höchste Zeit den suchterzeugenden Klassiker zu feiern – natürlich stilecht im Terminal.
Mitte der 1980er Jahre entwickelte Alexey Pajitnov ein eigentlich recht simples Geschicklichkeitsspiel: Der Spieler schaut in einen Becher, in den nach und nach unterschiedlich geformte Klötzchen fallen. Diese lassen sich per Tastendruck drehen und seitlich verschieben. Sobald man im Becher eine durchgehende Reihe bilden konnte, verschwindet sie aus dem Becher. Alle darüber liegenden Blöcke rutschen dabei automatisch nach. Für jede eliminierte Reihe erhält man Punkte gutgeschrieben. Das Spiel ist zu Ende, sobald ein neuer Block nicht mehr in den Becher passt.

Am Anfang ist der Becher noch leer. Die schraffierte Fläche zeigt an, wo der massive grüne Block gleich landen wird.
Karger Oldie
Bekannt wurde Tetris vor allem durch die Handheld-Konsole Game Boy Anfang der 1990er Jahre. Alexey Pajitnov entwickelte sein Spiel jedoch auf einem russischen Rechner mit Textzeichen. Mittlerweile existieren auch für Linux mehrere Tetris-Klone, die im Terminal laufen und so ein wenig Nostalgie aufkommen lassen. Eine interessante Fassung ist tetris von Sam Tay [1]. Im Gegensatz zum Original markiert es am Boden des Bechers die Position, an der ein Stein landen wird.
Um tetris in Betrieb zu nehmen, muss man sich nur auf GitHub das Programm tetris-Linux-x86_64 herunterladen, es ausführbar machen und starten [2]. Wie der Dateiname schon andeutet, liegt das Spiel in fertiger Form nur als 64-Bit-Fassung vor. Der Quellcode ist auf GitHub erhältlich, dort verrät auch eine Anleitung, wie man tetris selbst übersetzt. Arch Linux-Nutzer finden das Spiel im AUR, der Befehl yaourt -S tetris-terminal-git holt es von dort auf die Platte.
Einfach simpel
Die Bedienung von tetris ist weitgehend selbsterklärend: Mit den Pfeiltasten bewegt und rotiert man den aktuellen Block, die Leertaste lässt ihn umgehend zu Boden plumpsen, [Q] beendet das Spiel. tetris kennt zudem ein paar Parameter. Mit
tetris --ascii-only
nutzt das Spiel eckige Klammern als Anzeige für den Landeplatz. Über
tetris --preview-chars 'XX'
kann man dafür eigene Zeichen vorgeben. Zu einem ganz bestimmten Level springt
tetris --level 2
In diesem Fall würde direkt das zweite Level gestartet. tetris --high-score liefert schließlich noch die aktuelle Höchstpunktzahl.
Fazit
Auch nach 35 Jahre hat Tetris von seiner Faszination nichts verloren. Spielprinzip und Bedienung verinnerlicht man nach wenigen Sekunden. Einmal angefangen, kann man meist nicht wieder aufhören. Im Terminal lässt sich Tetris sogar auf Rechnern ohne grafische Benutzeroberfläche spielen. Wem dabei tetris von Sam Tay nicht zusagt, der findet im Internet und sogar in den Repositories vieler Distributionen zahlreiche Alternativen.

Wie hier am orangefarbenen Block gut zu erkennen, ragt die Vorschau manchmal in andere Steine hinein. Dies liegt am gewählten Zeichensatz.
| Bezugsquelle: | https://github.com/samtay/tetris |
| Entwickler: | Auroriax (Tom Hermans) |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | Beliebig |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution (offiziell Debian basierte Distributionen) |
Infos
- [1] Projekt-Homepage: https://github.com/samtay/tetris
- [2] Download: https://github.com/samtay/tetris/releases
- [3] Wikipedia-Seite über Tetris: https://de.wikipedia.org/wiki/Tetris









Meiner Meinung nach, sollte noch Bastet als eine Tetris-Software für Linux genannt werden.