Mit Gigabit-Ethernet und einer flinken S-ATA-Festplatte sorgt Buffalos Linkstation Pro LS-250 GL für schnellen Datenzugriff via LAN für Linux-, Windows- und Mac-OS-Clients.
Gemeinsam benutzte Daten lagert man besser nicht auf einem Arbeitsplatzrechner: Zu groß ist die Gefahr, dass durch einen Ausfall der Hardware oder einen Lapsus des Bedieners kein Herankommen mehr besteht. Auch für heterogene Netzwerke bringt die Datenspeicherung auf einer via Netz erreichbaren Platte Vorteile: Ohne einen Samba-Server einzurichten, können Sie sofort von Linux-, Mac- und Windows-Clients aus auf Ihre Daten zugreifen.

Abbildung 1: Notbremse gegen Datenverlust: Vor dem Formatieren eines Datenträgers müssen Sie zunächst einen Sicherheitscode eintippen.
Bei der Linkstation LS-250GL von Buffalo (siehe Tabelle “Technische Daten”) handelt es sich um eine NAS-Lösung. Sie kommt im Gegensatz zu NDAS-Festplatten [1] ohne zusätzliche Treiber aus und bietet die Dateien über die Protokolle Samba, Appletalk und FTP an. Im Inneren der Linkstation werkelt dazu eine 250-GByte-Platte SP 2504C von Samsung. Über zwei USB-Anschlüsse an der Gehäuserückseite lassen sich zudem weitere Festplatten (jedoch keine Drucker) ins Netz stellen.
Technische Daten
| Hersteller | Buffalo Technology |
|---|---|
| Modell | LS-250GL |
| Prozessor | Marvel, 400 MHz |
| Hauptspeicher | 128 MByte |
| Festplatte | 250 GByte (S-ATA) |
| Unterstützte Dateisysteme | XFS (Vorgabe), Ext3, FAT32 |
| Schnittstellen | Gigabit-Ethernet, 2 x USB 2.0 |
| Protokolle | Samba, Appletalk, FTP |
| Abmessungen (HxBxT) | 16 x 6 x 21,5 cm |
| Gewicht | 1,8 kg |
| Preis (ca.) | 200 Euro |
Erster Kontakt
Arbeitet im Netzwerk ein DHCP-Server, dann bezieht die LS-250GL ihre IP-Adresse automatisch. Sie finden die Box dann beispielsweise in Konqueror über die URL smb://workgroup. Alternativ hilft der Befehl ping -b 192.168.1.0 als Root, sämtliche Rechner im Netzwerk und damit die IP-Adresse der Netzwerkfestplatte zu finden. Die IP-Adresse müssen Sie Ihrem eigenen Netz entsprechend anpassen. Für beide Methoden muss die Firewall ausgeschaltet sein, da weder der Samba-Client noch der Broadcast-Ping bei einer aktiven Firewall durchkommen. Ohne DHCP-Server verwendet die Linkstation 192.168.11.150 als feste IP-Adresse.
Haben Sie die Netzwerkadresse der LS-250GL ermittelt, melden Sie sich über http://IP-Adresse mit dem Benutzernamen admin und dem Passwort password auf der Weboberfläche des Buffalo-Geräts an. Hier passen Sie zunächst unter Grundlegende Einstellungen das Datum und die Uhrzeit an, da es sonst im Betrieb zu unliebsamen Überraschungen kommen kann. Im gleichen Dialog richten Sie auch den Zeichensatz der Freigaben ein. Die Linkstation unterstützt hier nur die traditionellen Charsets ISO-8859-1 und ISO-8859-15 für Westeuropa, ein Eintrag für Unicode fehlt. Unter Netzwerkeinstellungen ändern Sie gegebenenfalls die IP-Adresse der Linkstation.
Protokollauswahl
In der Grundeinstellung betreibt die Netzwerkplatte von Buffalo einen Samba- und einen Appletalk-Server. Das bedeutet, dass allen Linux-, Mac- oder Windows-Rechnern im Netz mit Gastrechten die gesamte Disk lesen können. Dies gilt prinzipiell auch für Festplatten, die an den USB-Anschlüssen der LS-250GL hängen. Diese externen Laufwerke müssen Sie allerdings über das Webfrontend der Linkstation neu formatieren, bevor Sie sie richtig nutzen können.
Um eine neue Freigabe zu erstellen, die auch Schreibzugriffe erlaubt, nutzen Sie den Menüpunkt Freigegebene Ordner, klicken dort auf Hinzufügen und wählen dann den gewünschten Datenträger aus. Im neuen Dialog legen Sie neben dem Namen und der Kurzbeschreibung der Freigabe fest, über welche Protokolle sie erreichbar sein soll.
In der Grundeinstellung markiert die Buffalo-Software die Punkte Windows (Samba) und Apple (Appletalk). Zur Auswahl stehen zudem FTP und Datenträger-Backup. Den Backup-Eintrag benötigen Sie, um im Backup-Wizard die Freigabe als Backupquelle auswählen zu können (weiteres dazu im Abschnitt “Backup”).
Hinter Papierkorb legen Sie fest, ob die Software gelöschte Dateien in einem Papierkorb ablegen soll. Diese Funktion ist besonders dann praktisch, wenn Sie vorwiegend über Samba oder Appletalk auf die Netzwerkfestplatte zugreifen. Die LS-250GL legt dann gelöschte Dateien im versteckten Verzeichnis Freigabe/trashbox ab. Über FTP ist das Papierkorb-Verzeichnis allerdings für jeden Benutzer sichtbar (Abbildung 2). Bei Zugriffen via Samba lassen sich durch Ergänzen der URL Dateien aus dem Papierkorb fischen.

