Was passiert, wenn man von Außerirdischen entführt wird? Man darf am Fließband arbeiten. Das erfordert zudem mehr Köpfchen als Muskelkraft. Zumindest in einem dreidimensionalen Denkspiel von Zachtronics.
Eigentlich wollte man als Bauarbeiter nur zur Arbeit fahren. Auf der langen, einsamen und unbeleuchteten Landstraße taucht jedoch plötzlich ein Raumschiff auf. Das Letzte, an das man sich noch erinnern kann, war ein heller Lichtblitz. Jetzt steht man in einem langen Gang auf einem Förderband. An mehreren Stationen wird man zunächst vermessen und dann in einen Raumanzug gesteckt, mit dem man immerhin sogar fliegen kann. Einen Raum weiter wartet eine merkwürdige Maschine mit einem halb fertigen Fließband.

Mit der Maus klickt man sich ein Förderband zusammen, das die Werkstücke zum Ziel transportieren. So einfach wie hier im Tutorial bleibt es allerdings nicht.
Schichtarbeit
Im Spiel Infinifactory muss man für eine außerirdische Gurkentruppe zahlreiche Fertigungsstraßen zusammenbauen. Dazu erschafft man per Mausklick an den richtigen Stellen kleine quadratische Förderbänder. Diese transportieren dann die Werkstücke zu den passenden Verarbeitungsstellen. Im Laufe des Spiels kommen zu den Transportbändern weitere Quader mit unterschiedlichen Funktionen hinzu. So gibt es glatte Blöcke, auf denen man fast fertige Werkstücke zwischenparken kann, während andere Quader zwei Werkstücke zusammenschweißen.

Hier muss man eigentlich nur die drei verschiedenen Werkstücke zu ihren korrekten Stationen leiten. Die gelben Pfeile zeigen die Laufrichtung an.
Die Fertigungsstraßen zusammenzuklicken ist jedoch alles andere als einfach. So muss man die Förderbänder teilweise erst um Hindernisse herumführen. Des Weiteren müssen die Werkstücke zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Reihenfolge die einzelnen Bearbeitungsstationen durchlaufen: Nur wenn zwei Werkstücke zeitgleich an einer Verarbeitungsstation eintreffen, schweißt sie der Laser korrekt zusammen.
Der Spieler sieht die Umgebung aus der Ich-Perspektive und kann sich frei im dreidimensionalen Raum durch seine Fabrik bewegen. Infinifactory bietet eine Kampagne, die sukzessive die Entführungsgeschichte weitererzählt. Insgesamt gilt es, über 50 Maschinen auszuknobeln. Dabei gibt es in der Regel immer mehrere Lösungswege. Sobald man die Maschine komplettiert hat, liefert das Spiel eine Statistik, die über die Qualität der Lösung Auskunft gibt. Spieler können jederzeit eine Aufgabe erneut in Angriff nehmen und so versuchen, einen noch effizienteren Aufbau zu finden. Hat man sich durch die Kampagne durchgerätselt, darf man in einem sogenannten Sandbox-Modus selbst eigene Maschinen kreieren.
Hohe Einnahmen
Entwickler Zachtronics vertreibt sein Spiel für rund 23 Euro auf Steam [2] sowie derzeit für 23,19 Euro bei Gog.com [3]. Im letztgenannten Online-Shop erhält man eine kopierschutzfreie Version in einer 32- und einer 64-Bit-Fassung. Infinifactory ist zudem im Humble Store für 24 Euro erhältlich [4]. Dort bekommt man allerdings nur einen Schlüssel, mit dem man das Spiel auf Steam freischalten kann. Ein Teil der 24 Euro geht zudem an eine gemeinnützige Organisation. Des Weiteren ist Infinifactory derzeit noch Teil des Humble Staff Picks Bundle [5]. Dort bekommt man für einen frei wählbaren Betrag mehrere Spiele, darunter auch eine kopierschutzfreie Fassung von Infinifactory. Infinifactory erhält allerdings nur, wer mindestens den aktuell von allen Käufern bezahlten Durchschnittspreis überweist. Zum Redaktionsschluss lag dieser bei knapp 4,60 Euro und somit immer noch weit unter dem Normalpreis.
Fazit
Inifinifactory lässt sich am einfachsten als „SpaceChem in 3D“ beschreiben [6]. Kein Wunder: Schließlich stammen beide Spiele vom gleichen Entwickler. Infinifactory erzählt eine kleine, witzige Geschichte und setzt dem Spieler immer wieder ziemliche schwere Kopfnüsse vor. Es gibt kaum eine Aufgabe, die man direkt im ersten Anlauf perfekt löst. Das zugrunde liegende Spielprinzip ist zudem extrem simpel und schnell erfasst.

Mit der Maus klickt man sich ein Förderband zusammen, das die Werkstücke zum Ziel transportieren. So einfach wie hier im Tutorial bleibt es allerdings nicht.
Größtes Manko ist jedoch die von den Entwicklern hervorgehobene 3D-Grafik, samt der damit einhergehenden Steuerung. So mangelt es aufgrund der zerklüfteten Umgebung und der Ich-Perspektive häufig an der Übersicht, zudem muss man sich die Bedeutung gleich mehrerer Tasten für unterschiedliche Aktionen merken. Die Grafik selbst ist schlicht, die Maschinenteile in Blau- und Brauntönen gehalten.

Das Spiel verrät nur, dass man etwas falsch gemacht hat. Hinweise auf die Ursache gibt es nur spärlich.
Zwar bietet Infinifactory eine schwere Kopfnuss nach der anderen, im Angesicht der gerade einmal 50 Aufgaben, der minimalistischen Hintergrundgeschichte und der geringen Abwechslung, erscheinen die verlangten 24 Euro recht viel. Wer jedoch gerne knobelt, sollte unbedingt bei einem Sonderverkauf zuschlagen.
Infinifactory
| Bezugsquelle: | http://www.zachtronics.com/infinifactory/ |
| Entwickler: | Zachtronics |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 23 Euro (Steam) / 23,19 Euro (Gog.com) / 24 Euro (Humble Store) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab 2 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.zachtronics.com/infinifactory/
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/300570/?l=german
[3] Gog.com:
https://www.gog.com/game/infinifactory
[4] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/infinifactory
[5] Humble Bundle:
https://www.humblebundle.com/nicks-staff-picks-bundle
[6] Das Spiel zum Wochenende: SpaceChem, Tim Schürmann: „Chemiefabrik“, LinuxCommunity, 18.08.2012:
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-SpaceChem/(language)/ger-DE








