Warum nicht einfach mal wieder in ein dunkles Verlies hinabsteigen und gepflegt ein paar hässliche Monster verprügeln? Genau das ermöglicht ein kleines, aber ziemlich schwieriges Rollenspiel, das bereits auf Smartphones viele Fans gefunden hat.
Das Rollenspiel Pixel Dungeon hält sich nicht lange mit einer epischen Geschichte auf: Zu Beginn wählt der Spieler einen von vier Helden, der dann umgehend ein feuchtes Verlies betritt. Das ist wiederum mit zahlreichen Fallen, Monstern und mehr oder weniger nützlichen Gegenständen vollgestopft. Irgendwo da unten lagert zudem das magische Amulett von Yendor – ein „ultimatives Artefakt“, das jeder Held nur zu gerne besitzen würde.
Abstieg
Als Helden stehen zunächst ein Krieger, ein Magier und einen Gauner bereit. Gute Spieler können im Laufe des Spiels noch eine Jägerin freischalten. Nach der Auswahl des Charakters landet der Held umgehend im Abwassersystem der Stadt. Von dort ausgehend dringt man sukzessive immer tiefer in die darunter liegenden Verliese vor. Je weiter man in den Untergrund hinabsteigt, desto häufiger trifft man auf angriffslustige Monster. Findet man etwa im ersten Level lediglich leicht zu besiegende Ratten, kommen im weiteren Verlauf unter anderem auch noch Geister, Krabben und Hamster-ähnliche Wesen hinzu. Als wäre das noch nicht genug, warten im Untergrund irgendwo fünf besonders starke Gegner. Insgesamt 25 Level muss der Held durchschreiten, um sich dann am Ende einem großen Endgegner zu stellen.
… mit dem man dann in den Dungeon hinabsteigt. Nur bereits erkundete Gebiete sind dabei auf der Karte sichtbar.
Glücklicherweise liegen in den Verliesen zahlreiche hilfreiche Gegenstände herum. Insbesondere im hohen Gras verstecken sich gerne kleine Heilkugeln, mit denen der Held seine im Kampf eingebüßte Lebensenergie auffrischt. Nützlich sind auch magische Tränke und Schriftrollen. Letztere enthalten einen Zauberspruch, der laut vorgelesen vielleicht die Rüstung verbessert – oder aber den Helden ins Verderben stürzt. Man sollte folglich gut überlegen, ob man einen unbekannten Zauberspruch tatsächlich anwenden möchte.
Das Ausrufezeichen zeigt an, dass die Ratte den Helden bemerkt hat. Anschleichen kann man sich folglich nicht mehr.
Endgültiges Ende
Unbedingt im Auge behalten sollte man den Nahrungsvorrat: Wer sich nicht regelmäßig etwas Essbares einverleibt, der verhungert unweigerlich. Sterben ist in Pixel Dungeon besonders bitter, da man in diesem Fall zwingend von vorne beginnen muss. Das Spiel merkt sich lediglich beim Beenden den aktuellen Stand, selbst speichern darf man nicht. Da jedes Verlies zufällig generiert ist, spielt sich jede Partie komplett anders.
Diesem Geist könnte man helfen – oder aber einfach schnell weiter in den nächsten Level herabsteigen.
Die Bedienung ist erfreulich einfach gehalten. Per Mausklick läuft der Held an die entsprechende Stelle, hebt einen Gegenstand auf oder greift einen Gegner an. Das Spiel läuft dabei rundenbasiert ab: Nach jedem Schritt und jeder Aktion führen die Monster einen Schritt aus beziehungsweise greifen an. Einige Bereiche der Verliese entdeckt man zudem nur, indem man explizit die Umgebung absucht.
Hin und wieder findet man in den Leveln Goldstücke, die man in Shops gegen nützliche Gegenstände eintauschen kann.
Kostenlos kostenpflichtig
Pixel Dungeons entwickelte Oleg Dolya alias watabou zunächst für Smartphones. Android-Nutzer können es kostenlos aus dem Google Play Store heruntergeladen [4], auf iOS-Geräten kostet das Spiel 3 US-Dollar [5]. Den Quellcode des Spiels veröffentlichte Oleg Dolya auf GitHub unter der GNU GPL v3 [6]. Diesen portierte wiederum Edu Garcia auf Desktop-Betriebssysteme. Das Ergebnis können Linux-Nutzer kostenlos bei Itch.io herunterladen [2]. Dort genügt ein Klick auf Download Now. Jetzt kann man den Entwicklern eine kleine Spende zukommen lassen oder sich über den Link No thanks, just take me to the downloads. Im neuen Fenster lädt man sich via Download das jar-Paket herunter (neben dem Pinguin-Symbol).
Um das Spiel zu starten, holt man über den Paketmanager beziehungsweise die Softwareverwaltung Java hinzu. Anschließend startet man das Spiel auf der Kommandozeile mit dem Befehl:
java -jar desktop-version.jar
Dabei ist version durch die Versionsnummer des Spiels zu ersetzen. Wem das zu kompliziert ist, findet Pixel Dungeon auch auf Steam [3]. Dort kostet das Rollenspiel allerdings knapp 5 Euro. Wer mag, kann Oleg Dolya über die Homepage eine Spende via PayPal oder in Bitcoins zukommen lassen [1].
Öffnet man eine Tür und findet sich dann wie hier plötzlich in einer Horde Monster wieder, hat man insbesondere im Anfang kaum eine Überlebenschance.
Fazit
Pixel Dungeon erfindet das Rad nicht neu, sondern ist ein einfaches, klassisches Rougelike-Rollenspiel für die Mittagspause oder eine längere Bahnfahrt. Durch die zufallsgenerierten Level spielt sich jede Partie zwar anders, der hohe Schwierigkeitsgrad und die fehlende Speichermöglichkeit sorgen allerdings für Frust. Das gilt insbesondere, wenn ein Klick auf einen Grabstein vier viel zu starke Gegner aktiviert oder man auf weite Strecken keine weitere Nahrung findet. Es dauert daher eine Weile, bis man die Gefahren richtig einschätzen kann. Dann verleitet Pixel Dungeon jedoch immer mal wieder zu einem neuen Ausflug in den Untergrund – schließlich würde man doch gerne wissen, was sich auf der nächsten Ebene so alles verbirgt. Wer einfache Rollenspiele mag, sollte daher Pixel Dungeon unbedingt probespielen – und bei Gefallen dem Entwickler ein paar Euro zukommen lassen.
| Bezugsquelle: | https://watabou.itch.io/pixel-dungeon |
| Entwickler: | Oleg Dolya (watabou) und Edu Garcia (Arcnor) |
| Lizenz: | GPL v3 |
| Preis: | Kostenlos/Beliebig |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution, Java-Umgebung, Prozessor ab 1,7 GHz, mindestens 1 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte ab 256 MByte und OpenGL 3.0 |
Infos
- [1] Projekt-Homepage: http://pixeldungeon.watabou.ru/
- [2] Linux-Version: https://watabou.itch.io/pixel-dungeon
- [3] Steam: https://store.steampowered.com/app/365900/Pixel_Dungeon/
- [4] Android-Version: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.watabou.pixeldungeon
- [5] iOS-Version: https://itunes.apple.com/app/pixel-dungeon/id1002210090
- [6] Quellcode auf GitHub: https://github.com/watabou/pixel-dungeon




