Atari Videospielkonsole kommt mit modifiziertem Linux-Kernel und mehr Hauptspeicher

Atari Videospielkonsole kommt mit modifiziertem Linux-Kernel und mehr Hauptspeicher

Details zum Atari VCS veröffentlicht

Das Unternehmen Atari entwickelt derzeit eine neue moderne Videospielkonsole, die auf Linux basieren soll. Der bei Atari zuständige „System Architect“ Rob Wyatt hat jetzt in einem Blog-Post weitere Details zur Hardware veröffentlicht.

Demnach stecken in der kleinen Kiste ein AMD Bristol Ridge Prozessor mit integrierter Radeon R7 Grafikkarte sowie 8 Gigabyte Hauptspeicher. Im Gegensatz zu anderen Konsolen stehen diese Ressourcen den Programmen und Spielen vollständig zur Verfügung. Gegen eine Ryzen-CPU habe man sich aufgrund der höheren Kosten und der höheren Wärmeentwicklung entschieden.

Jeder Besitzer soll mit einem bereitgestellten Software Development Kit eigene Programme und Spiele für die Konsole entwickeln können. Wer bereits jetzt mit der Arbeit beginnen möchte, sollte sicherstellen, dass die Software auf einem Standard-Linux in HD-Auflösung läuft. Atari wird auf der Konsole eine eigene Distribution ausliefern, die sich von einem herkömmlichen Linux nur durch die Paketverwaltung und den Startvorgang der Programme unterscheiden soll.

Auch der Start einer eigenen Distribution ist prinzipiell möglich: Im Atari VCS laufen nach einem normalen Start der Atari Secure Hypervisor sowie ein stark modifizierter Linux-Kernel (alias AtariOS). Nach dem Einschalten prüft das Gerät allerdings sämtliche angeschlossenen Datenträger. Sollte es dort irgendwo ein anderes Betriebssystem entdecken, startet es dieses. Aufgrund des eigenen Bootprozesses der Konsole müssen Anwender herkömmliche Distributionen leicht modifizieren. Die Entwickler wollen jedoch eine Anleitung bereitstellen, wie man Ubuntu für das Atari VCS konfiguriert und auf der Konsole startet. In jedem Fall läuft die fremde Distribution unter der Kontrolle des Atari Secure Hypervisor, hat dabei aber vollen Zugriff auf die Hardware. Mit der Ausführung einer anderen Distribution gilt die Konsole zudem nicht mehr als „Atari-Gerät“, was einen Zugriff auf die Atari-Dienste verhindert.

Die Atari-Konsole befindet sich derzeit noch in der Produktion. Für diese hatte das Unternehmen auf Indiegogo über 3 Millionen US-Dollar gesammelt.

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