Mehrere Entwickler von Gnome-Anwendungen bitten in einem offenen Brief darum, dass Themes zukünftig nicht mehr das Aussehen ihrer Anwendungen beeinflussen sollten. Durch die Änderungen der Themes wären ihre Anstrengungen beim Design, der Entwicklung und beim Testen der Software zwecklos.
Unter anderem können GTK Stylesheets die Anwendungen etwa durch eine andere Farbgebung (optisch) zerstören und sogar unbenutzbar machen. Tauscht das Theme die Symbole in der Anwendung aus, kann sich die Interpretation und somit die Bedeutung der Symbole ändern. Die Anwendungssymbole bildeten zudem die Identität einer App, durch Änderungen würde man dem Entwickler die Möglichkeit nehmen, seine Marke zu gestalten.
Darüber hinaus gebe es noch weitere Nebeneffekte, so die Autoren des offenen Briefes. Beispielsweise würden Screenshots in der Softwareverwaltung, auf Hilfe-Seiten und in der Dokumentation von der Realität abweichen.
Die Unterzeichner des Briefes bitten daher darum, dass ihre Anwendungen nicht durch Themes verändert würden. Die Programme seien auf die Gnome Standard-Stylesheets, Symbole und Schriftarten ausgelegt. Die Annahme, dass sich Apps ohne manuellen Eingriff umgestalten lassen, war und sei eine Illusion. Distributionen, die das Standard-Stylesheet austauschen, sollten die entsprechenden Folgen bedenken.
Den Brief unterzeichnet haben unter anderem die Entwickler der Programme Games, Organizer, Authenticator, Fractal, Timetrack, UberWriter und dem Videoschnittprogramms PiTiVi. Die Autoren laden weitere Entwickler und Projekte ein, den offenen Brief ebenfalls zu unterschreiben. Dazu gibt es ein Badge, das unter anderem auf Gitlab ein Projekt mit „Please Don‘t Theme“ kennzeichnet.






Letztendlich hat man auch als Entwickler die Möglichkeit, die von der Desktop-Umgebung bereitgestellten Styles zu umgehen. Man kann sowohl einzelnen Widgets eine individuelle CSS-Formatierung verpassen, als auch einen kompletten Style in die Anwendung integrieren und dessen Nutzung im Code explizit festlegen.
Zumindest bei QT-Anwendungen ist das eine ziemlich banale Sache. Mich würde es wundern, wenn es in GTK-basierten Anwendungen da nicht ähnlich aussieht.