Wenn niedliche kleine Monster ernsthaft erkranken, gehen sie natürlich in ein Krankenhaus. Das will in einem Strategiespiel von Clockwork Acorn allerdings erst noch gebaut werden.
Auch schreckliche Monster werden einmal krank und müssen in einem Krankenhaus behandelt werden. Da sie im Herzen sehr nette Wesen sind, stellen Sie sich brav in einer Schlange vor dem Eingang auf. Das Krankenhaus selbst befindet sich jedoch gerade erst im Bau. Um möglichst vielen Monstern helfen zu können, muss man es im Strategiespiel Monsters and Medicine mit gezielten Mausklicks möglichst schnell fertigstellen. Das wiederum ist jedoch gar nicht so einfach.

Zunächst gibst es nur eine Lobby und ein paar davor wartende Monster. Die Balken zeigen an, wie viele Monster man noch retten muss (grün) und wie viele maximal noch sterben dürfen (braun).
Mimosen
So verlangt jede Monsterart nach einer individuellen Behandlungsmethode. Man kommt folglich nicht umhin, für jede Rasse mindestens ein eigenes Behandlungszimmer einzurichten. Jedes Zimmer verfügt zudem nur über eine begrenzte Bettenzahl. Erst wenn ein Monster geheilt ist, wird das Bett für das nächste vor der Tür wartende Monster frei. Doch es kommt noch schlimmer: Die wartenden Monster drängeln sich unter keinen Umständen vor. Steht direkt vor der Tür ein rotes Monster, lässt es das dahinter wartende gelbe Monster nicht passieren – selbst wenn gerade für den gelben Kollegen noch ein Bett frei wäre.

Per Drag-and-Drop zeiht man die Räume aus der Palette am rechten Rand auf geeignete Bauplätze. Die Farbe zeigt dabei an, welches Monster im entsprechenden Raum geheilt wird.
Für den Ausbau des Krankenhauses stehen dem Spieler immer genau sechs vorgefertigte Räume zur Auswahl. Sobald man einen Raum an das Krankenhaus anbaut, rutscht ein weiterer Raum im Baumenü nach. Ist kein passender Behandlungsraum verfügbar, darf man immerhin per Knopfdruck alle sechs Räume ablehnen und sich vom Spiel eine neue Auswahl zusammenstellen lassen.

Das graue Spezialfeld mit den gelben Ecken. Fügt an den angrenzenden Räumen jeweils ein Krankenbett hinzu.
Anbau
Spezialräume erweitern zudem die Bettenkapazitäten in den direkt angrenzenden Behandlungsräumen. Im Gegenzug lässt sich an an der enstprechenden Stelle kein normaler Behandlungsraum mehr hochziehen. Wertvollen Bauplatz blockieren zudem kleine Seen und tiefe Erdlöcher, um die man mühsam herum bauen muss. Schließlich lässt sich jeder Behandlungsraum immer nur an einen Gang anbauen. Diesen wiederum muss man meist erst mit entsprechenden Bodenplatten verlängern beziehungsweise anlegen.

Über neu verlegte Gänge lassen sich weitere Bauplätze erschließen. Die mit einem Totenkopf gekennzeichneten Monster würden nach der nächsten Runde sterben.
Wie es um die kleinen Kerlchen steht, zeigt ein Herzsymbol über ihren Köpfen an: Je weniger Rot zu sehen ist, desto schlechter steht es um sie. Ziel ist es, möglichst viele Monster zu heilen und gleichzeitig möglichst wenige sterben zu lassen. Konnte man eine vorgegebene Patientenzahl heilen, muss sich der Spieler in einem neuen Level an einem weiteren Krankenhaus beweisen. Insgesamt warten 100 Level mit unterschiedlichen Herausforderungen auf den Spieler. Wer sie gemeistert hat, kann zudem in einem Endlosmodus unendlich viele Monster kurieren.

Die Spezialplatten mit den Kreuzen sorgen dafür dass in den Räumen in Pfeilrichtung die Heilung deutlich schneller abläuft.
Monsters and Medicine verkauft der Entwickler Clockwork Acorn derzeit ausschließlich im Humble Store für knapp 5 Euro [2]. Auf Steam wurde das Strategiespiel zwar mittlerweile in den Verkaufskatalog aufgenommen, war dort aber zum Redaktionsschluss noch nicht erhältlich [3]. Im Humble Store erhalten Käufer eine kopierschutzfreie Version, die ausschließlich als 32-Bit-Programm vorliegt. Die Entwickler stellen zudem auf ihrer Homepage eine Demo-Version bereit. Diese setzt allerdings einen Browser mit aktiviertem Flash-Plugin voraus.
Fazit
Monsters and Medicine bietet eine erfrischend witzige Grundidee und kann mit knuffigen kleinen Monstern punkten. Der Schwierigkeitsgrad steigt zudem langsam an, Neulinge nimmt das Spiel an die Hand. Der Bau eines neuen Krankenhauses macht so zu Beginn durchaus Spaß.
Die Grafik wirkt jedoch dilettantisch und altbacken. Die Räume und Betten bestehen im Wesentlichen aus bunten Rechtecken, in die sich die Monster „beamen“. Im Hintergrund dudelt zudem eine Fahrstuhlmusik, die schon nach kurzer Zeit nervt. Die wenigen möglichen Bauplätze und die immer nur sechs vorgegebenen Räume erfordern kaum strategisches Denken. Auch wenn Monsters and Medicine stark an Theme Hospital erinnert, kommt es an dessen Witz und Komplexität nicht heran [4].

Mit dem Reagenzglas kann man ein ausgewähltes Monster in der Warteschlange umgehend heilen. Das kostet jedoch wertvolle Zeit.
Monsters and Medicine ist somit ein kleines nettes Strategiespiel für zwischendurch, mit dem sich hin und wieder eine Mittagspause überbrücken lässt. Wer sich für das Spielchen interessiert, sollte die Demo-Version auf der Homepage der Entwickler anspielen und dann entscheiden, ob ihm der Krankenhausbau 5 Euro wert ist [1].
Monsters and Medicine
| Bezugsquelle: | http://clockworkacorn.com/games/monsters-and-medicine/ |
| Entwickler: | Clockwork Acorn |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 4,99 Euro (Humble Store) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Dual-Core-Prozessor ab 2 GHz oder besser, mindestens 2 GByte Hauptspeicher |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://clockworkacorn.com/games/monsters-and-medicine/
[2] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/monsters-and-medicine
[3] Steam Greenlight:
http://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=286951501
[4] Das Spiel zum Wochenende: CorsixTH, Tim Schürmann: „Ärztekammern“, LinuxCommunity 11/2010:
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-CorsixTH/(language)/ger-DE







