Das Spiel zum Wochenende: Train Valley

Das Spiel zum Wochenende: Train Valley

Kniffliges Stellwerk

Von einem kleinen russischen Team stammt ein kurzweiliges Strategiespiel, in dem man eigentlich nur ein paar Eisenbahngleise verlegen und die Weichen für mehrere Züge stellen muss. In den engen Tälern erfordert das jedoch reichlich Gehirnschmalz.

In Train Valley blickt der Spieler von schräg oben in ein malerisches Tal. In ihm stehen mehrere Bahnhöfe, die man zunächst untereinander mit Schienen verbindet. Anschließend schickt man die in den Bahnhöfen wartenden Züge auf ihre Reise. Jeder Zug besitzt dabei einen ganz bestimmten Zielbahnhof. Mit einfachen Mausklicks muss der Spieler die Weichen in seinem Schienennetz so stellen, dass die Züge möglichst schnell ihr jeweiliges Ziel erreichen. Das Ganze wäre eine recht einfache Angelegenheit, hätten die Entwickler nicht noch ein paar Gemeinheiten eingebaut.

Zunächst verbindet man die erst wenigen Bahnhöfe miteinander und erstellt so ein kleines Schienennetz.

Zunächst verbindet man die erst wenigen Bahnhöfe miteinander und erstellt so ein kleines Schienennetz.

Netzplan

Im Laufe des Spiels erscheinen im Tal weitere Bahnhöfe. Diese gilt es mit neuen Gleisen an das vorhandene Schienennetz anzuschließen. Des Weiteren kostet jede verlegte Schiene etwas Geld. Besonders viel muss der Spieler hinblättern, wenn er für den Bau der neuen Trasse Gebäude oder andere Hindernisse einreißen muss. Das notwendige Kleingeld erwirtschaften die von den einzelnen Eisenbahnen transportierten Waren. Dabei gilt die Faustregel: Je schneller ein Zug am Ziel ankommt, desto mehr Geld gibt es. Folglich muss man nicht nur einen guten Fahrplan ausknobeln, sondern auch die neuen Strecken möglichst effizient verlegen.

Anschließend schickt man die Züge zu den korrekten Bahnhöfen. Je schneller der Zug ankommt, desto mehr Geld fließt in die eigenen Kassen.

Anschließend schickt man die Züge zu den korrekten Bahnhöfen. Je schneller der Zug ankommt, desto mehr Geld fließt in die eigenen Kassen.

Meist kommt man zudem nicht drum herum, mehrere Züge gleichzeitig auf die Strecke zu schicken – und sie dabei möglichst nicht kollidieren zu lassen. Übersteht der Spieler eine vorgegebene Zeit, ohne dabei Pleite zu gehen, geht es in einem neuen Tal mit neuen Bahnhöfen von vorne los. Zusätzlich gibt das Spiel in jedem Tal einige optionale Aufgaben vor. Unter anderem muss der Spieler dafür sorgen, dass kein Zug den falschen Bahnhof erreicht. Wer eine solche Aufgabe meistern konnte, erhält dafür eine Auszeichnung.

Bei mehreren Zügen auf der Strecke muss man aufpassen, welcher Zug wohin fährt.

Bei mehreren Zügen auf der Strecke muss man aufpassen, welcher Zug wohin fährt.

Gute alte Zeit

Train Valley bietet mehrere verschiedene Spielvarianten: Im normalen „Story“-Modus spielt man sich durch die Jahre 1830 bis 2020 in Europa, Amerika, UdSSR und Japan. Alternativ legt das Spiel die Gegebenheiten im Tal per Zufall fest. Schließlich gibt es noch einen Sandbox-Modus, in dem man ohne Zeit- und Geldlimit die Züge fahren lassen darf.

Kollidieren wie hier links unten zwei Züge miteinander, kostet das nicht nur einen Haufen Geld, die Explosion zerstört auch das Schienennetz.

Kollidieren wie hier links unten zwei Züge miteinander, kostet das nicht nur einen Haufen Geld, die Explosion zerstört auch das Schienennetz.

Die drei Entwickler Alexey Davydov, Sergey Dvoynikov und Timofey Shargorodskiy verkaufen ihr Spiel derzeit für 10 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [3] sowie für 10 US-Dollar bei Itch.io [4]. Zum Redaktionsschluss lief auf Steam noch eine Sonderaktion, bei der man Train Valley für nur 2,50 Euro bekam. Im Humble Store und bei Itch.io erhalten Käufer eine kopierschutzfreie Version, im Humble Store bekommt man zusätzlich einen Key, mit dem man das Train Valley auf Steam freischalten kann. In jedem Fall liegt das Spiel als 32- und 64-Bit-Version vor.

Die schwarzen Pfeile zeigen die Stellung der jeweiligen Weiche an.

Die schwarzen Pfeile zeigen die Stellung der jeweiligen Weiche an.

Fazit

Train Valley wirkt zunächst wie ein extrem simples Strategiespiel. Spätestens jedoch, wenn vier Züge gleichzeitig auf die Strecke geschickt werden wollen und schon wieder ein neuer Bahnhof auftaucht, kommt man gehörig in Schwitzen. Der langsam ansteigende Schwierigkeitsgrad und die stets recht kurzen Partien motivieren, nur noch eben noch in einem weiteren Tal ein paar Gleise zu verlegen.

Das Spiel stellt im normalen Spielmodus mehrere Aufgaben, die für den erfolgreichen Abschluss eines Levels nicht zwingend erforderlich sind.

Das Spiel stellt im normalen Spielmodus mehrere Aufgaben, die für den erfolgreichen Abschluss eines Levels nicht zwingend erforderlich sind.

Die Spielzeit von rund 15 bis 20 Minuten pro Tal prädestiniert Train Valley zudem für ein schnelles Spielchen in der U-Bahn oder zur Überbrückung der Mittagspause. Die Grafik ist zwar nicht sehr detailreich, bietet aber eine recht knuffige Spielzeugoptik. Train Valley erreicht zudem nicht die Komplexität einer klassischen Transportsimulation. Wer allerdings kleine, Transportknobelaufgaben mag, der kommt bei Train Valley durchaus auf seine Kosten.

Train Valley

Bezugsquelle:  http://train-valley.com/
Entwickler: Alexey Davydov, Sergey Dvoynikov und Timofey Shargorodskiy
Lizenz: Kommerziell
Preis: 10 Euro (Steam und Humble Store) / 10 US-Dollar (Itch.io)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mit 2,2 GHz oder besser, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte der Klasse Radeon HD 2400 beziehungsweise GeForce 7600 oder besser
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