Was macht man, wenn eine Zombie-Apokalypse über die kompletten USA hereinbricht? Man fährt natürlich ins schöne ruhige Kanada. Bis man dort angekommen ist, muss man jedoch so manchen Untoten verprügeln, reichlich Vorräte sammeln und weitere Normalsterbliche Mitstreiter finden.
Eine Zombie-Apokalypse hat die USA heimgesucht. Höchste Zeit also, in ruhigere Länder zu verschwinden. Ein kleines Team aus etwas durchgeknallten Typen hat kurzerhand Kanada als Ziel auserkoren. Nachdem noch schnell ein paar Vorräte eingesteckt sind, geht raus aus dem sicheren Bunker, hinter das Steuer eines Autos und mit Vollgas Richtung Grenze. Dumm nur, dass es sich um eine alte Rostlaube handelt, die Zombie-Dichte rasch zunimmt, das Benzin knapp ist und die Fahrt in Florida startet – und somit ziemlich weit entfernt vom eigentlichen Ziel.

Zu Beginn wählt man einen passenden Helden aus. Auch wenn es sein Äußeres nicht vermuten lässt, ist Chaim hier im Moment „Ultrafit“.
Alleine oder zu zweit?
Im Spiel Death Road to Canada muss man ein kleines Team möglichst sicher von Florida nach Kanada bringen. Zu Beginn wählt man zunächst zwei Freunde aus, mit denen man die Reise beginnen möchte. Mutige Abenteurer starten sogar mit nur einem Helden. Jeder zur Auswahl stehende Charakter hat ganz eigene Vor- und Nachteile. So kommt eine Dame mit wenig Schlaf aus, während ein anderer Nerd besonders angriffslustig auftritt.

Auf der Fahrt verbraucht Chaim nach und nach Benzin und Nahrungsmittel. Außerdem wird der Held langsam müde.
Sobald man sich für ein Duo entschieden hat, geht es in einem Mittelklassewagen über die amerikanische Highways. Die Fahrt unterbrechen immer wieder vom Spiel ausgewürfelte Ereignisse. So trifft man beispielsweise auf eine von Zombies errichtete Straßensperre. Das Spiel stellt dem Spieler dann mehrere mögliche Handlungsoptionen zur Wahl. So kann er etwa versuchen zu durchbrechen, in einem nahe gelegenen Haus versuchen Unterschlupf zu finden oder umdrehen und zurückfahren. Jede Entscheidung hat positive und negative Auswirkungen. Wer etwa die Straßensperre durchbricht, kommt zwar schnell weiter, beschädigt aber womöglich seinen Wagen. Erleidet der einen Totalschaden, muss man zwangsweise zu Fuß weiter.
Plünderung
Auf der Fahrt erreicht das Team auch immer wieder kleine verlassene Ortschaften. In denen kann man die Häuser nach verwertbaren Gegenständen, wie Nahrung oder Benzin absuchen. In den Ortschaften steuert der Spieler ein Teammitglied direkt über die Tastatur. Die übrigen Normalsterblichen übernimmt der Computer.

… muss man sich mit Zombies prügeln, findet aber vielleicht in diesem verlassenen Supermarkt noch ein paar Nahrungsmittel.
Die Erkundungstour stören zahlreiche Zombies. Gegen deren Angriffe kann man sich mit Stangen, Hammer, Messer, Regenschirmen und im Idealfall Waffen zur Wehr setzen – die es allesamt freilich erst einmal zu finden gilt. Pistolen und Gewehre sind besonders durchschlagskräftig, verbrauchen aber Munition. Sollte ein Teammitglied den Attacken der Zombies erliegen oder einen anderen Tod sterben, ist die Figur aus dem Spiel. Mitunter muss man sich sogar entscheiden, ob man einen Kameraden zurücklässt oder ihn im Zombiegetümmel sucht und befreit.
Teure Bedürnisse
Alle Teammitglieder benötigen regelmäßigen Schlaf und Nahrung. Negative Ereignisse schlagen zudem auf die Stimmung. Als wäre das noch nicht genug, verbraucht der Wagen auch noch Benzin. Geht dem Team der Treibstoff aus, muss es zu Fuß weiter – in der Hoffnung, dass man sich irgendwo noch ein fahrbares neues Auto „ausleihen“ kann. Mit etwas Glück trifft man auf weitere Normalsterbliche, die man dann überreden kann, sich der Reise Richtung Kanada anzuschließen.

… erst einmal im Gebäude finden muss. Dort warten überraschenderweise aber auch ein paar durchschlagskräftigere Waffen als der bislang mitgeführte Regenschirm.
Entwickler Rocketcat Games verkauft sein Spiel für knapp 15 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [3] sowie für rund 13 Euro bei Gog.com [4]. In den beiden letztgenannten Online-Shops erhält man jeweils eine kopierschutzfreie Fassung. Wer im Humble Store ordert, erhält zudem einen Key, mit dem man das Spiel auf Steam freischalten kann. In jedem Fall liegt Death Road to Canada nur als 64-Bit-Programm vor, das zudem die Installation der Bibliotheken SDL und SDL_Mixer über den Paketmanager voraussetzt.
Fazit
Death Road To Canada wirkt zunächst wie ein kleines Actionspiel, in dem man möglichst viele Zombies ins Jenseits schicken muss. Doch schon nach den ersten Spielminuten wird klar, dass dies aufgrund der stetig nachströmenden Zombie-Massen ein aussichtsloses Unterfangen ist. Vielmehr kommt es darauf an, schon beim Betreten eines Ortes seinen strategischen Rückzug zu planen. Death Road To Canada entpuppt sich somit eher als Mischung aus Strategie- und Rollenspiel. Damit das kleine Heldenteam überhaupt Kanada erreicht, gilt es immer die Nahrungsmittel und den Benzinvorrat im Auge zu behalten. Kleine Entscheidungen können große Auswirkungen haben und die weitere Reise erschweren.

Gegen die Zombies hat man in der Regel keine Chance. Das gilt auch für diese spezielle Aufgabe, in der man einfach eine Weile überleben muss.
Der Erfolg des Roadtrips hängt allerdings auch von den zufällig erzeugten Ereignissen ab. Den zur Auswahl gestellten Entscheidungsmöglichkeiten sieht man dabei nicht immer an, welche negative Auswirkungen sie hervorrufen. Nach einiger Zeit wiederholen sich zudem die Ereignisse in leichten Varianten. Abschließend lässt sich die Reise nicht zwischenspeichern, im Gegenzug ist ein Fluchtversuch Richtung Kanada recht schnell beendet. Dies ist von den Entwicklern sogar beabsichtigt: Death Road to Canada soll einen möglichst hohen Wiederspielwert bieten.
Unter dem Strich ist Death Road to Canada ein kurzweiliger Roadtrip, den man durchaus immer mal wieder gerne startet – vorausgesetzt, man hegt ein Faible für das Zombie-Szenario. Die verlangten 15 Euro erscheinen aufgrund des repetitiven Spielprinzips allerdings etwas hoch.
Death Road to Canada
| Bezugsquelle: | http://www.deathroadtocanada.com/ |
| Entwickler: | Rocketcat Games |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 14,99 Euro (Steam / Humble Store), 12,79 Euro (Steam) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab 1,3 GHz, mindestens 128 MByte Hauptspeicher und eine Grafikkarte, die Texturen mit einer Mindestgröße von 2048 x 2048 Pixeln verarbeiten kann |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.deathroadtocanada.com/
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/252610/Death_Road_to_Canada/
[3] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/death-road-to-canada
[4] Gog.com:
https://www.gog.com/game/death_road_to_canada