Abbildung 2: Über Samba (obere Fensterhälfte) ist der Papierkorb nicht zu sehen, nur per FTP (untere Fensterhälfte). Die unterschiedlichen Datumseinträge stammen von einer falschen Zeiteinstellung.
In der unteren Fensterhälfte legen Sie die Zugangsberechtigungen fest. Sie gelten für alle Serverdienste. Samba zeigt allerdings Verzeichnisinhalte auch ohne Zugriffserlaubnis an und verlangt erst bei einem Klick auf eine Datei nach den Zugangsdaten. Der FTP-Server dagegen hält zunächst alle Inhalte verborgen und gestattet erst dann einen Zugriff nur, wenn sich der Benutzer mit dem richtigen Namen und Passwort angemeldet hat. Die per USB angeschlossenen Laufwerke zeigt die LS-250GL nur über Samba an, für den FTP-Zugriff müssen Sie zunächst eine entsprechende Freigabe einrichten.
In der Grundeinstellung der Linkstation ist der FTP-Dienst nicht aktiv. Möchten Sie den FTP-Zugang nutzen, müssen Sie ihn über Freigegebene Ordner | Wartungs-Setup (sic! – eine missglückte Übersetzung von “Service Setup”) zunächst einschalten (Abbildung 3). An der gleichen Stelle deaktivieren Sie auch den Appletalk-Support, falls Sie diesen Dienst nicht benötigen.
Backupfunktion
Sehr gut gefiel in den Tests die Backupfunktion der Linkstation. Über Datenträger-Backup | Auftrag 1 richten Sie ein Backup ein. Als Quelle lassen sich dabei ganze Festplatten oder einzelne Shares auswählen. Bei den Shares muss dazu allerdings die bereits erwähnte Option Datenträger-Backup aktiviert sein.
In der Grundeinstellung legt das Programm für jedes Backup einen neuen Ordner an und nimmt ein Vollbackup vor – es speichert also den kompletten Inhalt des Quellverzeichnisses. Zur Auswahl stehen aber auch inkrementelle Backups und Mischformen. Hier speichert das Tool nur die Unterschiede gegenüber der Vorgängerversion und verbraucht so deutlich weniger Platz.
Leider gibt es unter Linux keine Funktion, um ein Verzeichnis automatisch wiederherzustellen. Buffalo liefert zwar ein entsprechendes Tool mit, jedoch nur in einer Windows- und Mac-Version. Das Restore muss der Linux-Administrator somit von Hand vornehmen. Immerhin unterstützt die Linkstation auch das Rsync-Protokoll. Somit lassen sich einzelne Verzeichnisse problemlos auf der Kommandozeile abgleichen.
Sämtliche Backup-Aufträge laufen diskret im Hintergrund ab und stören die Funktion der Netzwerkfestplatte subjektiv in keiner Weise.
Gigaschnell
Die LS-250GL besitzt eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle. Entsprechend schnell überträgt das Gerät Daten in einem 1000-Mbit/s-Netzwerk. Mit rund 20 MByte/s Datenrate beim Schreiben respektive knapp 30 MByte/s beim Lesen arbeitet die Linkstation Pro schneller als manche USB-Festplatte. Diese Spitzenwerte erreicht die Platte allerdings nur über das FTP-Protokoll, via Samba fallen die Werte protokollbedingt auf etwa die Hälfte [2].
Probleme in den Tests gab es mit Gigabit-Karten auf Basis des RTL8169-Chipsatzes von Realtek unter Open Suse 10.2. Die Performance lag hier nur halb so hoch wie bei den übrigen Distributionen und damit nur knapp über den Werten, wie sie sich über eine Fast-Ethernet-Verbindung (100 Mbit/s) erzielen lassen. Der selbe Rechner mit identischer Netzwerkkarte erzielte unter Suse Linux 10.1 deutlich bessere Werte: Hier handelt es sich also vermutlich um einen Bug im Kernelmodul r8169 der neuen Open-Suse-Version.
Fazit
Die Linkstation Pro LS-250GL von Buffalo eignet sich hervorragend als Dateiserver und schnelles Backupmedium, speziell wenn Sie bereits über ein Gigabit-Ethernet-Netz verfügen. Neben der Performance überzeugt die NAS-Box auch mit der eingängigen Verwaltungsoberfläche und der praktischen Backupfunktion. Während allerdings Windows- und Mac-Benutzern eine komfortable Software für das Restore zur Verfügung steht, müssen Linux-Anwender das Backup im Notfall allerdings von Hand zurückspielen.
Probleme verursachten im Test nur vereinzelt Dateien mit Sonderzeichen im Dateinamen. Über den FTP-Server gab es keine Möglichkeit mehr, diese zu lesen. Per Samba klappte der Zugriff (und das Umbenennen) jedoch stets.
Abgesehen von diesen Details ist Buffalos Ethernet-Festplatte ihren Preis in jedem Fall wert.
Glossar
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NAS
-
Network Attached Storage. Eine über das Netzwerk verbundene Festplatte, die über ein Netzwerkprotokoll angesprochen wird.
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NDAS
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Network Direct Attached Storage. Eine über das Netzwerk verbundene Festplatte, die über ein proprietäres Protokoll angesprochen wird. NDAS-Festplatten lassen sich deswegen nur mit speziellen Treibern ansprechen. Das Betriebssystem erkennt die Platte als lokales Laufwerk.
[1] Trekstor-Platte im Test: Marcel Hilzinger, “Schwarz und schnell”, LinuxUser 10/2006, S. 76
[2] Gigabit-Test: Marcel Hilzinger, “Schnelle Netze – Highspeed-LAN mit Gigabit Ethernet”, LinuxUser 12/2006, S. 52






