Das Spiel zum Wochenende: Fran Bow

Das Spiel zum Wochenende: Fran Bow

Knifflige Albträume

Wenn ein Entwicklerstudio Killmonday Games heißt, kann eigentlich nur ein Horror-Spiel herauskommen. Bei ihrem ersten kommerziellen Spiel handelt es sich konsequenterweise um ein düsteres Adventure, das trotz seiner scheinbar niedlichen 2D-Grafik keinesfalls für Kinder geeignet ist.

Das kleine Mädchen Fran Bow lebt gut behütet mit Vater und Mutter in einem netten kleinen Haus. Ihr größter und engster Freund ist ein schwarzer Kater namens Mr. Midnight. Eines Abends sieht Fran eine merkwürdige Kreatur am Fenster. Kurze Zeit später findet sie ihre Eltern grausam ermordet in der Wohnung vor. Verwirrt und schockiert flüchtet sie zusammen mit Mr. Midnight in den nahegelegenen Wald. Nach einigen Metern verliert sie schließlich erschöpft das Bewusstsein.

Die Geschichte erzählen Zwischensequenzen in Schwarz-Weiß-Bildern.

Die Geschichte erzählen Zwischensequenzen in Schwarz-Weiß-Bildern.

Sie erwacht erst wieder im Oswald Sanatorium, einer psychiatrischen Einrichtung für Kinder. Mr. Midnight scheint zudem spurlos verschwunden zu sein. Die ihr verschriebenen Pillen führen zudem immer wieder zu merkwürdigen und extrem grausamen Albträumen. Als ihr schließlich im Traum Mr. Midnight erscheint und ihr ankündigt im Wald auf sie zu warten, beschließt sie aus dem Sanatorium zu fliehen und den Mord an ihren Eltern aufzuklären.

Dialoge erfolgen im Multiple-Choice-Verfahren, wobei Fran immer nur zwei Antwortmöglichkeiten besitzt.

Dialoge erfolgen im Multiple-Choice-Verfahren, wobei Fran immer nur zwei Antwortmöglichkeiten besitzt.

Gruselige Kombination

Im Adventure Fran Bow übernimmt der Spieler die Steuerung der gleichnamigen Protagonistin. Wie in Point-and-Click-Adventures üblich, genügt ein Mausklick in die Landschaft, um Fran dorthin zu dirigieren. Bei einem Klick auf einen Gegenstand schaut ihn sich Fran an, benutzt ihn oder steckt ihn ein. Aufgenommene Gegenstände lassen sich zudem mit anderen kombinieren. Auf diese Weise gilt es, zahlreiche Puzzles zu lösen und so schließlich aus dem Sanatorium zu fliehen.

Gegenstände wandern in eine überdimensionale Geldbörse. Dort zwei Gegenstände miteinander zu kombinieren erfordert allerdings mehrere Mausklicks.

Gegenstände wandern in eine überdimensionale Geldbörse. Dort zwei Gegenstände miteinander zu kombinieren erfordert allerdings mehrere Mausklicks.

Personen kann Fran ansprechen. Die so begonnenen Diskussionen laufen im Multiple-Choice-Verfahren ab, wobei Fran immer jeweils zwei Antwortmöglichkeiten besitzt. Über die Einnahme von Medikamenten kann Fran zudem in eine Albtraumwelt eintauchen. Dort wiederum finden sich Hinweise und weitere Objekte, die bei der Lösung von Rätseln in der Gegenwart helfen.

Es hängt vom Gegenstand ab, was Fran mit ihm nach einem Mausklick anstellt.

Es hängt vom Gegenstand ab, was Fran mit ihm nach einem Mausklick anstellt.

Schwarmfinanzierung

Um die Entwicklung von Fran Bow zu finanzieren, sammelte das in Schweden beheimatete Killmonday Games bereits 2012 auf Indiegogo insgesamt rund 28.000 Dollar von 1.099 Interessenten. Es sollte allerdings noch drei Jahre dauern, bis die Albträume des Mädchens Ende 2015 endlich erschienen.

Das Sanatorium ist gut bewacht, eine Flucht scheint deshalb unmöglich zu sein.

Das Sanatorium ist gut bewacht, eine Flucht scheint deshalb unmöglich zu sein.

Killmonday Games bietet Fran Bow derzeit für rund 15 Euro bei Gog.com [2], auf Steam [3] und im Humble Store [4] an. Wer in letztgenanntem Online-Shop kauft, erhält allerdings nur einen Schlüssel, um das Spiel auf Steam freizuschalten. Bei Gog.com gibt es wiederum eine kopierschutzfreie Fassung, die aber nur in einer 32-Bit-Version vorliegt.

Frans Zimmergenosse hat wertvolle Informationen, die bei der Flucht helfen könnten. Allerdings rückt er diese nicht von sich aus heraus.

Frans Zimmergenosse hat wertvolle Informationen, die bei der Flucht helfen könnten. Allerdings rückt er diese nicht von sich aus heraus.

Fazit

Fran Bow sieht auf den ersten Blick aus, wie ein hübsch gezeichnetes Point-and-Click-Adventure. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Horror-Adventure mit entsprechend grausamen Szenen. Insbesondere in den Albträumen der kleinen Fran fließt ziemlich viel Blut. Das Spiel richtet sich somit trotzt des Comic-Looks eindeutig an Erwachsene.

Ist Fran geisteskrank oder steckt doch mehr dahinter?

Ist Fran geisteskrank oder steckt doch mehr dahinter?

Diese erwartet eine nett erzählte kleine Geschichte, die allerdings nicht mit den großen Klassikern des Genres mithalten kann. Killmonday Games spielt dabei jedoch recht geschickt mit der Frage, ob die Protagonistin wirklich geisteskrank ist oder ob hinter den Vorfällen noch etwas anderes steckt. Pfiffig und unverbraucht ist zudem die Idee, über die Pillen in eine andere Welt abzutauchen.

Auf eine Sprachausgabe hat man verzichtet, immerhin spricht Fran auf Wunsch auch Deutsch. Wer Horror-Spiele und Adventures mag, sollte zugreifen. Alle anderen sollten zunächst ein Blick auf das offizielle Video auf der Fran-Bow-Homepage werfen [1].

Fran Bow

Bezugsquelle:  http://www.franbow.com/
Entwickler: Killmonday Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 13,29 Euro (Gog.com) / 15 Euro (Steam) / 13,50 Euro (Humble Store)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mit 1,7 GHz oder besser, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte ab der Klasse NVIDIA GeForce GTX 260 oder AMD Radeon 4870 HD
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