Drücken Sie nicht den roten Knopf. Unter keinen Umständen. Lassen Sie ihn einfach in Ruhe. Am besten kommen Sie noch nicht einmal in seine Nähe. Ignorieren Sie ihn einfach. Und berühren Sie ihn nicht. Schon gar nicht in diesem Spiel von Four Quarters.
Ihr Kollege muss nur mal kurz auf die Toilette und bittet Sie, einen Moment an seinem Arbeitsplatz zu warten. Aber fassen Sie bloß nichts an! Allerdings gibt es da diesen schönen, großen, roten, verführerischen Knopf. Was könnte denn ein zarter Druck auf ihn schon großartig anrichten?
Ungehorsam
Das Denkspiel „Please Don’t Touch Anything“ setzt seinen Spieler vor eine graue Konsole, auf der es scheinbar nur einen großen roten Knopf gibt. Der hat es allerdings in sich: Je nachdem, was der Spieler anstellt, entfalten sich aus der grauen Konsole weitere Schalter, Tasten und sogar ein Hammer. Eine ganz bestimmte Schalterkombination führen dabei zu verschiedenen Reaktionen – die teilweise auch die nette kleine Stadt auf dem grünen Bildschirm in Mitleidenschaft ziehen.
Welche Schalterkombinationen für das Fortkommen notwendig sind, muss man nicht erraten, sondern kann diese mit etwas Köpfchen aus den „Instructions“ ableiten, die prominent an der Wand hängen. Dazu gibt es noch zahlreiche weitere versteckte Hinweise.
Hat man durch wildes Knöpfedrücken (oder mit dem Hammer) eine Reaktion erzielen können, ist das Spiel eigentlich zu Ende. Wer am Restart-Taster an der Konsole zieht, darf einen neuen Versuch wagen und so eine andere Reaktion provozieren. Insgesamt kennt das Spiel 16 verschiedene Enden. Für jedes vom Spieler gefundene Ende geht an der Konsole unten links eine Lampe an. Zudem erhält er ein kleines Bild, welches das erzeugte Desaster noch einmal illustriert. Ziel ist es, alle Enden zu finden.
Technische Hürden
Please Don’t Touch Anything gibt es bereits seit 2015 für Windows, mittlerweile liegt auch endlich eine Linux-Version vor. Entwickler Four Quarters und Publisher BulkyPix vertreiben ihr Denkspiel derzeit für 5 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [3]. Bei letztgenanntem Online-Shop erhalten Käufer neben einem Key für Steam auch eine kopierschutzfreie Fassung. Letztgenannte hat derzeit allerdings noch eine kleine Macke: Um sie starten zu können, muss man entweder den Unterordner lib umbenennen (etwa in lib_backup) oder aber das Programm runner ausführbar machen und dieses dann starten. Des Weiteren benötigt die kopierschutzfreie Fassung die Bibliothek libopenal, die Ubuntu-Nutzer mit dem Paket libopenal1 nachholen. In jedem Fall liegt Please Don’t Touch Anything nur als 32-Bit-Version vor.
Fazit
Please Don’t Touch Anything setzt den Spieler zunächst ohne weitere Erklärungen einfach nur vor einen roten Knopf. Das reicht schon aus, um die Neugierde zu wecken. Hat man sich langsam durch die Konsole vorgeklickt, entpuppt sich Please Don’t Touch Anything als äußerst knackiges Denkspiel. Um sämtliche Enden zu sehen, muss man mehrfach um die Ecke denken und die vielen kleinen Hinweise entschlüsseln.
Die Pixel-Grafik ist extrem simpel gehalten und versprüht den Charme eines offenen Sicherungskastens. Zudem ist die Motivation nur von kurzer Dauer. Sie sackt insbesondere in den Keller, wenn man einmal alle 16 Enden gesehen hat. In diesem Licht erscheinen die verlangten 5 Euro gerade noch eben vertretbar.
Please, Don’t Touch Anything
| Bezugsquelle: | http://store.steampowered.com/app/354240/?l=german |
| Entwickler: | Four Quaters |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 5 Euro |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab 1 GHz, mindestens 512 MByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit mindestens 128 MByte |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
https://bulkypix.com/games/please-dont-touch-anything/
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/354240/?l=german
[3] Wikipedia-Eintrag zur Bullet-Time:
https://www.humblebundle.com/store/please-dont-touch-anything











