Schon in den 1980er Jahren gab es Weltraumspiele, die mit der Schwerkraft spielten. An diese Klassiker erinnert ein bockschweres Geschicklichkeitsspiel des Finnen Tero Lindeman, für das man zahlen darf, was man möchte.
Einen interstellaren Krieg zu gewinnen ist nicht ganz einfach, verschlingt ein solches Vorhaben doch eine Menge Energie. Die wiederum liefern spezielle Energiekugeln, welche allerdings in tiefen Stollensystemen auf fremden Planeten lagern. Einsammeln soll die Kugeln natürlich der Spieler mit einem recht kleinen Raumschiff. Mit diesem muss er auf den Planeten jeweils die Energiekugel finden, an einen Haken nehmen und dann ohne Beschädigungen abtransportieren. Das wäre eine durchaus lösbare Aufgabe, gäbe da nicht die fiese Schwerkraft.
Wohldosierte Zündungen
Die zieht das kleine Raumschiff ständig an. Ohne weitere Maßnahmen würde es somit einfach auf die Planetenoberfläche fallen und dort zerschellen. Glücklicherweise verfügt das Raumschiff über einen Raketenantrieb, den der Spieler jederzeit mit einer Taste zünden kann. Das Raumschiff beschleunigt dann in die Richtung, in die auch gerade seine Nase zeigt. Über die Pfeiltasten nach links und rechts lässt sich das Raumschiff drehen. Da eine Bremse fehlt, muss der Spieler entweder sanft Gas geben oder aber zum Bremsen das Raumschiff um 180 Grad wenden, und dann mit entsprechendem Raketenanschub der aktuellen Flugbahn entgegenwirken.
Als wäre diese trickreiche Steuerung noch nicht genug, warten auf dem Weg zur Energiekugel zahlreiche Geschütztürme. Die eröffnen umgehend das Feuer, sobald das Raumschiff in ihre Nähe gerät. Über die eingebaute Kanone kann der Spieler zwar zurückfeuern, das Raumschiff kann aber immer nur geradeaus schießen. Folglich muss man seinen Gleiter erst einmal auf das Ziel ausrichten.
Mangelwirtschaft
Des Weiteren kostet das Zünden des Raketentriebwerks, das Schießen und das Aktivieren des Traktorstrahls jedes Mal etwas Treibstoff. Ist Letztgenannter komplett aufgebraucht, beschleunigt nur noch die Schwerkraft das Raumschiff – was dann wiederum meist tödlich endet. Auffüllen lässt sich der Tank des Raumschiffs an speziellen Fässern. Sobald man direkt über ihnen fliegt, muss man nur noch den Traktorstrahl aktivieren, um ihren Inhalt in den eigenen Tank zu überführen. Die Fässer halten allerdings nur eine endliche Menge Treibstoff vor. Zudem explodieren Sie rückstandsfrei bei Beschuss, was im Eifer des Gefechts schon einmal passieren kann.
In späteren Gangsystemen versperren den Weiterflug auch noch Türen, die der Spieler erst über Schalter öffnen muss. Die Geschütztürme versorgt wiederum ein Generator. Schafft man es ihn anzuschießen, setzt man zumindest vorübergehend die Geschütze außer Gefecht. Zerschellt das Raumschiff an einer Felswand, klatscht auf den Boden oder wird von einem Geschütz getroffen, ist das Spiel glücklicherweise noch nicht beendet: Insgesamt stehen drei weitere Gleiter als Reserven bereit. Erst wenn der Spieler diese allesamt zu Schrott geflogen hat, ist das Spiel beendet. Für die Flüge durch die Stollen erhält der Spieler Punkte gutgeschrieben. Bei 10.000, 15.000 und 20.000 Punkten gibt es jeweils einen weiteren Reservegleiter.
Was ihr wollt
Wer alle Energiekugeln eingesammelt hat, darf sich noch an speziellen Herausforderungen (Challenges) versuchen. Die erzielten Punkte landen zudem in einer Highscore-Liste. Besonders gute Spieler dürfen ihren Punktestand nach einer Registrierung auch in eine globale Highscore-Liste eintragen. Da die Steuerung äußerst komplex ist, lässt sich ein spezieller „Easy“-Modus aktivieren. In ihm fliegt das Raumschiff in genau die Richtung, in der man eine der Pfeiltasten drückt.

Im Easy-Modus darf man mehrfach an die Wände schlagen. Wie hier zu sehen ist auch die Energiekugel zerbrechlich.
Tero Lindeman bietet sein kleines Geschicklichkeitsspiel über itch.io an [1]. Dort darf man für Gravitus Minus bezahlen, was man möchte – auf Wunsch auch gar nichts. Um das Spiel herunterzuladen, klickt man auf Download now, dann No, just take me to the downloads und schließlich die Version mit dem Pinguin. Nach dem Entpacken des dabei erhaltenen Archivs muss man lediglich das Skript gravitus-minus starten. Im Spiel sollte man zunächst die Tastaturbelegung ändern, da standardmäßig [y] und [z] vertauscht sind. Eine Anleitung liegt dem Spiel im PDF-Format bei.

Wenn man das Gerippe auf der linken Seite anschießt, setzt man die drei Geschütze vorübergehend außer Gefecht.
Fazit
Gravitus Minus ist ein recht dreister Klon der Klassiker Gravitar [2] und Thrust [3] aus den 1980er Jahren. Das Spielprinzip könnte kaum simpler sein: In ein Bergwerk fliegen, eine Kugel an den Haken nehmen und mit ihr wieder verschwinden. Aufgrund der simulierten Schwerkraft und der vertrakten Steuerung treibt das jedoch den Spieler schnell in den Wahnsinn. Wer zum ersten Mal Gravitus spielt, dürften selbst im ersten Level gleich mehrfach scheitern. Der „Easy“-Modus hilft da nur bedingt. Spieler brauchen folglich eine recht hohe Frustschwelle. Hat man sich jedoch einmal an die Steuerung gewöhnt, macht Gravitus Minus durchaus kurzzeitig Spaß. Wer Geschicklichkeitsspiele mag, sollte daher Gravitus Minus ausprobieren – und dann bei Gefallen dem Entwickler ein paar Euro zukommen lassen.
Gravitus Minus
| Bezugsquelle: | https://kometbomb.itch.io/gravitus-minus |
| Entwickler: | Tero Lindeman |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | Beliebig („Pay what you want“) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
https://kometbomb.itch.io/gravitus-minus
[2] Gravitar:
https://en.wikipedia.org/wiki/Gravitar
[3] Thrust:
https://en.wikipedia.org/wiki/Thrust_(video_game)










