Wenn ein Pirat mit einer neuen Crew die Segel setzt, dann sollten möglichst schnell Erfolge her. Dummerweise möchte auch die Konkurrenz die Weltmeere beherrschen. Abhilfe schafft nur, die gegnerischen Kähne möglichst flott zu versenken.
Im Spiel mit dem langen Namen The Not Very Golden Age of Piracy stehen sich zwei Piratenschiffe gegenüber. Als Kapitän des linken Kreuzers muss man möglichst schnell den Konkurrenten versenken. Dazu feuert man fleißig Kanonenkugeln auf das Deck des Gegners. Weist das irgendwann genügend Löcher auf, sinkt das fremde Schiff. Allerdings gibt es gleich mehrere Haken.

Mit der Maus klickt man zunächst einen Matrosen an und zieht dann einen grünen Pfeil zum Zielort. Dort führt der Matrose automatisch eine passende Aktion aus.
Babys gegen Hühner
So besitzt man nur eine einzige Kanone, dessen Munition auf dem Deck verstreut herumliegt. Um einen Schuss abzufeuern, muss man zunächst einen der Matrosen anweisen, eine Kanonenkugel aufzusammeln und diese dann zur Kanone zu transportieren. Die komplette Aktion kostet wertvolle Zeit, in der die Konkurrenz auf dem anderen Deck munter ihre eigene Kanone bestücken kann.

Um möglichst großen Schaden anzurichten, sollten die Zielkreuze möglichst viele unbeschädigte Felder abdecken.
Sobald die Kanone einsatzbereit ist, darf man mehrere Felder auf dem gegnerischen Deck als Ziel auswählen. Diese liegen entweder in einer senkrechten oder waagerechten Reihe, mitunter auch in Kreuzform dicht nebeneinander. Ein Mausklick schießt dann entsprechende Löcher in das gegnerische Deck. Gemeinerweise schießt die dortige Hühner-Mannschaft nach dem gleichen Prinzip zurück.

Arbeitsteilung: Während ein Matrose die Schäden repariert, bestückt der andere die Kanone. Dummerweise arbeiten die gegnerischen Hühner nach der gleichen Strategie.
Voll der Hammer
Um nicht vorzeitig unterzugehen, sollte man daher tunlichst von seinen Matrosen die entstandenen Schäden reparieren lassen. Das Flicken eines Feldes kostet jedoch wieder wertvolle Zeit. In dieser kann der arbeitende Matrose nicht auch noch gleichzeitig die Kanone beladen und schießen. Schlimmer noch: Läuft ein Matrose zu einer Kanonenkugel über ein Loch, so repariert er dieses immer zunächst. Folglich muss man genau planen, welchen Matrosen man auf welchem Weg zum entsprechenden Ziel schickt.
Konnte man den Gegner durchlöchern, zieht dieser ab und ein neues feindliches Piratenschiff nimmt seinen Platz ein. Während die Schiffe wechseln, hat man etwas Zeit, die Schäden zu reparieren. Ist man damit nicht schnell genug, nimmt man die schon vorhandenen Löcher mit in die nächste Partie. Ziel ist es, möglichst viele Piratenschiffe zu versenken.

Ein Kanonenabschuss trifft immer mehrere Felder, allerdings in unterschiedlicher Anordnung. Hier würden fünf senkrechte Felder getroffen.
Ein Wochenende reicht
The Not Very Golden Age of Piracy entstand im Rahmen des Ludum Dare 42 [2]. Bei diesem Wettbewerb mussten die Teilnehmer in nur vier Tagen ein Spiel zum Thema „Running out of Space“ programmieren. Die 42. Ausgabe des Ludum Dare fand vom 11. bis zum 14. August 2018 statt. The Not Very Golden Age of Piracy belegte dabei den ersten Platz in der Sparte „Jam“. Spielen lässt sich die Piratenschlacht direkt im Browser unter [1]. Alternativ steht dort auch eine Fassung für Linux bereit. Um sie herunterzuladen, klickt man einfach im unteren Teil der Seite auf Download neben dem Pinguin-Symbol. Das dabei erhaltene Archiv muss man nur noch entpacken. Besitzer eines 32-Bit-Systems starten dann das Programm NotVeryGoldenAgeOfPiracy.x86, Nutzer eines 64-Bit-Systems werfen hingegen das Programm NotVeryGoldenAgeOfPiracy.x86_64 an.

Auf unserem Testsystem mit Ubuntu und Nvidia-Grafikkarte zeigte das Spiel diese Grafikfehler, die sich jedoch im weiteren Verlauf reduzierten und den Spielverlauf nicht beeinträchtigten.
Fazit
Im Kern ist The Not Very Golden Age of Piracy eine schnelle Variante des bekannten Klassikers Schiffe versenken. Die Pixelgrafik im Comic-Stil ist knuffig gezeichnet. Durch die Reparaturen und das Einsammeln der Kanonenkugeln erzeugt das Spiel eine leichte Hektik – ständig gibt es für den Spieler irgendetwas zu tun. Mangels Abwechslung kann The Not Very Golden Age of Piracy jedoch nicht langfristig motivieren. In der Mittagspause macht das Versenken der Hühner jedoch immer mal wieder Spaß.
| Bezugsquelle: | https://seadads.itch.io/the-not-very-golden-age-of-piracy |
| Entwickler: | Jonathan Murphy, Louis Meyer, Adrian Vaughan, Kyle Olson, Angelo Di Rosa, Ben Weatherall, Dave Lloyd |
| Lizenz: | Eigene (Closed Source) |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution |
Infos
- [1] Projekt-Homepage: https://seadads.itch.io/the-not-very-golden-age-of-piracy
- [2] Ludum Dare: https://ldjam.com/events/ludum-dare/42/the-not-very-golden-age-of-piracy






